Deutschland

Studie: Die Lohnstückkosten werden 2021 und 2022 sinken

Aus einer Studie geht hervor, dass die Lohnstückkosten mit dem Abebben der Corona-Krise sinken werden.
18.08.2021 11:03
Aktualisiert: 18.08.2021 11:03
Lesezeit: 1 min
Studie: Die Lohnstückkosten werden 2021 und 2022 sinken
Monteur Marcel arbeitet im Werk zwei des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen an ein Getriebe für Lastwagen, das ZF Traxon nennt. (Foto: dpa) Foto: Felix Kästle

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) erwartet mit dem Abebben der Virus-Krise sinkende Lohnstückkosten für die deutsche Wirtschaft. Dieses Verhältnis von Arbeitskosten zur Produktivität dürfte 2021 im Jahresdurchschnitt 2021 um 2,1 Prozent sinken und 2022 um weitere 1,2 Prozent, heißt es am Mittwoch in einer Studie der gewerkschaftsnahen Forscherinnen und Forscher. Im Corona-Jahr 2020 waren die Lohnstückkosten - die berücksichtigen, wie viel in einer Stunde produziert wird - deutlich um 4,2 Prozent gestiegen. Grund war laut IMK, dass die Produktivität durch den zeitweiligen Zusammenbruch von Lieferketten und bei mehreren Millionen Kurzarbeitenden nachließ.

„Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist ungebrochen hoch“, zitiert Reuters den IMK-Arbeitsmarktexperten Alexander Herzog-Stein dennoch. „Und unterstützt durch eine engagierte Anti-Krisen-Politik ist sie stark genug, eine Ausnahmesituation wie die Corona-Pandemie ohne große Verwerfungen durchzustehen.“

Die Fachleute verwiesen darauf, dass sich die Arbeitskosten der deutschen Wirtschaft auch während der Virus-Pandemie stabil entwickelten. 2020 seien sie um 2,3 Prozent gestiegen und damit etwas schwächer als 2019 mit 2,4 Prozent. Trotz der weit verbreiteten Kurzarbeit und der im internationalen Vergleich relativ geringen Beschäftigungsverluste sei der Zuwachs auch niedriger als im Durchschnitt von EU (2,7 Prozent) und Euro-Raum (2,6 Prozent). „Damit rangiert die Bundesrepublik bei den Arbeitskosten für die private Wirtschaft weiterhin im oberen Mittelfeld Westeuropas“ – 2020 auf Position sieben im EU-Vergleich, nach Rang sechs im 2019.

Zu den Arbeitskosten zählen neben dem Bruttolohn die Arbeitgeberanteile an den Sozialbeiträgen, Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung sowie als Arbeitskosten geltende Steuern.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Die Firmen hinter den Casino-Webseiten: Wie groß ist das Netzwerk wirklich?

Wer ein Online Casino besucht, sieht zunächst eine eigenständige Marke. Eigener Name, eigene Webseite, andere Bonusangebote und teilweise...

DWN
Politik
Politik Analyse: Das ist Russlands Raketenbedrohung für die Ukraine
21.08.2026

Russland produziert inzwischen so viel mehr ballistische Raketen, dass im Winter mehrere Großangriffe mit bis zu 200 Raketen auf einmal...

DWN
Politik
Politik Wahlumfrage Sachsen-Anhalt: Steht die AfD vor einem Wahlsieg? So blickt das Ausland auf Sachsen-Anhalt
21.08.2026

Was bedeutet ein möglicher AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt für Deutschland und Europa? Kommentatoren aus mehreren Nachbarländern sehen...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie man ein Portfolio zusammenstellt, das jeden Monat viertausend Dollar an Dividenden einbringt
21.08.2026

Die Größe eines Portfolios, das einem Anleger jährlich 48.000 Dollar an Dividenden einbringt, hängt in erster Linie von der gewählten...

DWN
Finanzen
Finanzen Anleiherenditen schockieren die Märkte und Griechenland schlägt die USA
21.08.2026

Deutschland galt lange als nahezu unangreifbarer Schuldner, doch nun steigen seine Finanzierungskosten kräftig. Gleichzeitig zahlt...

DWN
Politik
Politik E-Auto-Förderung: Deutsche Hersteller zahlen, chinesische Hersteller profitieren
21.08.2026

Milliarden für die Verkehrswende, Rabatte für Käufer und Rekordwachstum bei Elektroautos: Die Förderung scheint zu wirken. Gleichzeitig...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 39: Die Woche im Rückblick – KW 34
21.08.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gasspeicher auf Rekordtief: Reicht das Gas?
21.08.2026

Deutschlands Gasspeicher sind so leer wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Obwohl die Bundesregierung keine Mangellage erwartet, warnen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Elektroindustrie steigert Exporte trotz US-Handelsstreit
21.08.2026

Die deutsche Elektroindustrie trotzt dem Handelsstreit mit den USA und steigert ihre Ausfuhren kräftig. Besonders im Juni beschleunigte...