Politik

Linke-Chefin Susanne Hennig-Wellsow: „Wir müssen noch viel mehr für das Impfen werben“

Die Linke-Chefin Susanne Hennig-Wellsow fordert von der Bundesregierung eine offensive Impf-Kampagne. „Warum laufen vor der ARD-Tagesschau Börsennachrichten? Warum sind uns die Lottozahlen vor ZDF-heute oder das Wetter nach RTL-aktuell wichtig, aber nicht der Schutz vor Corona? Warum finden sich auf solchen Sendeplätzen nicht auch Informationen zum Impfen? Das ist doch überfällig“, meint sie.
23.09.2021 20:07
Aktualisiert: 23.09.2021 20:07
Lesezeit: 1 min
Linke-Chefin Susanne Hennig-Wellsow: „Wir müssen noch viel mehr für das Impfen werben“
Susanne Hennig-Wellsow (Die Linke), Parteivorsitzende, spricht auf der Vertreterversammlung zur Nominierung des Direktkandidaten für die Bundestagswahl. (Foto: dpa) Foto: Bodo Schackow

Die Linke teilt in einer Mitteilung mit:

„Die Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Susanne Hennig-Wellsow, sagt zu den Plänen der Gesundheitsministerinnen und Gesundheitsminister von Bund und Ländern, die Impfkampagne zu intensivieren:

Wir müssen beim Impfen aufs Tempo drücken, mit Impfstationen vor Supermärkten, in Wohnvierteln, Fußgängerzonen, vor Einkaufszentren und mit mobilen Impfteams auf dem Land. Es ist ein gutes Signal, dass die Länder und der Bund sich darüber einig sind. Angesichts der nachlassenden Impfbereitschaft wird es aber nicht ausreichen, von der Impfpriorisierung auf Impfen-to-go umzuschalten.

Wer skeptisch ist, ob man der Spritze gegen Corona trauen kann oder wer wenig weiß über die Risiken einer Corona-Erkrankung, der und die wird sich auch nicht auf dem Weg zum Supermarkt impfen lassen. Wir müssen noch viel mehr aufklären und für das Impfen werben.

Die Bundesregierung ist da zu zögerlich, eine Plakatkampagne reicht nicht. Wichtige andere Informationskanäle werden bislang zu wenig genutzt, die Sozialen Medien, das Radio und nicht zuletzt das Fernsehen. Warum laufen vor der ARD-Tagesschau Börsennachrichten? Warum sind uns die Lottozahlen vor ZDF-heute oder das Wetter nach RTL-aktuell wichtig, aber nicht der Schutz vor Corona? Warum finden sich auf solchen Sendeplätzen nicht auch Informationen zum Impfen? Das ist doch überfällig.

Die Bundesregierung sollte deshalb mit einer groß angelegten Kampagne in den sozialen Medien, in Rundfunk und Fernsehen über den Nutzen des Impfens aufklären. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt eine Quote von 85 Prozent in der Bevölkerung zwischen zwölf und 59 Jahren, um eine vierte Welle zu verhindern. Davon sind wir noch weit entfernt. Wenn wir uns einen weiteren Lockdown ersparen wollen, muss der Bund jetzt alle Ressourcen aktivieren, um das Impfen deutlich zu beschleunigen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau trotz hoher Umsätze: Elektroriese Media Markt plant Personalstreichung
16.09.2026

Media Markt und Saturn planen Stellenabbau: Trotz hoher Umsätze geraten Arbeitsplätze unter Druck. Nach Informationen der...

DWN
Finanzen
Finanzen Wall Street rutscht ab: Fed signalisiert dauerhaft höhere Zinsen
16.09.2026

Unerwartete Signale der US-Notenbank sorgen für Bewegung an den Märkten – erfahren Sie, welche Entwicklungen jetzt die Kurse belasten.

DWN
Politik
Politik Bedrohungen durch Russland: Von der Leyen will eigenen Artikel 4 für die EU
16.09.2026

Leipziger Sprengstoffdrohne als mahnendes Beispiel: Reicht die Nato aus, um die Sicherheit Europas zu gewährleisten?...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investitionen in Europa: Der Osten gewinnt, der Westen besitzt
16.09.2026

Fabriken gehen nach Osten. Arbeitsplätze gehen nach Osten. Wo liegen die wertmäßig größten Projekte? Wem gehört das Kapital?

DWN
Finanzen
Finanzen Platzt die KI-Blase aufgrund des überhitzten Anleihemarktes?
16.09.2026

Ist der KI-Boom nur ein überzogener Hype? Wann ziehen die Investoren die Bremse - oder werden alle Erwartungen an die Einnahmen durch...

DWN
Politik
Politik Berlin-Wahl 2026: Pleite und schäbig? Was Berlin im Wahlkampf bewegt
16.09.2026

Kultur und Kunst im Überfluss, günstige Mieten und bei aller Atemlosigkeit eine gewisse "Jemütlichkeit" im Kiez – dieses Versprechen...

DWN
Politik
Politik Strafjustiz am Limit: 1,1 Millionen Strafverfahren auf Halde
16.09.2026

Deutschlands Staatsanwaltschaften kommen mit der wachsenden Zahl neuer Fälle kaum noch hinterher. Zur Jahresmitte 2026 lagen bundesweit...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Blase rückt in den Hintergrund, Zinsen werden zum Risiko
16.09.2026

Die KI-Blase galt lange als größte Sorge an den Finanzmärkten. Doch nun fürchten globale Investoren vor allem einen plötzlichen...