Panorama

UN melden deutlich mehr Migranten auf Mittelmeerrouten

Nach dem leichten Rückgang im letzten Jahr hat die Migration über das Mittelmeer in diesem Jahr nun wieder deutlich gestiegen. Die UN kritisiert die mangelhafte Unterstützung der Migranten bei der Überquerung des gefährlichen Meeres.
14.07.2021 11:14
Aktualisiert: 14.07.2021 11:14
Lesezeit: 1 min
UN melden deutlich mehr Migranten auf Mittelmeerrouten
Lebensmittel werden an Bord des Rettungsschiffs «Ocean Viking» an die Migranten verteilt. (Foto: dpa) Foto: Flavio Gasperini

Auf den Migrationsrouten über das Mittelmeer sind nach UN-Zahlen von Januar bis Ende Juni mehr als doppelt so viele Menschen ums Leben gekommen wie im gleichen Zeitraum 2020. Gleichzeitig versuchten in dem Sechsmonatszeitraum 58 Prozent mehr Menschen, das Mittelmeer Richtung Europa zu überqueren, insgesamt fast 76 000, wie die UN-Organisation für Migration (IOM) am Mittwoch in Genf berichtete. Die nordafrikanischen Länder stoppten fast 37 Prozent mehr Flüchtende auf ihrem Weg nach Norden.

Der starke Anstieg sei auch darauf zurückzuführen, dass die Zahl im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie relativ niedrig war. 2020 versuchten in den ersten sechs Monaten 17 Prozent weniger Menschen, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen, als 2019.

IOM registrierte auf dem Mittelmeer insgesamt 896 Todesfälle, 130 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Zudem starben in diesem Jahr nach IOM-Angaben bereits mindestens 250 Migranten bei dem Versuch, von Afrika aus die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln westlich des Kontinents zu erreichen.

Die meisten Bootsmigranten kamen auf der Route im zentralen Mittelmeer ums Leben, also von Nordafrika Richtung Italien. IOM meldete auf dieser Route 741 Todesfälle, auf der westlichen Mittelmeerroute Richtung Spanien 149 und im Osten von der Türkei Richtung Griechenland sechs.

IOM kritisiert den mangelnden Rettungseinsatz. Meistens sei nur ein Rettungsboot einer Hilfsorganisation im Einsatz gewesen, neun weitere seien in der Regel in Häfen blockiert. Nordafrikanische Küstenwachen hätten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr als 31 500 Menschen abgefangen, fast 37 Prozent mehr als 2020 und 76 Prozent mehr als 2019.

Am Mittwoch berichtete das Militär Maltas, dass es rund 80 Bootsmigranten in der maltesischen Such- und Rettungszone aus Seenot in Sicherheit gebracht habe. Drei Menschen konnten demnach nur noch tot geborgen werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preissturz an Polens Tankstellen vor Ostern: Ansturm auf Tankstellen läuft bereits
31.03.2026

In Polen gelten wegen der gestiegenen Spritpreise ab sofort gedeckelte Preise für Benzin und Diesel. Während polnische Haushalte...

DWN
Politik
Politik Zukunft Deutschland: Jugendliche immer pessimistischer - Zuversicht sinkt drastisch
31.03.2026

Junge Menschen blicken zunehmend skeptisch auf ihre Heimat. Das zeigt eine aktuelle Sinus-Jugendstudie im Auftrag der Barmer Krankenkasse....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg setzt Märkte unter Druck: Warum Ölpreise steigen und Aktien fallen
31.03.2026

Ein Monat nach Beginn des Iran-Kriegs geraten Finanzmärkte, Aktien und Energiepreise weltweit unter spürbaren Druck. Welche konkreten...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Volkswagen Rüstungsindustrie: Warum der Autobauer auf Waffen setzt
31.03.2026

Volkswagen steht vor einem historischen Kurswechsel und prüft den Einstieg in die Rüstungsproduktion. Was als Rettung für Arbeitsplätze...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Syrische Fachkräfte: Stütze für den deutschen Arbeitsmarkt
31.03.2026

Syrer sind für Deutschland zum unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor geworden. Laut Bundesagentur für Arbeit leisten bereits 320.000 syrische...

DWN
Panorama
Panorama Sparsames Osterfest: Fast jeder Zweite plant geringere Ausgaben
31.03.2026

Die Kauflaune der Deutschen erfährt zum Osterfest einen deutlichen Dämpfer. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage plant mit 40 Prozent ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft US-Börsen geraten unter Druck: Welche Chancen Anleger jetzt nutzen können
31.03.2026

Geopolitische Spannungen belasten die US-Börsen und verschieben die Kräfteverhältnisse an den Finanzmärkten spürbar. Welche Dynamiken...