Politik

Ukraine fordert von Deutschland Sanktionen gegen Russland

Die Ukraine fordert von Deutschland und den USA Sanktionen gegen Gazprom, den Betreiber von Nord Stream 2. Hintergrund ist der Streit um das russische Erdgas-Abkommen mit Ungarn
01.10.2021 16:14
Lesezeit: 1 min
Ukraine fordert von Deutschland Sanktionen gegen Russland
Gasdruckmesser in einer ukrainischen Druckanlage. (Foto: dpa) Foto: Roman Pilipey

In der Ukraine werden im Gasstreit mit dem russischen Konzern Gazprom Rufe nach Sanktionen durch die USA Und Deutschland laut. Russland setze die Energielieferungen als Waffe ein, kritisierte der staatliche Gaskonzern Naftogaz das seit Freitag geltende Transitabkommen von Gazprom mit Ungarn. Dadurch liefert der Konzern sein Gas nun nicht mehr über die Ukraine, sondern über Serbien und Österreich. Dadurch gehen Kiew Durchleitungsgebühren verloren. Zudem fürchtet das Land um seine eigene Energieversorgung.

"Der Kreml macht das mit Absicht", schrieb der Chef des ukrainischen staatlichen Gaskonzerns Naftogaz, Juri Witrenko, auf Facebook. "Es ist nicht einmal Säbelrasseln, es ist der offensichtliche Einsatz von Gas als Waffe." Man erwarte jetzt "Sanktionen gegen eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Gazprom, dem Betreiber von Nord Stream 2", hieß es in Richtung Washington und Berlin.

Der Kreml wies die Kritik als unbegründet zurück. "Es gab und wird Anschuldigungen gegen Russland geben, die meisten davon politisiert", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Russland erfülle alle seine Verpflichtungen aus bestehenden Erdgasverträgen.

Die klassische Route für russisches Erdgas führt durch die Ukraine. Aber Russland sucht andere Wege, um die Ukraine zu umgehen und setzt deswegen auf Pipelines wie Nord Stream nach Deutschland und Turkstream in die Türkei. Der Streit kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt für Russland, das von Deutschland die Zertifizierung der Nord Stream 2-Gaspipeline nach deren Fertigstellung fordert.

Ab dem 1. Oktober liefert Gazprom dem EU-Mitglied Ungarn jährlich 4,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas - in etwa die Hälfte des Jahresbedarfs - über zwei Routen: 3,5 Milliarden Kubikmeter sollen über Serbien fließen und eine Milliarde über Österreich. Ungarns Außenminister Peter Szijjarto hatte bereits vor einigen Tagen kritisiert, die Ukraine mische sich ein. Das Abkommen habe keine politischen Gründe.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Politik
Politik Geheime Gespräche zwischen USA und Russland: Amerikaner wollen bei Nord Stream einsteigen und Gasgewinne teilen
09.10.2026

Hinter den Kulissen wird offenbar über eine Rückkehr von Nord Stream gesprochen. Nach Reuters-Informationen prüfen Vertreter der USA und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unternehmenspleiten in Deutschland: Höchster Stand seit 2013
09.10.2026

Vor allem kleinere Firmen rutschen in die Zahlungsunfähigkeit. Gläubiger verlieren zwar weniger Geld als im Vorjahr, doch manche Branchen...

DWN
Politik
Politik Schröder bei Putins Geburtstag: Umstrittene Freundschaft zum Kremlchef
09.10.2026

Altkanzler Gerhard Schröder steht seit Jahren wegen seiner engen Beziehungen zu Russland und Kremlchef Wladimir Putin in der Kritik. Nun...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie im Fokus: BaFin setzt Volkswagen Millionenstrafe auf
09.10.2026

Kursbewegende Neuigkeiten müssen von Unternehmen an der Börse sofort und mit Nachdruck mitgeteilt werden. Hier soll VW in einem Fall...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie: Millionenprojekt in Litauen droht zur Geduldsprobe zu werden
09.10.2026

Die Fabrik steht, doch produzieren darf Rheinmetall noch lange nicht. In Litauen baut der deutsche Rüstungskonzern eine neue...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Familienunternehmen verkaufen? Das kann das Lebenswerk retten
09.10.2026

Viele Unternehmer glauben, ihr Lebenswerk lasse sich nur bewahren, wenn die Familie Eigentümer und Führung behält. Doch ein Verkauf oder...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzinsen: Die Zinswende kommt anders als erwartet
09.10.2026

Erst schien die nächste Zinserhöhung der EZB fast sicher, jetzt rudern die Finanzmärkte zurück. Trotz hartnäckiger Inflation und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Chip-Aktien ziehen Wall Street ins Minus, während der Ölpreis in die Höhe schießt
08.10.2026

Welche Marktkräfte die Wall Street heute ins Wanken brachten und warum Anleger jetzt genau hinsehen sollten.