Politik

USA warnen vor der Entstehung einer Corona-RAF gegen den Staat

Das US-Ministerium für innere Sicherheit warnt davor, dass Extremisten und Terroristen das Aufkommen neuer Virus-Varianten und die Wiedereinführung von Einschränkungen dazu nutzen könnten, Anschläge gegen Regierungseinrichtungen auszuführen. Eine besonders große Rolle würden auch „Verschwörungstheorien“ spielen, die in den sozialen Medien verbreitet werden. Zuvor hatte Markus Söder vor einer Corona-RAF gewarnt.
14.08.2021 20:00
Aktualisiert: 14.08.2021 20:00
Lesezeit: 1 min

Das US-Heimatschutzministerium (DHS) (Ministerium für Innere Sicherheit der USA) führt in einer aktualisierten Version der Zusammenfassung der nationalen Bedrohungen aus, dass Extremisten die Corona-Pandemie dazu nutzen könnten, um Angriffe gegen Regierungseinrichtungen auszuführen.

„Bis zum Ende des Jahres 2021 werden rassistisch oder ethnisch motivierte gewalttätige Extremisten (RMVEs) und regierungsfeindliche/autoritätsfeindliche gewalttätige Extremisten eine nationale Bedrohungspriorität für die USA bleiben. Diese Extremisten könnten versuchen, das Aufkommen von Corona-Varianten auszunutzen, indem sie die mögliche Wiedereinführung von Einschränkungen (...) in den USA als Grund für die Durchführung von Angriffen betrachten. Pandemiebedingte Stressfaktoren haben zu erhöhten gesellschaftlichen Belastungen und Spannungen beigetragen, die mehrere Verschwörungen von einheimischen gewalttätigen Extremisten vorangetrieben haben. Dies könnte im aktuellen Jahr zu mehr Gewalt führen“, so das DHS.

Weiterhin heißt es: „Die Strafverfolgungsbehörden haben Bedenken darüber geäußert, dass die breitere Verbreitung falscher Narrative und Verschwörungstheorien in Mainstream-Umgebungen an Bedeutung gewinnen wird, was dazu führt, dass Einzelpersonen oder kleine Gruppen gewalttätige Taktiken anwenden, um ihre gewünschten Ziele zu erreichen. Angesichts einer Vielzahl von Bedrohungen befürchtet das DHS, dass an einigen Orten vermehrte Gewaltausbrüche sowie gezielte Angriffe auf die Strafverfolgungsbehörden die lokalen Ressourcen belasten können.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte bereits im Januar 2021 der „Welt am Sonntag“ mit Blick auf die gewaltsamen Ereignisse in Washington:

„Aus bösen Gedanken werden böse Worte und irgendwann auch böse Taten. Deswegen müssen wir auch in Deutschland nicht nur die Sicherheitsmaßnahmen für die demokratischen Institutionen verbessern, sondern grundlegend die sektenähnliche Bewegung der Querdenker und anderer vergleichbarer Gruppierungen in den Blick nehmen.“ Dabei müsse der Verfassungsschutz eine zentrale Rolle spielen. „Auch wenn die Umfragewerte der AfD sinken, besteht die Gefahr, dass sich aus ihrem Umfeld heraus in Deutschland ein Corona-Mob oder eine Art Corona-RAF bilden könnte, die zunehmend aggressiver und sogar gewalttätig werden könnte.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis bei 10.000 US-Dollar? Warum Analysten einen historischen Durchbruch erwarten

Gold gilt seit jeher als sicherer Hafen, doch die aktuelle Debatte wirkt anders. Steigende globale Verschuldung, anhaltende Inflation und...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bundesagentur für Arbeit: Ohne Zuwanderung kein Wachstum für den Arbeitsmarkt in Deutschland
27.01.2026

Ausländische Arbeitskräfte tragen Deutschlands Beschäftigungswachstum, während die Zahl deutscher Erwerbstätiger sinkt. Neue Daten...

DWN
Technologie
Technologie Solarausbau stockt: Weniger neue Photovoltaik auf deutschen Dächern – Ausbauziele in weiter Ferne
27.01.2026

Der Solarausbau in Deutschland verliert spürbar an Tempo. Neue Zahlen zeigen deutliche Rückgänge bei Installationen auf Hausdächern und...

DWN
Politik
Politik Sozialstaat vor Reform: Weniger Bürokratie, mehr Effizienz und mehr Bürgernähe – es bleiben Fragen
27.01.2026

Der deutsche Sozialstaat steht vor einer tiefgreifenden Neuordnung. Weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung und klare Zuständigkeiten...

DWN
Finanzen
Finanzen SAP-Aktie vor Zahlen: Analysten erwarten solides Wachstum – jetzt SAP-Aktie kaufen?
27.01.2026

Die SAP-Aktie steht vor entscheidenden Tagen: Am Donnerstag legt der Softwarekonzern Zahlen vor, bereits jetzt treffen Cloud-Dynamik und...

DWN
Politik
Politik Verteidigungsminister Pistorius: Gemeinsame Grönland-Mission der Nato auf gutem Weg
27.01.2026

Eine mögliche Grönland-Mission der Nato gewinnt erneut an Dynamik. Gespräche laufen, militärische Interessen sind klar benannt, doch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Indien-Handelsabkommen: Neue Freihandelszone mit globaler Wirkung
27.01.2026

Die Europäische Union und Indien stehen vor einem wirtschaftspolitischen Wendepunkt. Ein neues Handelsabkommen verspricht enorme Chancen...

DWN
Finanzen
Finanzen Rechnung falsch, Steuer weg? Wie Formfehler zur Umsatzsteuer- und Vorsteuerfalle werden
27.01.2026

Formale Fehler auf Rechnungen kosten Unternehmen jedes Jahr Millionen – oft völlig unnötig. Drei typische Stolperfallen, die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bahnchefin Palla räumt in der Konzernleitung auf: Einsparungen im Volumen von 500 Millionen Euro
27.01.2026

Die Deutsche Bahn steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Neue Sparpläne, harte Entscheidungen und klare Prioritäten prägen den Kurs der...