Politik

Warnung an Indien: China führt Militärmanöver in Tibet durch

Im Militärbezirk Tibet hat die chinesische Armee eine spezielle Militärübung im Himalaya-Gebirge durchgeführt. Die Übung wurde offen als Warnung an Indien artikuliert.
08.09.2021 15:17
Aktualisiert: 08.09.2021 15:17
Lesezeit: 1 min
Warnung an Indien: China führt Militärmanöver in Tibet durch
30.07.2017, China, Zhurihe: Das Foto, herausgegeben von der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua, zeigt Mitglieder der Volksbefreiungsarmee, die für die Militärparade zum 90. Geburtstag der Volksbefreiungsarmee auf der Zhurihe Trainings-Basis 400 Kilometer nordwestlich von Peking, eine Fahne hissen. (Foto: dpa) Foto: Pang Xinglei

Die chinesische Armee (PLA) hat in der Region Tibet eine Militärübung durchgeführt. Im Rahmen der Übung wurden Drohnen abgeschossen, Ziele mit Haubitzen anvisiert und auch Kampfjets kamen zum Einsatz. Es wurde auch geprobt, wie feindliche Kommandozentrale in einer Höhe von 4.700 Metern (15.400 Fuß) besetzt wird, berichtet die „South China Morning Post“ (SCMP).

„Die Übung umfasste Infanterie, Artillerie, Armeeluftfahrt, Spezialeinsatzkräfte, elektronische Kriegsführung, Ingenieure und chemische Verteidigungseinheiten“, heißt es auf der Webseite „PLA Daily“.

In dem offiziellen Video zur Übung wird der Eindruck erweckt, dass es sich bei den abgeschossenen Drohnen um indische Drohnen handelt. „Es ist ganz klar, dass der simulierte Feind der PLA bei diesen gemeinsamen Übungen mit mehreren Einheiten ihr indisches Gegenstück im Himalaya ist“, so der ehemalige PLA-Ausbilder Song Zhongping. Das Filmmaterial zeigt neue Waffen, darunter das Mehrfachstartraketensystem vom Typ PHL-03 und die fahrzeugmontierten Haubitzen PCL-181.

Zhou Chenming, ein Forscher des militärischen Wissenschafts- und Technologieinstituts Yuan Wang in Peking, sagte, das indische Militär habe Spionagedrohnen zur Aufklärung über chinesischem Territorium eingesetzt, so dass Übungen zur Simulation solcher Einfälle in das reguläre Training in Tibet integriert wurden. „Die PLA hat einen militärischen Vorteil, wenn sie sich den Herausforderungen ihres indischen Gegenstücks stellt, aber die PLA will nicht mit Indien kämpfen“, sagte Zhou. „Indien ist ein großer Handelspartner Chinas, und China braucht den indischen Markt. Die Übung ist also nur eine Warnung an die indische Seite.“

Zhao Xianfu, ein Brigadekommandeur des tibetischen Militärbezirks, wörtlich: „Wir wollen unsere neue Ausrüstung und die schnelle Reaktion, Mobilität und Integration in gemeinsamer Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Kampfeinheiten im echten Kampf testen. Unser nächster Schritt besteht darin, neue Ansätze für den Kampf unter Extrembedingungen in den Höhenlagen zu erforschen, um die Transformation und Entwicklung der Militärregion weiter voranzutreiben.“

Indiens oberster Militärbefehlshaber Bipin Rawat meinte im Dezember 2020, dass der angespannte Grenzstreit mit den chinesischen Streitkräften im westlichen Himalaya einen größeren Konflikt auslösen könnte. Bei einem derartigen Konflikt würde Indien auf die Unterstützung der USA setzen (Mehr HIER). Indien und China militarisieren die Region um das Himalaya-Gebirge, um sich für einen möglichen Konflikt zu wappnen (Mehr HIER).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft VW-Aktie unter Druck: Der 60-Milliarden-Plan gegen die Absatzkrise
16.02.2026

Es ist eine Summe, die die gesamte Branche aufhorchen lässt: Mit einem neuen 60-Milliarden-Euro-Sparprogramm will VW das Ruder...

DWN
Politik
Politik Europas nukleares Dilemma: Zwischen Paris und Washington
16.02.2026

Wirtschaftlich ist Europa ein Riese, militärisch jedoch – gerade im nuklearen Bereich – noch immer ein Juniorpartner der USA. Kanzler...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI als Jobkiller? Wo Unternehmen zukünftig wieder Personal einstellen
16.02.2026

Mit KI Kosten und Personal sparen scheint für viele Unternehmen die Sparmaßnahme Nummer Eins zu werden – vor allem im Bereich...

DWN
Politik
Politik Europäischer Atomschirm kann die NATO in Stücke sprengen
16.02.2026

In München treiben Frankreich, Großbritannien und Deutschland Gespräche über eine europäische Atomschirm voran, doch der dänische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russlands Leitzins: Warum Moskau jetzt gegen den Markt handelt
16.02.2026

Die russische Zentralbank überrascht die Märkte mit einer Zinssenkung, obwohl viele Ökonomen davor warnten. Sinkende Inflation trifft...

DWN
Panorama
Panorama Studie: Hunderttausende Jugendliche leiden unter Social-Media-Sucht
16.02.2026

Die digitale Abhängigkeit unter Heranwachsenden erreicht einen neuen Höchststand. Laut einer aktuellen Studie der DAK-Gesundheit, die der...

DWN
Panorama
Panorama Digitalisierung des Deutschlandtickets: Verkehrsverbände fordern einheitliche Standards
16.02.2026

Die Debatte um die Weiterentwicklung des Deutschlandtickets nimmt an Fahrt auf. Während die Politik zur Erhöhung der Sicherheit für das...

DWN
Politik
Politik Grenzkontrollen verlängert: Bundesinnenminister Dobrindt setzt auf Sicherheit bis September
16.02.2026

Die Bundesregierung hält an der Überwachung der deutschen Staatsgrenzen fest. Wie das Bundesinnenministerium bestätigte, werden die...