Politik

US-Küstenwache: Wir sind jetzt auch für den „Indo-Pazifik“ zuständig

Die amerikanische Küstenwache will ihre Präsenz in den Indischen und Pazifischen Ozean ausdehnen.
13.09.2021 16:55
Aktualisiert: 13.09.2021 16:55
Lesezeit: 1 min
US-Küstenwache: Wir sind jetzt auch für den „Indo-Pazifik“ zuständig
Das von der U.S. Coast Guard zur Verfügung gestellte Foto zeigt einen Kutter der U.S. Coast Guard. (Foto: dpa) Foto: Lt. J.G. Daniel Winter

Die US-Küstenwache hat das größte Schiffbauprogramm seit dem Zweiten Weltkrieg angekündigt. Zudem soll der Einsatzbereich in den „Indo-Pazifik“ ausgedehnt werden.

Admiral Linda Fagan, die stellvertretende Kommandantin der Küstenwache, begründete die geplante Ausweitung des Einsatzgebietes mit dem Kampf gegen illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei. Zudem sollten die Schiffe auch „schlechten Akteuren“ entgegenwirken.

„Präsenz zählt. Es ist wichtig, Schiffe auf dem Meer zu haben. Aber es ist wichtig, ein Regulierungssystem zu haben, die Durchsetzungskapazitäten und -fähigkeiten zu haben“, sagte Fagan diese Woche auf der Konferenz der Indo-Pacific Maritime Security Exchange in Hawaii. „Die US-Küstenwache ist der Region des Indopazifik-Kommandos verpflichtet. Wir sind dabei, unser größtes Schiffbauprogramm seit dem Zweiten Weltkrieg durchzuführen.“

Mehr als 100 neue Küstenwachschiffe sollen den Plänen zufolge in Dienst gestellt werden, darunter 11 für die nationale Sicherheit, 25 für die Offshore-Patrouille, drei für die Polarsicherheit und 64 Schnellreaktions-Kutter, die in der Lage sind, mehr als 16.000 Kilometer weit zu navigieren, sagte Fagan. „Diese Kapazitäten und Fähigkeiten werden dazu beitragen, unsere Reichweite und unsere Fähigkeit, im Indopazifik zu kooperieren und zu agieren, auszubauen wie es in den Vorjahren noch unmöglich war“, wird Fagan von der South China Morning Post zitiert.

China hatte Ende August eine neue Regel angekündigt, wonach sich alle ausländischen Schiffe, die in den von China beanspruchten Teil des Südchinesischen Meeres einlaufen, künftig bei den chinesischen Seebehörden registrieren müssen. Die Ausweitung des Aktionsgebiets der US-Küstenwache dürfte deshalb nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der maritimen Konfrontation mit China erfolgen, welche sich in den vergangenen Jahren in zahlreichen gegenseitigen Provokationen im Ostchinesischen und Südchinesischen Meer materialisiert hatte.

Yu Zhirong, der stellvertretende Generalsekretär der chinesischen Denkfabrik Pacific Society of China, sagte, die US-Küstenwache sehe sich zwar als internationale Meerespolizei, die Rechtmäßigkeit ihrer Operationen sei jedoch fraglich, da die USA keine Vertragspartei der UN-Konvention über das Seerecht seien. „Allerdings würde die Durchsetzung ihrer neuen Interessen gegen internationales Recht verstoßen. Die Durchsetzung amerikanischer Interessen kann nur in amerikanischen Gewässern erfolgen. Die Hohe See untersteht nicht der Gerichtsbarkeit der USA.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Cartier Tank oder Santos – welche ist zeitloser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Design-Kenner sehen in der klar reduzierten Tank das zeitlosere Statement, während die vielseitigere...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: US-Aktien schließen uneinheitlich, während sich die Rendite 10-jähriger Anleihen 5,2 Prozent nähert
24.09.2026

Erfahren Sie, welche Kräfte die Wall Street aktuell in Atem halten und was das für Ihre Anlagen bedeutet.

DWN
Politik
Politik Debatte im Bundestag: Neuer Anlauf für umstrittene Widerspruchsregelung bei Organspenden
24.09.2026

Tausende schwerkranke Patienten warten dringend auf ein Spenderorgan wie eine Niere oder eine Leber. Um die Zahl der Transplantationen zu...

DWN
Politik
Politik Tiefe Gräben beim Staatsvertrauen: Wie die Bürger das politische System bewerten
24.09.2026

Während eine breite Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland nach wie vor auf die Qualität der Demokratie vertraut, offenbart eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Audi China-Modelle: Diese Elektroautos will Audi in Deutschland stoppen
24.09.2026

Audi entwickelt Elektroautos eigens für China, doch plötzlich stehen sie bei Händlern in Deutschland. Was wie ein Erfolg der eigenen...

DWN
Politik
Politik EuGH-Urteil zu Energiepreisen: Grundsatzentscheidung stärkt Rechte der Verbraucher und widerspricht dem BGH
24.09.2026

Jahrelang zu hohe Beträge für Wärme gezahlt? Nach einer Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs verjähren...

DWN
Technologie
Technologie Rückgang bei Industrierobotern: Deutschland droht im weltweiten Wettlauf den Anschluss zu verlieren
24.09.2026

Trotz seiner führenden Rolle bei der industriellen Automatisierung in Europa gerät der Standort Deutschland im globalen Vergleich ins...

DWN
Politik
Politik Atempause beim Tanken vorbei? Spritpreise steigen wieder an
24.09.2026

Autofahrer müssen nach einer kurzen Verschnaufpause an den Zapfsäulen wieder mit höheren Ausgaben rechnen. Obwohl Benzin und Diesel im...

DWN
Technologie
Technologie Experten schlagen Alarm: Forderungen nach grundlegendem Umdenken bei KI-Konzernen
24.09.2026

Angesichts potenziell unkontrollierbarer Gefahren durch Künstliche Intelligenz dringen Fachleute auf neue Regeln für die führenden...