Deutschland

Krasser Anstieg: 3,5 Millionen Arbeitnehmer haben mehrere Jobs

Laut einer aktuellen IW-Studie ist die Zahl der "Multijobber" auf 3,5 Millionen gestiegen. Das sind fünfmal so viele wie noch vor einigen Jahren.
25.05.2021 09:50
Aktualisiert: 25.05.2021 09:50
Lesezeit: 1 min

Die Zahl der Arbeitnehmer mit zwei oder mehr Jobs ist einer Studie zufolge seit 2013 um rund 700.000 auf 3,5 Millionen gestiegen. Mit 91 Prozent des Anstiegs habe vor allem die Zahl der Arbeitnehmer stark zugenommen, die neben ihrem Hauptjob noch einer geringfügigen Beschäftigung nachgingen, um ihr Haushaltseinkommen aufzubessern.

Doch auch die Zahl der sogenannten "Hybridbeschäftigten", die neben ihrem Hauptjob noch einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, sei seit 2013 um 13 Prozent auf gut 690.000 im Jahr 2019 gestiegen, wie aus einer noch unveröffentlichten Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht, wie die Zeitung "Rheinische Post" berichtet.

Die Motivlage der nebenher Selbständigen sei jedoch völlig anders als die der überwiegend Mehrfachbeschäftigten, heißt es weiter. Die "Hybridbeschäftigten" hätten im Hauptjob überdurchschnittlich hohe Einkommen, sie verfügten zudem über eine überdurchschnittliche Qualifikation. Auf ein höheres Einkommen durch den Nebenerwerb seien sie nicht unbedingt angewiesen.

Dagegen hätten die meisten anderen Mehrfachbeschäftigten zwei oder mehr Jobs, um ihr geringes Einkommen im Hauptberuf aufzubessern. Häufig arbeiteten sie im Hauptjob nur Teilzeit. Im Ergebnis erzielten sie durch die Mehrfachbeschäftigung aber Haushaltseinkommen wie der Durchschnitt der Vollzeit-Beschäftigten ohne Zweitjobs.

Die oft diskutierte Abschaffung der steuer- und abgabenfreien Mini-Jobs würde vor allem die Beschäftigten empfindlich treffen, die auf zusätzliche Einkommen aus dem Nebenerwerb angewiesen sei, heißt es in dem Papier. "Würden durch politische Interventionen beispielsweise Minijobs im Nebenerwerb unattraktiver, könnten damit die sozialen Risiken für Betroffene ansteigen, deren Verdienstmöglichkeiten im Haupterwerb begrenzt sind."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Wie Twitch, Kick & Co. die Unterhaltungsbranche prägen

Das Bild der Unterhaltungsbranche hat sich dramatisch gewandelt. Dabei wurde aus einer Einbahnstraße eine Autobahn mit unzähligen Spuren...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktüberblick: Wall-Street-Rallye hält an, da Arbeitsmarktbericht Zeichen von Widerstandsfähigkeit zeigt
02.06.2026

Überraschende Entwicklungen und starke Unternehmenszahlen sorgen für Bewegung – was Anleger jetzt wissen müssen.

DWN
Finanzen
Finanzen EZB: Bedeutung des Euro an den weltweiten Finanzmärkten wächst
02.06.2026

Die Notenbank will die globale Rolle des Euro stärken, nicht zuletzt als Antwort auf Trump. Sie sieht mehr Potenzial für Europas Währung...

DWN
Politik
Politik Begeht Amerika gerade wirtschaftlichen Selbstmord?
02.06.2026

Die USA galten über Jahrzehnte als Motor der Weltwirtschaft, doch unter Trump geraten genau jene Kräfte unter Druck, die ihren Aufstieg...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg treibt Inflation im Euroraum auf 3,2 Prozent
02.06.2026

Der Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges treibt die Verbraucherpreise im Euroraum weiter nach oben. Damit wächst der Druck auf die...

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic attackiert Europas Banken mit sechs Prozent Zinsen
02.06.2026

Sechs Prozent Zinsen, Brad Pitt im Werbespot und ein deutscher Anbieter, der in Polen plötzlich klassische Banken herausfordert. Trade...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unicredit schnappt sich offenbar mehr als 30 Prozent von Commerzbank
02.06.2026

Unicredit kommt ihrem Ziel bei der Commerzbank einen entscheidenden Schritt näher. Mit dem Überschreiten der 30-Prozent-Marke stärkt die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mythos Fachkräftemangel beendet: Deutschlands Arbeitsmarkt bricht langfristig ein
02.06.2026

Schwache Frühjahrsbelebung, keine Trendumkehr: Der deutsche Arbeitsmarkt kippt langfristig in eine neue Massenarbeitslosigkeit. Warum es...

DWN
Politik
Politik Nukleare Abschreckung wird zur Machtprobe für Europa
02.06.2026

Norwegen rückt an Frankreichs Atomschirm heran, und plötzlich wirkt Europas Sicherheitsarchitektur weniger stabil als lange behauptet....