Wirtschaft

Von wegen Klimaschutz: BlackRock und JP Morgan finanzieren Öl- und Gasbohrungen in der Arktis

Die weltweit größten und reichsten Banken, Investoren und Versicherer finanzieren massive Öl- und Gasbohrungen in der Arktis. Der Sinn für den Klimaschutz ist plötzlich nicht mehr wichtig.
23.09.2021 16:03
Aktualisiert: 23.09.2021 16:03
Lesezeit: 1 min
Von wegen Klimaschutz: BlackRock und JP Morgan finanzieren Öl- und Gasbohrungen in der Arktis
Die mächtigsten Investoren der Welt finanzieren Öl- und Gasbohrungen in der Arktis. (Screenshot/ReclaimFinance)

Öl- und Gasunternehmen werden die Produktion in der Arktis in den nächsten fünf Jahren um 20 Prozent steigern. Das geht aus einem Bericht der Pariser Denkfabrik „Reclaim Finance“ hervor, der der Zeitung „City A.M.“ vorliegt. Die wichtigsten arktischen Expansionisten – Gazprom, Total und ConocoPhillips – werden von Dutzenden von Banken und Investoren mit Hunderten von Milliarden Pfund unterstützt.

JPMorgan Chase ist mit 18,6 Milliarden US-Dollar der größte Investor, gefolgt von Barclays 13,2 Milliarden US-Dollar, Citigroup mit 12,2 Milliarden US-Dollar und BNP Paribas mit 11,8 Milliarden US-Dollar. Zu den weiteren Bank-Investoren zählen Morgan Stanley, BPCE/Natixis, Bank of America, Crédit Agricole Groupe, Crédit Mutuel Groupe, Crédit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, HSBC, ING, Intesa San Paolo, Japanese Post Bank, Lloyds Banking Group, Mitsubishi Financial Group (MUFG), Mizuho Financial Group, Norichukin, Royal Bank of Canada, Royal Bank of Scotland, Santander, Société Générale, Sumitomo Mitsui Banking Group (SMBC), Toronto Dominian Bank, UBS, Unicredit und Wells Fargo.

Weitere Investoren sind laut einer interaktiven Karte, die abgerufen werden kann, BNY Mellon Investment Management, Capital Group, Fidelity Investments, Invesco, Legal & General Investment Management, Northern Trust, Nuvee, PGIM, PIMCO, State Street Global Advisors, T. Rowe Price, Vanguard Asset Management, Wellington Management International.

BlackRock ist mit 26,5 Milliarden US-Dollar, Vanguard mit 21,6 Milliarden US-Dollar und Amundi mit 12,9 Milliarden US-Dollar an den Projekten beteiligt.

Trotz zahlreicher Zusagen von Finanzinstituten, die Öl- und Gasförderung in der Arktis nicht zu unterstützen, ist das Gegenteil der Fall. Keine einzige Bank hat die finanzielle Unterstützung für Öl- und Gasförderung ausgeschlossen.

Darüber hinaus sind die Finanzinstitute und/oder Versicherungen wie AXA, Allianz SE, American Insurance Group (AIG), Chubb, Lloyd’s of London, Liberty Mutual, MAPFRE, Munich RE, PICC, Swiss Re, The Hartford, Tokio Marine, Travelers Companies, W.R. Berkley Corporation und die Zurich Insurance Group stark eingeschränkte Definitionen der Arktis vorgenommen, die eine kontinuierliche Expansion ermöglichen.

Die Ergebnisse kommen nur wenige Wochen, nachdem das Internationale Gremium für Klimaänderungen vor einem beschleunigten Klimazerfall in der Arktis gewarnt hat, wobei die Temperaturen doppelt so schnell steigen wie anderswo.

All die oben genannten Versicherungen, Banken und Investoren stützen und finanzieren in der Arktis folgende Energie-Riesen:

CNOOC, CNPC, ConocoPhillips, Equinor, Gazprom, JOGMEC, Lukoil, Mitsui, Neptun Energy, Novatek, Oil Search, Petoro, Repsol, Rosneft, RusGazDobycha, Shell, Siccar Point Energy, Total Energies, Vaar Energi und Wintershall Dea.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Brady TwinLead: Wenn das Etikett plötzlich mitdenkt

Ein Etikett bleibt am Produkt, doch die Informationen dahinter können sich verändern. Mit TwinLead verbindet Brady physische...

DWN
Politik
Politik Wie gewinnt man den nächsten Krieg? Ex-US-Verteidigungsminister Austin erläutert in Warschau die NATO-Strategie
14.10.2026

Der pensionierte General Lloyd Austin, der unter Präsident Joe Biden US-Verteidigungsminister war, hat beim Warsaw Security Forum die...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell unter Druck: Nach US-Inflationsschub blicken Anleger auf die Fed
14.10.2026

Der Goldpreis tendiert am Mittwochnachmittag in der Verlustzone, weil höhere US-Verbraucherpreise die Hoffnung auf eine Zinssenkung...

DWN
Politik
Politik Trumps Vereinbarung mit Putin dreht sich um weit mehr als Diesel
14.10.2026

Donald Trumps Diesel-Abkommen mit Wladimir Putin wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich: US-Gesetze begrenzen russische...

DWN
Technologie
Technologie Starlink in der Ukraine: Streit um neue Geschwindigkeitsgrenze
14.10.2026

In der Ukraine wächst der Ärger über eine offenbar neue Einschränkung beim Satelliteninternet Starlink. Nach Angaben aus dem Umfeld von...

DWN
Politik
Politik Zuckersteuer beschlossen: Kabinett bringt Extra-Steuer auf den Weg
14.10.2026

Zwischendurch hatte das Kanzleramt sie gestoppt, das Finanzministerium musste nacharbeiten - jetzt ist die Zuckersteuer in der...

DWN
Politik
Politik Grüngasquote für private Haushalte ab 2028 sorgt für Kritik
14.10.2026

Die schwarz-rote Koalition hatte sich bei der Einigung auf das neue Gebäudemodernisierungsgesetz - als Nachfolger des...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Prognose: Warum die nächsten Tage alles verändern könnten
14.10.2026

Bitcoin steht vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Nach massiven Kapitalabflüssen aus Bitcoin-ETFs und einem Kursrutsch auf nahezu...

DWN
Finanzen
Finanzen Sollte ich US-Banken kaufen? Warum ich Citigroup und Wells Fargo genauer prüfe
14.10.2026

Nach der starken Rally ist bei US-Bankaktien Ernüchterung eingekehrt. Gleichzeitig steigen die Gewinne vieler Institute weiter. Für mich...