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Homeoffice im Winter: mehr Gemütlichkeit, weniger Kontakte

Homeoffice schützt im Winter vor glatten Wegen und hustenden Kollegen. Wichtige andere Faktoren für die Gesundheit können aber auf der Strecke bleiben, warnen Experten.
28.01.2026 08:53
Lesezeit: 3 min

Homeoffice im Winter: mehr Gemütlichkeit, weniger Kontakte

Nicht rausmüssen bei Kälte, Eis und Schnee, keine Viren im Großraumbüro abbekommen - andererseits fehlen gerade in der dunklen Jahreszeit soziale Kontakte und Tageslicht: Seit der Pandemie hat es sich in vielen Berufen etabliert, zumindest einen Teil seiner Arbeitszeit in den heimischen vier Wänden, also im Homeoffice, abzuleisten. In der kalten und düsteren Jahreszeit zeigen sich ein paar spezielle Vor- und Nachteile.

Glatteis, Schneefall, Minusgrade - daheim ist's viel gemütlicher

Gerade in den vergangenen Wochen zeigte sich: Manchmal ist es einfach ungefährlicher, am Morgen nicht die Wohnung verlassen zu müssen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor Glätte, Eisregen, Schneefall und den damit verbundenen Gefahren. Das Auto stehen lassen, nicht auf glatten Gehwegen zur Haltestelle von Bus oder Bahn eilen - hier ist das Homeoffice klar im Vorteil. Es ist zweifellos angenehmer, vom Frühstückstisch aus ohne Umwege direkt an den heimischen Schreibtisch wechseln zu können, während draußen der Wintersturm tobt oder Eisregen fällt.

Hatschi! Weniger Gefahren durch Viren und Bakterien

Die Kollegin am Schreibtisch gegenüber hustet und schnieft? Der Kollege in der Teeküche erzählt von den Kindern, die daheim einen Magen-Darm-Infekt auskurieren? Der Empfang ist unbesetzt, weil die Grippe unter der Kollegenschaft grassiert? Eine Wohltat, im Homeoffice zu sitzen, wo höchstens die eigene Familie Viren und Bakterien einschleppt. Doch die Sache ist komplexer: «Korrekt ist, dass durch Kontaktreduzierung das Ansteckungsrisiko gesenkt wird», sagt die Medizinerin Vera Stich-Kreitner, Präsidiumsmitglied im Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW).

Es sei aber unwahrscheinlich, eine Grippewelle durch Homeoffice ausbremsen zu können, denn es gebe ja viele weitere Ansteckungsquellen. «Hier gilt wie immer, mit Augenmaß zu handeln.» Eine Maßnahme könne es sein, dass Beschäftigte mit Erkältungssymptomen von zu Hause aus arbeiten, dann könne der Rest gefahrlos ins Büro.

Experte Nils Backhaus von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sagt: Untersuchungen aus der Pandemie zeigten sehr deutlich, dass die Zirkulation von Viren gebremst werde, wenn Menschen im Homeoffice arbeiten. «Deshalb hat das Homeoffice schon Vorteile in der Erkältungszeit, wenn man nicht mit vielen Menschen bei trockener Heizungsluft in einem Raum verbringt.» Infektwellen ließen sich abschwächen - ein Allheilmittel sei das Homeoffice aber nicht.

Es fehlt an sozialen Kontakten

Der kleine Ratsch beim Kaffeeholen, die spontane Verabredung zur gemeinsamen Mittagspause: Die soziale Interaktion fehlt, wenn man tagaus, tagein nur allein am heimischen Schreibtisch sitzt. In der dunklen Jahreszeit, wenn man auch in der Freizeit weniger draußen unterwegs ist, macht sich das Fehlen sozialer Kontakte im Homeoffice womöglich noch schmerzhafter bemerkbar. «Die Reduktion sozialer Kontakte ist auf jeden Fall ein ernstzunehmendes Thema», sagt Stich-Kreitner. Als Beispiel nennt sie auch die Entfremdung vom Team mit Risiken für die psychische Gesundheit.

Daher hätten manche Firmen die Beschäftigten wieder zurück ins Büro gerufen, zudem habe sich in vielen Unternehmen das hybride Arbeiten etabliert. Die Arbeitszeit wird hierbei teils im Homeoffice, teils im Büro verbracht. «Dieses Modell kombiniert die Vorteile des Homeoffice wie den Wegfall von Arbeitswegen und die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit den Vorteilen des Arbeitens in Präsenz im Büro wie Teamarbeit, soziale Kontakte, Nähe zur Führungskraft», sagt die Medizinerin.

Kaum Tageslicht, kaum frische Luft?

«Wenn man morgens bei Schnee, Kälte oder Eisglätte nicht raus muss, wird das natürlich gerne als Entlastung gesehen», sagt BAuA-Experte Backhaus. Andererseits: Es fehle die Bewegung, das Tageslicht. Deshalb sei es wichtig, im Homeoffice bewusst Pausen einzubauen, etwa mittags rauszugehen für einen kurzen Spaziergang. Der Arbeitsplatz solle, wenn möglich, am Fenster sein, so dass man nicht im Dunkeln oder Dämmerlicht arbeiten müsse. Empfehlenswert seien auch regelmäßiges Lüften und Bewegungs- oder Dehnpausen.

Stich-Kreitner rät: «Auch im Homeoffice sollten wie im Büro Pausen eingehalten und idealerweise mit Bewegungseinheiten angereichert werden.» Ein Spaziergang in der Mittagspause lasse sich im Homeoffice gut in den Tagesablauf integrieren. «Aber auch zu Hause sollte man sich angewöhnen, Bewegung einzubauen, Treppensteigen, sofern vorhanden, kleine Gymnastikeinheiten, im Stehen beziehungsweise Gehen telefonieren.»

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