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EU-Arzneibehörde lässt Biontech-Impfstoff für Kinder zu

Lesezeit: 1 min
28.05.2021 16:42  Aktualisiert: 28.05.2021 16:42
Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren. Es ist der erste Impfstoff in der EU, der auch für Menschen unter 16 empfohlen wird.
EU-Arzneibehörde lässt Biontech-Impfstoff für Kinder zu
Die Nadel einer benutzen und gereinigten Spritze des BioNTech-Pfizer-Impfstoffs. (Foto: dpa)
Foto: Christoph Soeder

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Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat grünes Licht für den Einsatz des Impfstoffs von Biontech/Pfizer bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren gegeben. Die finale Entscheidung muss nun noch von der Europäischen Kommission gefällt werden. Dies gilt aber als Formsache. Bislang ist das Vakzin in der EU erst ab 16 Jahren zugelassen.

Die Daten zeigten, dass der Impfstoff auch in dieser Altersgruppe sicher sei, und die Wirksamkeit sei vergleichbar oder sogar besser als bei Erwachsenen, erklärte EMA-Impfstoffexperte Marco Cavaleri am Freitag auf einer Pressekonferenz. Dies zeigten die Ergebnisse einer Studie mit gut 2000 Kindern und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 15 Jahren. Von den rund 1000 Personen, die den Impfstoff erhielten, sei keine einzige an Covid-19 erkrankt. In der Vergleichsgruppe, die ein Placebo gespritzt bekam, seien 16 erkrankt.

Zugleich verwies die Behörde darauf, dass sie sehr seltene Fälle von Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) hauptsächlich bei Menschen unter 30 Jahren untersuche. Bislang gebe es aber keine Hinweise, dass diese in Verbindung mit dem Impfstoff stünden. Wegen der geringen Zahl an Kindern und Jugendlichen in der Studie sei sie nicht geeignet, sehr seltene Nebenwirkungen aufzudecken. Gleichwohl sei die EMA überzeugt, dass auch in dieser Altersgruppe die Vorteile der Impfung die Risiken übersteigen. Die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs werde weiterhin genau überwacht.

Grünes Licht der EMA ist die Voraussetzung für das Impfangebot an Kinder und Jugendliche, das Bund und Länder ab dem 7. Juni in Aussicht gestellt haben. Denn kein anderer Corona-Impfstoff ist bisher für den Einsatz in dieser Altersgruppe zugelassen. Auch habe noch kein anderer Hersteller einen entsprechenden Zulassungsantrag gestellt, erklärte die EMA.

Mehr zum Thema: Bundesregierung plant mit 6,4 Millionen Impfdosen für Kinder und Jugendliche


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