Deutschland

Zahl der Firmenpleiten fällt auf Rekordtief

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im August weiter deutlich gefallen. Hintergrund sind massive staatliche Unterstützungsmaßnahmen.
07.09.2021 11:54
Aktualisiert: 07.09.2021 11:54
Lesezeit: 1 min

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist einer Studie zufolge im August ungeachtet der Corona-Pandemie auf einen Tiefstand gefallen. Nur noch 570 Personen- und Kapitalgesellschaften wurden als insolvent gemeldet, wie das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Dienstag zu seiner Untersuchung mitteilte. Das seien elf Prozent weniger als im Vormonat und 15 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Daten basieren unter anderem auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte und Unternehmensbilanzen.

"Aufgrund staatlicher Stützungsmaßnahmen spiegeln die anhaltend niedrigen Insolvenzzahlen nicht das tatsächliche Insolvenzgeschehen wider", sagte IWH-Experte Steffen Müller. Zwar trage die gute wirtschaftliche Entwicklung zur entspannten Situation bei. Allerdings hätten selbst in der lang anhaltenden Boomphase zwischen 2010 und 2018 immerhin etwa 1000 Personen- und Kapitalgesellschaften monatlich den Gang zum Insolvenzgericht angetreten.

Staatliche Unterstützungsmaßnahmen gehörten nun zügig auf den Prüfstand. So sei das besonders großzügige Kurzarbeitergeld bei Ausbruch der Pandemie zwar wichtig für die Stabilisierung der Wirtschaft gewesen. "Derzeit wird es aber noch immer undifferenziert auch für gescheiterte Unternehmen in Branchen gezahlt, die von der Pandemie nicht betroffen sind und einen Boom erleben", so das IWH. "Das verhindert Strukturwandel und gefährdet Innovation und wirtschaftliche Entwicklung."

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