Politik

Bericht: Journalist Roman Protasevitsh war für Pressedienst von ukrainischen Neonazis tätig

Der US-amerikanischen Jamestown Foundation zufolge war der belarussische Journalist Roman Protasevitsh für den Pressedienst des ukrainischen Neo-Nazi-Bataillons „Asow“ tätig.
25.05.2021 21:49
Aktualisiert: 25.05.2021 21:49
Lesezeit: 2 min
Bericht: Journalist Roman Protasevitsh war für Pressedienst von ukrainischen Neonazis tätig
Eine Kundgebung der Asow-Bataillon. (Screenshot)

Am Sonntag, dem 23. Mai, machte Weißrussland weltweit Schlagzeilen, weil es einen kommerziellen Flug umgeleitet hatte. Die Boeing 737-8AS von Ryanair musste auf dem Weg über Weißrussland von Athen nach Vilnius unter dem Vorwand einer an Bord gepflanzten Bombe eine Notlandung in Minsk durchführen. Der Alarm wurde von belarussischen Fluglotsen ausgelöst. Flugverfolgungsstellen zeigten an, dass sich das Flugzeug etwa sechs Meilen von der litauischen Grenze entfernt nördlich der belarussischen Stadt Lida befand, als es aufgefordert wurde, mit Hilfe eines MiG-29-Jägers eine scharfe Kurve zu fliegen.

Die „Jamestown Foundation“ wörtlich: „Der ganze Vorfall hatte den alleinigen Zweck, den 26-jährigen

belarussischen Journalisten Roman Protasevich zu verhaften. Er lebt seit 2019 in Polen und erhielt dort 2020 politisches Asyl. Zu Protasevichs früheren Arbeitserfahrungen gehört die Berichterstattung für Euroradio, ein von den USA finanziertes Medienunternehmen mit Sitz in Minsk, und für den Pressedienst des umstrittenen ukrainischen Freiwilligen Asow-Bataillons, das häufig beschuldigt wird, rechtsextreme oder neonazistische Kämpfer angezogen zu haben.“ Viele Mitglieder des Asow-Bataillons haben Verbindungen zu Neonazigruppen oder sind selbst Neonazis. Das Symbol des Bataillons erinnert an die Wolfsangel, ein von rechten Gruppen verwendetes Symbol, das in Deutschland auf der Liste verbotener Zeichen steht. Doch das Bataillon sagt, sein Zeichen repräsentiere die Buchstaben N und I übereinander, die für „nationale Idee“ stehen. Die Bataillon soll im Ukraine-Krieg Kriegsverbrechen nach dem Vorbild der Terror-Miliz IS begangen haben, berichtet „Newsweek“.

Roman Protasevitsh war vor wenigen Jahren in die Ukraine gereist, um eine militärische Ausbildung in einem. Am wichtigsten ist jedoch in den Augen der belarussischen Behörden Protasevichs Rolle bei der Schaffung des NEXTA- Telegrammkanals, der nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen vom 9. August routinemäßig Straßenkundgebungen in Minsk steuerte. Bis September 2020 war Protasevich der Chefredakteur dieses Senders. Das Regime in Minsk beschuldigt Protasevich, sich aktiv an Gruppenaktionen zu beteiligen, die die öffentliche Ordnung grob verletzen, und soziale Zwietracht säen, so „Reform.by“.

Im Februar 2021 sandte Weißrussland einen Antrag an Polen, Protasevich auszuliefern. Für Minsk ist die Möglichkeit, Informationen über das wahre Ausmaß und die Finanzierung von NEXTA und vor allem über die möglichen Unterstützer von NEXTA im Machtapparat des Minsker Regimes zu erhalten, noch wichtiger als die Bestrafung von Protasevich für diese mutmaßlichen Verbrechen. Laut Semion Uralov, dem Herausgeber von Sonar-2050 (einem Online-Outlet, das sich der belarussisch-russischen Integration widmet), wurde der entsprechende Verdacht in Minsk seit langem gehegt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Kann Europa Weltmacht werden? Eine Analyse
24.05.2026

Die alte Weltordnung bricht weg, und Europa steht plötzlich allein zwischen den streitenden Machtblöcken. Jetzt entscheidet sich, ob der...

DWN
Technologie
Technologie Rekordabsatz bei Wärmepumpen: Fast jede zweite neue Heizung läuft elektrisch
24.05.2026

Der Markt für neue Heizgeräte erholt sich schneller als erwartet: Im ersten Quartal 2026 stieg der Gesamtabsatz um 16 Prozent....

DWN
Politik
Politik EU-USA-Abkommen: Brüssel bekommt nicht, was es wollte, aber was es braucht
24.05.2026

Bernd Lange, Chef des Ausschusses für den Außenhandel des Europäischen Parlaments, glaubt, dass die EU ein Sicherheitsnetz gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neuer EQT-Vorsitzender Salata: „Mit Geld kommt Verantwortung“
24.05.2026

Der chilenische Milliardär Jean Eric Salata hat nun den Vorsitz bei der schwedischen Private-Equity-Gesellschaft EQT übernommen....

DWN
Politik
Politik Russischer Topökonom: „Putin wird bald begreifen, dass die Zeit nicht auf seiner Seite ist“
24.05.2026

Sergej Guriev, russischer Ökonom im Exil, gilt als einer der weltweit führenden Experten für Russlands Wirtschaft. Im Interview schätzt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Offshore-Windkraft vor Comeback: Energieriesen setzen wieder auf Europa
23.05.2026

Die Offshore-Windkraft hat schwere Jahre hinter sich. Jetzt wittern Energieriesen in Europa wieder Chancen, doch aus Optimismus wird nur...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft 39 Billionen Dollar Schulden: Amerikas größter Gläubiger heißt Amerika
23.05.2026

Die USA häufen alle drei Monate eine Billion US-Dollar Schulden an und zahlen inzwischen mehr als eine Billion Dollar Zinsen pro Jahr. Wer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mythos Fachkräftemangel beendet: Deutschlands Arbeitsmarkt bricht langfristig ein
23.05.2026

Schwache Frühjahrsbelebung, keine Trendumkehr: Der deutsche Arbeitsmarkt kippt langfristig in eine neue Massenarbeitslosigkeit. Warum es...