Finanzen

Schnäppchenjagd hat begonnen: Goldpreis sackt zeitweise unter 1.700 US-Dollar

Die rasante Talfahrt beim Goldpreis dauert an. In der Nacht zum Montag rutschte der Preis für eine Feinunze Gold erstmals seit mehr als vier Monaten unter die Marke von 1.700 US-Dollar. „Schnäppchenjäger haben den niedrigen Preis zum Wiedereinstieg genutzt“, sagten Edelmetallhändler von Heraeus.
09.08.2021 16:06
Lesezeit: 1 min
Schnäppchenjagd hat begonnen: Goldpreis sackt zeitweise unter 1.700 US-Dollar
Gold-Barren mit verschiedenen Gewichten liegen auf internationlen Geldscheinen. (Foto: dpa) Foto: Wolfgang Hartmann

Der Goldpreis hat seine jüngsten Kursverluste zum Wochenstart mit einer zunächst rasanten Talfahrt ausgeweitet. Auslöser für den Preisrutsch ist eine Stärke des US-Dollar nach unerwartet starken Daten vom US-Arbeitsmarkt. Der überraschend gut ausgefallene Arbeitsmarktbericht verstärkte an den Finanzmärkten die Spekulation auf einen Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed.

Als Folge der Dollar-Stärke verteuerten sich die meist in Dollar gehandelten Edelmetalle Gold und Silber in Ländern außerhalb des Dollarraums, was seit Freitag die Nachfrage bremst und die Notierungen zu Beginn der Woche weiter belastet hat. In der Nacht zum Montag rutschte der Preis für eine Feinunze Gold (rund 31,1 Gramm) erstmals seit mehr als vier Monaten unter die Marke von 1.700 US-Dollar. Zeitweise wurde für das Edelmetall an der Börse in London nur noch 1.690 Dollar bezahlt. Derzeit gibt es laut „Bloomberg“ keinen Grund, um bei Gold optimistisch zu sein.

Innerhalb von zwei Handelstagen ist der Goldpreis damit zeitweise etwa 100 Dollar gefallen. Vermutlich haben einige größere Investoren sich direkt zum Wochenstart von Gold-Positionen trennen wollen, hieß es aus dem Handel. Dafür spricht auch, dass der Goldpreis im Verlauf des Morgens den Einbruch zum größten Teil wettmachen konnte, so dass die Feinunze am Vormittag wieder zu 1.745 Dollar gehandelt wurde.

Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich auch beim Silberpreis. Auch hier erfolgte in der Nacht ein starker Einbruch und die Notierung für eine Feinunze sackte bis auf 22,63 Dollar ab und damit auf den tiefsten Stand seit November 2020. Der Silberpreis konnte sich am Vormittag ebenfalls erholen, auf zuletzt 23,87 Dollar.

Der Preisrückgang beim Gold könnte zudem durch technisch bedingte Anschlussverkäufe verstärkt worden sein, nachdem die Marke von 1.790 Dollar unterschritten wurde, erklärte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank den Kurseinbruch am Morgen. Diese Marke habe bei Preisrückgängen in den vergangenen vier Wochen mehrmals einen Tiefpunkt darstellte.

Am Markt wurde die Preiserholung am Vormittag aber grundsätzlich auch mit günstigen Einstiegskursen erklärt. „Schnäppchenjäger haben den niedrigen Preis zum Wiedereinstieg genutzt“, sagten Edelmetallhändler von Heraeus.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Aktien unter Druck und Renditen steigen an turbulentem Handelstag
09.09.2026

Erfahren Sie, welche geopolitischen Ereignisse und überraschenden Kursbewegungen die Wall Street heute in Atem hielten.

DWN
Politik
Politik Chinas plötzliche Ölwende nach ungewöhnlichem Preisgefälle
09.09.2026

Der Ölpreis steigt nach neuen Spannungen am Persischen Golf. Gleichzeitig erhöht China wieder seine Rohölimporte und exportiert mehr...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzins-Prognose: Lagarde droht der Fehler von 2011
09.09.2026

Die nächste Zinserhöhung der EZB gilt beinahe als ausgemacht. Doch ausgerechnet die Erfahrung von 2011 zeigt, wie riskant ein solcher...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ist Axelera AI Europas Antwort auf Nvidia? Gründer Fabrizio Del Maffeo fürchtet, dass der Kontinent wieder denselben Fehler macht
09.09.2026

Europa mangelt es weder an Forschern, Ingenieuren noch an guten Ideen, meint Fabrizio Del Maffeo. Das Problem entsteht, wenn daraus große...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Carlsberg setzt auf Pepsi: Bier allein reicht nicht mehr
09.09.2026

Bei Carlsberg steht ausgerechnet eine amerikanische Limonade inzwischen vor der eigenen Kernmarke. Pepsi ist zum zweitgrößten Brand des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zollstreit zwischen USA und Kanada eröffnet deutschen Firmen neue Chancen
09.09.2026

Der Zollstreit zwischen den USA und Kanada spitzt sich zu und zwingt Ottawa zur wirtschaftlichen Neuorientierung. Deutsche Unternehmen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gefährliche Mängel: Rund 20 Prozent der Nutzfahrzeuge fallen beim TÜV durch
09.09.2026

Fast 3,9 Millionen Nutzfahrzeuge sind in Deutschland angemeldet. Das Durchschnittsalter ist in den vergangenen Jahren gestiegen – mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Salus-Aktie: Dieser Börsenstar muss sein Wachstum erst beweisen
09.09.2026

Mehr als 2.000 Prozent Rendite in zehn Jahren, stark steigende Gewinne und eine beeindruckende Übernahmebilanz: Die Salus-Aktie gehört zu...