Finanzen

Täuschung im Interesse der Zentralbanken? Weltbank behauptet, dass der Goldpreis sinken wird

Die Weltbank behauptet, dass der Goldpreis bis zum Jahr 2030 einbrechen wird. Doch alles deutet eigentlich auf das Gegenteil hin. Will die Weltbank die Öffentlichkeit täuschen, damit die Notenbanken sich günstig mit Gold eindecken? Schließlich dürfen die Notenbanken seit Ende Juni 2021 Gold als Reserve bei der Kreditvergabe benutzen.
06.07.2021 13:02
Aktualisiert: 06.07.2021 13:02
Lesezeit: 2 min
Täuschung im Interesse der Zentralbanken? Weltbank behauptet, dass der Goldpreis sinken wird
Die Prognose der Weltbank für den Goldpreis. (Screenshot)

Die Weltbank prognostiziert einen Rückgang des Goldpreises auf 1.740 US-Dollar/Unze im Jahr 2021 von durchschnittlich 1.775 US-Dollar/Unze im Jahr 2020. In den nächsten 10 Jahren soll der Goldpreis bis 2030 auf 1.400 US-Dollar/Unze sinken. Ob der Prognose der Weltbank geglaubt werden kann, bleibt unklar. Schließlich in die europäische Bankenwelt im Juni 2021 in eine Phase eingetreten, die das Gegenteil der Weltbank-Prognose befördern könnte:

Am 28. Juni 2021 traten die lang erwarteten Bankenregeln, die im Rahmen eines umfassenden internationalen Abkommens namens Basel III umgesetzt wurden, für europäische Banken in Kraft und markieren eine große Veränderung für europäische Banken ihre Geschäfte mit Gold. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Basel III zugeteiltes Gold in greifbarer Form nach den neuen Regeln als risikolose Anlage einstufen lässt, was jedoch nicht für „Papier“-Gold gilt. Die neuen Liquiditätsanforderungen zielen darauf ab, „Händler und Banken daran zu hindern, einfach zu sagen, dass sie das Gold oder mehr als einen Eigentümer für das Gold haben“.

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, der Standards für die Regulierung von Banken festlegt, hat als Reaktion auf die globale Finanzkrise das sogenannte Basel III entwickelt. Basel III war daher als mehrjähriger Regimewechsel gedacht, der darauf abzielt, eine weitere globale Bankenkrise zu verhindern, indem die Banken dazu verpflichtet werden, stabilere und weniger als riskant eingestufte Vermögenswerte zu halten. Die Regelüberarbeitung wird von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), auch Zentralbank der Zentralbanken genannt, als ein international vereinbartes Maßnahmenpaket definiert, das darauf abzielt, die Regulierung, Aufsicht und das Risikomanagement der Banken zu stärken.

Obwohl es viele Nuancen gibt, ist für Gold relevant, dass unter der neuen Regelung physisches oder allokiertes Gold wie Barren und Münzen von einem Tier-3-Vermögenswert, der risikoreichsten Anlageklasse, in einen Tier-1-Asset umklassifiziert wird. Das ist dieselbe Anlageklasse wie Bargeld, berichtet „FX Leaders“. Der Begriff leitet sich vom englischen „tier“ ab, was so viel wie „Rang“ bedeutet – und es gibt mit Tier-1 (Kernkapital) über Tier-2 (Ergänzungskapital) und Tier-3 (Drittrangmittel) drei Ränge von Eigenmitteln eines Kreditinstituts. Damit werden Goldbarren und Goldmünzen Teil des Kernkapitals der Banken. Dadurch könnten sie als Reserve bei der Kreditvergabe eingesetzt werden.

Basel III könne Banken auf der ganzen Welt veranlassen, weiterhin mehr Gold zu kaufen, da physisches Gold in Zukunft risikofrei sein wird. Zentralbanken haben bereits verstärkt physisches Gold gekauft, das in den Tresoren der Institute und nicht in nicht zugewiesener oder Papierform aufbewahrt werden soll. Denn Papiergold wird nach den neuen Regeln als riskanter eingestuft als physisches Gold und nicht mehr als Vermögenswert gezählt, das auf einer Stufe mit Goldbarren oder -münzen steht.

Böse Zungen könnten nun behaupten, dass die Weltbank mit ihrer Prognose Privatleute davon abhalten will, Goldbarren zu kaufen. Dadurch könnte der Preis etwas gedrosselt werden, wodurch die Zentralbanken die Möglichkeit hätten, das weltweite Gold günstig in ihre Reserven aufzunehmen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kündigungsschutzklage: Das müssen Sie wissen
06.10.2026

Wer entlassen wird, kann und sollte sich dagegen wehren. Lohnnachzahlungen oder eine Abfindung sind jedoch kein Selbstläufer. Was...

DWN
Immobilien
Immobilien Superreiche fliehen aus London: Luxusimmobilien stürzen ab
06.10.2026

Londons Luxusimmobilien verlieren dramatisch an Wert, in manchen Nobelvierteln beträgt das Minus mehr als 25 Prozent. Während die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rheinmetall erobert den Weltraum und startet Satellitenproduktion für die Bundeswehr
06.10.2026

Rheinmetall baut nicht mehr nur Panzer, Munition und Gefechtstürme. Mit eigenen Radarsatelliten will der Rüstungskonzern die Bundeswehr...

DWN
Politik
Politik BSW will AfD-Mann zum Landtagspräsidenten machen
06.10.2026

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit fast 44 Prozent der Stimmen gewonnen und will nun auch den Parlamentspräsidenten...

DWN
Politik
Politik Milliardenschwerer Öl-Deal mischt sich in Gespräche zwischen USA und Russland
06.10.2026

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei Gesprächen mit den USA einen milliardenschweren Öl-Deal angesprochen, der Verbindungen zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Lkw-Offensive sorgt für Unruhe: „Fast zu gut“
06.10.2026

Die Elektrifizierung ist in vollem Gang, und die chinesischen Hersteller haben Lastwagen bereit, die in Europa auf die Straße kommen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Tech-Rally beflügelt Wall Street; Anleiherenditen steigen
05.10.2026

Welche Kräfte die US-Märkte zum Wochenstart bewegten und warum Anleger jetzt genau hinsehen sollten.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Elektroautos sollen Strom verkaufen: Neuer Markt für Fahrer und Energieversorger
05.10.2026

In Deutschland wird die gesetzliche Grundlage für eine breite Einführung des V2G-Systems vorbereitet. Elektroautos sollen künftig nicht...