Deutschland

Finanzministerium: Urteil zu Steuernachforderungen wird Staat hohe Millionen-Beträge kosten

Das Bundesfinanzministerium damit, dass das Verfassungsgerichtsurteil zu überhöhten Zinsen auf Steuernachforderungen die Staatskasse zusätzlich belasten wird.
20.08.2021 15:24
Aktualisiert: 20.08.2021 15:24
Lesezeit: 1 min
Finanzministerium: Urteil zu Steuernachforderungen wird Staat hohe Millionen-Beträge kosten
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, nimmt zu Beginn der 154. Sitzung des Bundestags seine Aktentasche hoch. (Foto: dpa) Foto: Michael Kappeler

Das Bundesfinanzministerium rechnet nach dem Verfassungsgerichtsurteil zu überhöhten Zinsen auf Steuernachforderungen mit Belastungen von deutlich unter einer Milliarde Euro. Das sagte ein Sprecher des SPD-geführten Ministeriums am Freitag zu Reuters. Ein anderer Sprecher sagte bei der Regierungs-Pressekonferenz in Berlin, die Auswirkungen seien noch nicht belastbar zu schätzen, weil dies von der konkreten Ausgestaltung der Gesetzesänderung abhänge. Betroffen seien Bund und Länder.

Nach dem Urteil aus dieser Woche müssen Finanzämter ihre Zinsen auf Steuernachforderungen senken. Bislang liegen sie bei sechs Prozent im Jahr. Bund und Länder haben nun bis zum 31. Juli 2022 Zeit, eine Neuregelung zu finden. Der Zins von sechs Prozent im Jahr wurde 1961 eingeführt und ist seit fast 60 Jahren unverändert. Der Staat nimmt durch die Verzugszinsen etwa eine Milliarde Euro pro Jahr ein.

Einem „Spiegel“-Bericht zufolge fürchtet das Bundesfinanzministerium weitere Belastungen von womöglich gut 30 Milliarden Euro wegen ebenfalls hoher Zinsen auf Pensionsrückstellungen von Unternehmen. Hier werde mit Klagen gerechnet, so das Magazin. „Firmen dürften dann größere Beträge steuerlich geltend machen, das würde die Unternehmensgewinne schmälern und zu geringeren Steuereinnahmen für Bund und Länder führen.“ Der Sprecher des Finanzministeriums dementierte die Zahl und verwies darauf, dass es nur zu den Steuernachforderungen ein Urteil gebe.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kennzeichnung im Produktionstempo: Wie Brady die Industrie neu taktet

Produktionslinien laufen schneller denn je, doch die Rückverfolgbarkeit hinkt oft hinterher. Brady setzt genau hier an und zeigt, wie sich...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street im Aufwind durch nachlassende Iran-Spannungen und schwächere Inflationsdaten
14.04.2026

Überraschende Entwicklungen abseits des Handelsparketts sorgen für neuen Schwung an den Finanzmärkten. Erfahren Sie, welche Faktoren die...

DWN
Politik
Politik Tabaksteuer-Erhöhung finanziert Entlastungsprämie 2026: Doch nicht nur Raucher gehen bei der Ausgleichprämie leer aus
14.04.2026

Günstigeres Tanken und eine 1.000-Euro-Prämie: Doch die Entlastungen kommen noch längst nicht bei den Bürgern an. Auch werden viele...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienmarkt: Bau-Reform mit einem erweitertem Vorkaufsrecht der Kommunen für Grundstücke geplant
14.04.2026

Die Bundesregierung plant eine Reform des Baurechts, das den Kommunen deutlich mehr Eingriffsmöglichkeiten als bisher auf dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Anthropic-Manager Guillaume Princen über den Wettbewerb mit OpenAI und den Konflikt mit Trump
14.04.2026

Der Wettbewerb im KI-Markt spitzt sich zu: Anthropic, das Unternehmen hinter dem populären KI-Assistenten Claude, fordert den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Debatte um den Bitcoin-Erfinder: Steckt Adam Back hinter Satoshi Nakamoto?
14.04.2026

Die Debatte um die Identität des Bitcoin-Erfinders gewinnt neue Dynamik, nachdem eine umfassende Recherche einen konkreten Namen in den...

DWN
Politik
Politik Debatte um EU-Wettbewerbsfonds: Milliarden für Schlüsselindustrien geplant
14.04.2026

Die EU plant mit dem EU-Wettbewerbsfonds einen milliardenschweren Fonds, um ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China zu...

DWN
Politik
Politik Teuer und ineffizient: CDU-Generalsekretär Linnemann will Krankenkassen streichen
14.04.2026

CDU-Generalsekretär Linnemann fordert weniger Krankenkassen. Warum er weniger Kassen für ausreichend hält und welche Reformen er noch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Krankenstatistik im Unternehmen: Wie Sie Fehlzeiten auswerten – mit und ohne Software
14.04.2026

Fehlzeiten sind eine betriebswirtschaftliche Größe und keine bloße HR-Kennzahl. Wer Fehlzeiten korrekt definiert, strukturell auswertet...