Deutschland

Grüne wehren sich gegen Anti-Grünen-Plakate

Die Grünen wehren sich gegen eine massive Anti-Grünen-Wahlkampagne.
11.08.2021 16:53
Aktualisiert: 11.08.2021 16:53
Lesezeit: 2 min
Grüne wehren sich gegen Anti-Grünen-Plakate
Ein Plakat der Kampagne Grüner Mist. (Screenshot: YouTube)

In verschiedenen Großstädten Deutschlands sind seit wenigen Tagen große Plakate zu sehen, die Stimmung gegen die Partei machen. Sie sehen auf den ersten Blick aus wie Plakate der Partei: Grüner Hintergrund und Sonnenblumen - die allerdings den Kopf hängen lassen. Versehen sind sie mit Wörtern wie «Wohlstandsvernichtung», «Klimasozialismus» oder «Ökoterror».

Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sprach von einer «rechten Schmutzkampagne» «AfD-naher Akteure mit dubioser Finanzierung». Rechtlich könne man nichts dagegen tun, schrieb er in einer Email an Unterstützer der Partei. Die Angst der Rechten sei spürbar. Aber man lasse sich davon keinen Millimeter zurückdrängen und werde im Gegenteil doppelt so hart kämpfen, doppelt so viele Plakate aufhängen und an doppelt so vielen Türen klopfen. «Keine Fake News Kampagne, keine gefälschten Zitate oder Bilder, keine rechte Desinformation, kein noch so schmutziger Wahlkampf wird uns aufhalten», schrieb Kellner.

Hinter der Kampagne steckt die Hamburger Firma «Conservare Communication GmbH», wie deren Inhaber und Geschäftsführer, der Ex-CSUler und nach eigenen Angaben jetzt parteilose David Bendels der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Es handele sich um eine «zugespitzte "Anti-Grünen"-Kampagne». «Wir hoffen, dass wir vielen Wahlberechtigten verdeutlichen können, dass von den Grünen eine massive Gefahr für Deutschland ausgeht.»

Bendels ist auch Vorsitzender des rechtskonservativen «Vereins zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten». Dieser hatte in der Vergangenheit in mehreren Wahlkämpfen Plakate und Broschüren produziert, die zur Wahl der AfD aufriefen. Die AfD hatte laut Parteichef Jörg Meuthen Klage gegen den Verein eingereicht. Meuthen hatte betont: «Wir sagen: Wir kommen da in ein Fahrwasser rein, wo man uns den Vorwurf macht, das wäre illegale Parteienfinanzierung.»

Mit der jetzigen Kampagne hat der Verein laut Bendels nichts zu tun. Sie stehe auch «in keinerlei Zusammenhang mit der AfD».

AfD-Sprecher Peter Rohling sagte der dpa auf Anfrage, es gebe «keinerlei Verbindung zwischen der AfD und der in Rede stehenden Anti-Grünen-Kampagne». Die Partei trete für Positionen ein, die jenen der Grünen diametral entgegenstünden. «Deshalb warnen wir auch vor einer Wahl der Grünen in die nächste Bundesregierung. Eine Negativ-Kampagne Dritter benötigen wir nicht dazu.»

Bendels Angaben zufolge wurden deutschlandweit in mehr als 50 Großstädten mehrere Tausend Plakate gegen die Grünen platziert, zu den Kosten und zu möglichen Geldgebern äußerte er sich nicht.

Mehr zum Thema:

Die Grünen, Lauterbach und das EU-Klimapaket: Geht Deutschland einer Öko-Diktatur entgegen?

Schröder spricht Klartext: Grüne forcieren De-Industrialisierung Deutschlands, bedrohen Millionen von Arbeitsplätzen

Grüne bauen Parallelstrukturen in Bundeswehr und Polizei auf

Bundestagswahl: Der digital-finanzielle Komplex setzt auf die Grünen

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien steigen kräftig, während die Ölpreise sinken
21.09.2026

Ein ereignisreicher Handelstag bringt überraschende Bewegungen in die globalen Finanzmärkte.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes GLC im Test: Elektrisch ist er endlich so, wie er sein muss
21.09.2026

Der elektrische Mercedes GLC 400 4Matic bringt fast 500 PS, viel Komfort, hohe Ladeleistung und einen überraschend moderaten Verbrauch. Im...

DWN
Politik
Politik Blackrock-Vize: Europa braucht vier Schlüssel gegen die USA-Abhängigkeit
21.09.2026

Philipp Hildebrand, Vizechef von Blackrock und früherer Schweizer Notenbankchef, sieht in der KI-Entwicklung eine historische Chance. Der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nestlé Russland: Kreml übernimmt Kontrolle über deutsche Beteiligungen
21.09.2026

Putin greift erneut auf das Vermögen eines westlichen Großkonzerns zu. Diesmal trifft es Nestlé und auch Beteiligungen der Nestlé...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ruhestand vorbereiten: Warum Männer nach der Karriere in die Krise geraten
21.09.2026

34 Jahre lang bestimmte der Terminkalender sein Leben. Dann war Anders Kretzschmar plötzlich Rentner und musste erst lernen, selbst über...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Holyvolt: Was das Batterie-Startup von Elon Musk gelernt hat
21.09.2026

Holyvolt will schaffen, woran andere Batterieprojekte gescheitert sind: Produktion skalieren, Kosten beherrschen und zugleich eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Umfrage: Bürokratie ist Standortproblem Nummer eins in Deutschland
21.09.2026

Bürokratie gilt für deutsche Unternehmen als größtes Standortproblem und übertrifft Energie- sowie Arbeitskosten deutlich. Eine...

DWN
Politik
Politik AfD vorn, CDU draußen: Wie es jetzt in Mecklenburg-Vorpommern weitergeht
21.09.2026

Ein dramatischer Wahlabend stellt Mecklenburg-Vorpommern politisch neu auf. Während AfD und SPD das Rennen bestimmen, entscheiden...