Technologie

Bayerische Hightech-Schmiede bekämpft mit Mikroorganismen den Klimawandel - und begeistert neue Investoren

Viele Produkte, die wir täglich anwenden, basieren auf Petrochemie, beispielsweise Arzneimittel oder Kleidungsstücke. Bei ihrer Herstellung werden erhebliche Mengen an Kohlendioxid frei. Ein deutsches Start-up will das nun ändern.
13.06.2021 10:00
Lesezeit: 2 min

Das deutsche Biotech-Unternehmen "Origin.Bio" hat eine neue Finanzierungsrunde erhalten. Wie das Unternehmen mit Sitz in Pullach erklärt, hat es von einer Investorengruppe, die vom Fonds EQT Ventures geführt wird, 15 Millionen Dollar bekommen.

Der bisherige Geldgeber BlueYard Capital sowie die neuen Investoren Taavet Hinrikus und Sten Tamkivi, Acequia Capital, Inventures und Charlie Songhurst sind ebenfalls an der Finanzierungsrunde beteiligt. Das Unternehmen entwickelt synthetische Mikroorganismen, die die gleichen und teilweise sogar bessere Materialien herstellen können als die chemische Industrie mit ihren bisherigen Verfahren, jedoch mit einem deutlich geringeren Energieverbrauch und erheblich weniger Abfall.

Ziel ist es, Petro-Chemikalien überflüssig zu machen, deren Verwendung bei der Produktion sehr viel Kohlendioxid freisetzt und somit das Klima belastet. Das Management geht davon aus, dass das Startup in der Lage ist, in kürzester Zeit effizient und kostengünstig Rohstoffe ohne Qualitätsnachteile herzustellen.

Die EU hat das Ziel, bis 2050 der weltweit erste klimaneutrale Kontinent zu sein. Dazu werden über das nächste Jahrzehnt hinweg Investitionen in Höhe von einer Billion Euro erforderlich sein. Die Privatwirtschaft spielt hier eine entscheidende Rolle. Weltweit gibt es in Forschungseinrichtungen und Start-up-Unternehmen keinen Mangel an klimaorientierten Innovationen, jedoch werden diese Ideen viel zu langsam oder gar nicht für Produktionsprozesse skaliert.

Jens Klein, Gründer und CEO von Origin.Bio, erklärt: „Indem wir die Natur als Vorbild und Partner ansehen, kann Origin.Bio den Menschen vom Ausbeuter und Nutznießer der Erde zu einem nachhaltigen Teil eines Kreislaufs machen, der Ressourcen auf biologischem Weg erschafft, statt sie der Erde einfach zu entnehmen. Die meisten der heutzutage von uns genutzten Produkte basieren auf Petrochemie, wie etwa Kunststoffe, Arzneimittel, Kleidung und Kosmetikartikel. Die bei ihrer Produktion benötigte Energie und die erzeugten Abfälle sind wesentliche Gründe für die sich verschärfende Klimakrise. Das zunehmende Umweltbewusstsein der Verbraucher muss jetzt durch verstärkte Bemühungen zur Dekarbonisierung durch die weltweit größten Unternehmen und darüber hinaus ergänzt werden. Origin.Bio unterstützt diese Unternehmen durch die biotechnologische Herstellung nachhaltiger Materialien mit einer günstigeren CO₂-Bilanz und bietet dadurch Verbrauchern weltweit die Chance, aktiv Veränderung zu leben und das Leben auf unserem Planeten zu verbessern. Wir sind stolz auf die Unterstützung von EQT Ventures und die Investition bestärkt uns, diesen ambitionierten Weg weiterzugehen.“

Gregory Bernstein, Investor und Venture Lead bei EQT Ventures, fügt hinzu: „Wir sind davon überzeugt, dass ein neues Zeitalter in der Herstellung von Gütern bevorsteht, in dem synthetische Biologie das Potenzial hat, die Beziehung der Menschheit zur Natur und deren begrenzten Ressourcen zu erneuern. Jens Klein und das Team von Origin.Bio sehen sich als Vorreiter für diesen Paradigmenwechsel. Dieser biowirtschaftliche Markt bietet Chancen in Höhe von 4 Billionen Dollar. In Europa herrscht das richtige politische Klima, um einen globalen Champion hervorzubringen: Die technischen Universitäten sind weltweit führend, und die Bedingungen für Start-up-Unternehmen verbessern sich ständig. EQT Ventures unterstützt Jens Klein und Origin.Bio voller Überzeugung bei ihrem Unterfangen, die Produktion von Waren und Rohstoffen zum Wohl des Planeten zu revolutionieren.“

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