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Chipmangel in China bremst Volkswagen beim Absatz

Lesezeit: 2 min
16.07.2021 12:29  Aktualisiert: 16.07.2021 12:29
Die Chip-Krise hinterlässt erste Bremsspuren in den Auslieferungen von Volkswagen.
Chipmangel in China bremst Volkswagen beim Absatz
Ein Mann wartet am Volkswagen-Stand auf der Los Angeles Auto Show auf den Beginn einer Pressekonferenz. (Foto: dpa)
Foto: Jae C. Hong

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Die Chip-Krise hinterlässt erste Bremsspuren in den Auslieferungen von Volkswagen. Die Wolfsburger brachten im Juni weltweit zwar erneut mehr Fahrzeuge zu den Kunden. Das Wachstum gegenüber dem Corona-bedingt schwachen Vorjahr ließ aber deutlich nach. Im vergangenen Monat seien mit 856.300 Fahrzeugen 6,5 Prozent mehr Autos, Lastwagen und Busse ausgeliefert worden als vor Jahresfrist, teilte der Konzern am Freitag mit. Im Mai hatte der Absatz noch um gut 40 Prozent zugelegt. Grund für das schwächere Wachstum im Juni war ein herber Rückgang der Auslieferungen um gut ein Fünftel in China. Auf seinem wichtigsten Markt ist Volkswagen besonders stark von der Chip-Knappheit betroffen.

Der weltweit zweitgrößte Autokonzern hatte vergangene Woche erst mitgeteilt, der Engpass an Halbleitern habe sich verschoben und werde eher zu Beeinträchtigungen im zweiten Halbjahr führen. Damit zeichnet sich ab, dass der Chipmangel den Autobauer länger in Atem halten dürfte. Volkswagen hat in den vergangenen Monaten - wie andere Autohersteller auch - wegen fehlender elektronischer Bauteile schon mehrfach die Produktionsbänder in einigen Werken anhalten müssen und Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Inzwischen läuft zwar die Produktion in einer vom Wintersturm lahmgelegten Halbleiterfabrik im US-Bundesstaat Texas und bei Renesas in Japan wieder. Dagegen häufen sich nun in Südostasien die Probleme: In Malaysia und Taiwan, beides wichtige Standorte in der Halbleiterfertigung, komme es wegen der Pandemie vermehrt zu Produktionsstillständen bei den dort ansässigen Herstellern, sagte VW-Manager Heiner Lanze. Er leitet die Taskforce, die die Versorgung des Konzerns mit Chips sicherstellen soll. Aktuell besonders stark betroffen sei Malaysia: „Praktisch alle Halbleiterhersteller haben dort Produktionsstillstände.“

Die Folgen für die Produktion seien schwer vorherzusagen. Konzernchef Herbert Diess hatte erst im Frühjahr von etwa 100.000 Fahrzeugen gesprochen, die wegen des Halbleitermangels nicht hätten produziert werden können. Beschaffungsvorstand Murat Aksel sagte unlängst einer Zeitung, Chips blieben vermutlich eine längere Zeit knapp. „Wir stehen vor den härtesten sechs Wochen.“ Dennoch hält Volkswagen an dem Ziel fest, die Auslieferungen des Vorjahres zu übertreffen. Man habe einen Aufholplan, heißt es.

Damit ist das strukturelle Problem aber nicht gelöst. Die Automobilindustrie spielt für die großen Chiphersteller im Vergleich zur Unterhaltungselektronik und großen Abnehmern aus der Telekommunikationbranche nur eine eher untergeordnete Rolle. Es fehlten Produktionskapazitäten für Auto-Chips, sagt Lanze. „Unserer Industrie fehlen zurzeit in Summe rund zehn Prozent an Kapazität. Wenn wir ein Prozent von der Konsumgüterindustrie bekommen würden, wäre unser Problem gelöst.“

Der Bau eines neuen Chipwerks würde jedoch zwei bis drei Jahre dauern und zehn bis 20 Milliarden Euro kosten. Helfen könnte laut Lanze eine Neugewichtung der Liefer-Prioritäten durch die Chipindustrie. „Wenn wir eine Repriorisierung für die Automobilindustrie erreichen würden, hätten wir viel geschafft. Denn die Autoindustrie steht für eine große Wertschöpfung pro Chip.“ Die würde verloren gehen, wenn Fahrzeuge wegen fehlender Chips nicht produziert werden könnten.

In den ersten sechs Monaten lieferte der VW-Konzern weltweit knapp fünf Millionen Fahrzeuge der verschiedenen Pkw- und Nutzfahrzeugmarken zu den Kunden, 28 Prozent mehr als im von Lockdowns zur Eindämmung der Pandemie geprägten Vorjahreszeitraum. Angeschoben wurde der Absatz vor allem durch hohe Zuwächse in Westeuropa (plus 31 Prozent) sowie Nord- und Südamerika (je plus 45 Prozent). In China steigerte Volkswagen die Auslieferungen im ersten Halbjahr um 16 Prozent.

 


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