Finanzen

Schlag gegen Gläubiger: EU-Chefin Ursula von der Leyen blockiert Zinsauszahlungen auf Lufthansa-Anleihe

Die Deutsche Lufthansa kommt einer Forderung der EU-Kommission nach und setzt die Zinszahlungen auf eine Anleihe bis zur Rückzahlung der staatlichen Corona-Hilfen aus. Die EU mischt sich seit Beginn der Pandemie zunehmend in interne Angelegenheiten von deutschen Unternehmen ein.
19.05.2021 22:13
Aktualisiert: 19.05.2021 22:13
Lesezeit: 1 min
Schlag gegen Gläubiger: EU-Chefin Ursula von der Leyen blockiert Zinsauszahlungen auf Lufthansa-Anleihe
Ursula von der Leyen lacht bei einer Pressekonferenz nach ihrer Ernennung zur EU-Kommissionschefin (16.07.2019). (Foto: dpa) Foto: Marijan Murat

Die Deutsche Lufthansa kommt einer Forderung der EU-Kommission nach und setzt die Zinszahlungen auf eine Anleihe bis zur Rückzahlung der staatlichen Corona-Hilfen aus. Die Kuponzahlungen für die 2015 emittierte, 500 Millionen Euro schwere Hybridanleihe würden bis zur Rückzahlung der Stillen Beteiligungen des Staates gestoppt, teilte die Lufthansa am Mittwochabend mit. Die EU-Wettbewerbshüter sähen die jährlichen Kuponzahlungen von 5,125 Prozent als Verstoß gegen die Beihilfe-Vorschriften. Gläubiger oder Aktionäre sollen nach den EU-Regeln nicht bedient werden, solange ein Unternehmen auf Geld der Steuerzahler angewiesen ist.

„Die Lufthansa Group beabsichtigt, die aufgeschobenen Kuponzahlungen schnellstmöglich nachzuholen“, hieß es in der Mitteilung. Hybridanleihen gelten wegen ihrer lange Laufzeit - in diesem Fall 60 Jahre - teilweise als Eigenkapital.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte sich nach einem Bericht des Magazins „Spiegel“ bei der Bundesregierung über die Lufthansa beschwert. Sie habe bemängelt, dass die angeschlagene Fluggesellschaft im Februar 25 Millionen Euro Zinsen an Anleihegläubiger gezahlt hatte, ohne Brüssel zu informieren. Die Zahlung hätte gestundet werden können.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen EZB verhängt Millionenstrafe gegen US-Großbank J.P. Morgan
20.02.2026

Die EZB nimmt das amerikanische Geldhaus ins Visier, weil es den Aufsehern über Jahre falsche Zahlen gemeldet habe. Damit hat J.P. Morgan...

DWN
Politik
Politik KEF-Bericht: Kommt eine neue Empfehlung zum Rundfunkbeitrag?
20.02.2026

Eine Expertenkommission legt einen neuen Bericht zum Rundfunkbeitrag vor. Diesmal könnte auch eine aktualisierte Empfehlung zur...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Breite Allianz für faire Bezahlung: Mehrheit fordert Tarifpflicht bei Staatsaufträgen
20.02.2026

In der Debatte um die Verwendung öffentlicher Gelder zeichnet sich ein deutlicher Stimmungsumschwung ab: Eine große Mehrheit der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konjunktureller Frühling: Unternehmensstimmung in der Eurozone überrascht positiv
20.02.2026

Die Wirtschaft in der Eurozone startet mit unerwartetem Rückenwind in das Frühjahr, da sich die Stimmung in den Unternehmen im Februar...

DWN
Politik
Politik Pakt für den Sozialstaat: Grüne signalisieren Union und SPD Reformbereitschaft
20.02.2026

Die Fraktionsspitze der Grünen zeigt sich offen für einen parteiübergreifenden Schulterschluss, um den deutschen Sozialstaat grundlegend...

DWN
Politik
Politik Ressourcenimperialismus im 21. Jahrhundert: USA gegen Europa
20.02.2026

Der Wettlauf um seltene Erden, Öl und digitale Vorherrschaft bestimmt längst globale Machtspiele. Wer strategische Ressourcen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Standortgarantie: Schneider fordert Entlastung der Chemieindustrie durch CO2-Zertifikate
20.02.2026

Umweltminister Carsten Schneider (SPD) setzt sich in Brüssel für eine Atempause der heimischen Chemiebranche ein, um deren internationale...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IfW-Präsident Schularick: Scharfe Kritik an Rentensystem & Arbeitsmarkt
20.02.2026

Seit Sommer 2023 steht Moritz Schularick an der Spitze des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und hat sich seither als einer der...