Immobilien

Baukrise: DIW erwartet Wende am Bau - Hoffnung für Wohnungssuchende

Höhere Zinsen, gestiegene Kosten: Bauherren haben schwierige Zeiten hinter sich. Nun soll es am Bau wieder aufwärtsgehen, dank Milliarden-Staatsausgaben. Wirtschaftsforscher sehen aber ein Risiko.
28.01.2026 11:01
Aktualisiert: 28.01.2026 11:08
Lesezeit: 2 min

DIW erwartet Wende am Bau - Hoffnung für Wohnungssuchende

Die kriselnde deutsche Baubranche steht vor einer Trendwende - und mit ihr der stockende Wohnungsbau, der ein Grund ist für die steigenden Mieten in Städten. Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die der DPA vorliegt.

Demnach dürfte das Bauvolumen in Deutschland 2026 nach fünf Jahren erstmals wieder preisbereinigt wachsen - um 1,7 Prozent. 2027 soll es dann um 3,4 Prozent zunehmen. Grund sei vor allem der öffentliche Bau, der von den staatlichen Milliardenausgaben etwa für Straßen und Brücken profitiere, während der Bau von Büros und Fabriken in der Wirtschaftskrise schwächle.

Lichtblick für angespannte Wohnungsmärkte

"Die Talsohle der Baukonjunktur scheint durchschritten", schreibt Studienautorin Laura Pagenhardt. Vor allem die Stabilisierung der Baupreise und Zinsen, aber auch die Investitionen aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität trieben die Erholung an. So erwartet das DIW, dass das Bauvolumen im öffentlichen Tiefbau dieses Jahr um fast ein Zehntel wächst.

Aber auch der Wohnungsneubau belebe sich nach Krisenjahren wieder. 2026 erwartet das DIW hier ein Plus von 2,4 Prozent, 2027 soll das Bauvolumen kräftig um 6,1 Prozent zulegen. Mit dem Bauvolumen sind die Bauinvestitionen, aber auch Reparaturen gemeint.

Die Baubranche war nach einem starken Zins- und Kostenanstieg infolge des Ukraine-Kriegs in die Krise gerutscht. Private Bauherren konnten sich die eigenen vier Wände nicht mehr leisten, Investoren legten Pläne auf Eis. Damit stieg der Druck auf die Wohnungsmärkte vor allem in Städten, wo die Mieten Ende 2025 um gut vier Prozent stiegen - doppelt so stark wie die Inflation. Wird mehr gebaut, finden die Menschen tendenziell leichter Wohnungen.

Die Krise der Baubranche, die unter dem Ende des Immobilienbooms 2022 leidet, ist ein Grund für die Wirtschaftsflaute in Deutschland. Eine Erholung am Bau würde daher die Konjunktur ankurbeln. Laut DIW dürfte das Bauvolumen 2027 erstmals über 600 Milliarden Euro liegen und so knapp ein Achtel der Wirtschaftsleistung in Deutschland ausmachen.

Risiko steigender Preise

Jedoch sieht das DIW das Risiko, dass die staatlichen Fördermilliarden zu "unangemessenen Preisanstiegen" am Bau führen. "Sollten durch die vielen Investitionen die sehr spezialisierten Baufirmen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, könnte dies den Preisauftrieb erneut befeuern - und die Dynamik bremsen", sagt Studienautor Martin Gornig. Damit die öffentlichen Investitionen nicht mit steigenden Preisen verpufften, müsse die zuletzt gesunkene Produktivität in der Bauwirtschaft dringend steigen, etwa über Initiativen von Politik und Unternehmen. Er plädiert für eine Taskforce zur Koordination der öffentlichen Investitionen.

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