Deutschland

Deutscher erhält Physik-Nobelpreis für Klimaforschung

Lesezeit: 1 min
05.10.2021 13:29
Der Physik-Nobelpreis geht in diesem Jahr an einen deutschen Klimaforscher.
Deutscher erhält Physik-Nobelpreis für Klimaforschung
Klaus Hasselmann im Jahr 2010. (Foto: dpa)
Foto: J.j. Guillen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Physik-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den deutschen Klimaforscher Klaus Hasselmann und den Japaner Syukuro Manabe sowie den Italiener Giorgio Parisi. Sie werden für ihre "bahnbrechenden Beiträge zu unserem Verständnis komplexer physikalischer Systeme" ausgezeichnet, wie die Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mitteilte. Der Preis geht zur Hälfte an Hasselmann und den Meteorologen und Klimatologen Manabe, die mit ihrer Forschung die Grundlage für das Wissen über das Erdklima und den Einfluss des Menschen gelegt hätten. Der italienische Physiker Parisi werde für seine revolutionären Beiträge zur Theorie ungeordneter Stoffe und zufälliger Prozesse geehrt.

"Ich bin noch ganz überrascht. Ich will gar nicht aufwachen, für mich ist das ein schöner Traum", sagte Hasselmann der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich bin ja jetzt pensioniert und in letzter Zeit war ich ein bisschen faul. Ich freu' mich über die Ehre. Die Forschung geht weiter." Der 89-Jährige war von 1975 bis 1999 Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. Das Nobelkomittee hob hervor, dass Hasselmann ein Modell entwickelt habe, das Wetter und Klima miteinander verknüpft. So habe nachgewiesen werden können, dass der Temperaturanstieg in der Atmosphäre auf die Kohlendioxidemissionen des Menschen zurückzuführen ist.

Manabe habe nachgewiesen, wie ein erhöhter Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre zu einem Anstieg der Temperaturen an der Erdoberfläche führt. In den 1960er-Jahren habe der heute 90-Jährige die Entwicklung physikalischer Modelle des Erdklimas angeführt und als Erster die Wechselwirkung zwischen Strahlungsbilanz und dem vertikalem Transport von Luftmassen erforscht. Seine Arbeit habe den Grundstein für die Entwicklung der heutigen Klimamodelle gelegt.

Der Italiener Parisi habe gegen 1980 verborgene Muster in ungeordneten komplexen Stoffen entdeckt. Die Entdeckungen des 73-Jährigen zählten zu den wichtigsten Beiträgen zur Theorie komplexer Systeme. Sie ermöglichen es, viele verschiedene und scheinbar völlig zufällige Stoffe und Phänomene zu verstehen und zu beschreiben, nicht nur in der Physik, sondern auch in anderen Bereichen wie der Mathematik, Biologie, den Neurowissenschaften und im maschinellen Lernen.

Der mit umgerechnet rund 980.000 Euro dotierte Nobelpreis gilt als die höchste Auszeichnung auf dem Gebiet der Physik. Im vergangenen Jahr ging der Preis an den deutschen Astrophysiker Reinhard Genzel, die US-Amerikanerin Andrea Ghez und den Briten Roger Penrose für ihre Forschungen zu Schwarzen Löchern. Als bekanntester Träger des Physik-Nobelpreises gilt Albert Einstein, der ihn für seine Arbeit zum fotoelektrischen Effekt erhielt.


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Weniger Administration, mehr Fokus: Mit digitaler bAV-Verwaltung den nächsten Schritt gehen

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Finanzen
Finanzen Die „Märchen“ der Zentralbanker werden Anleger in den Ruin treiben

Die US-Notenbank Fed und die EZB behaupten, dass die inflationäre Phase lediglich ein vorübergehendes Phänomen sei. Doch Top-Investoren...

DWN
Deutschland
Deutschland Das bringt das Wochenende: Polizei bereitet sich trotz Demo-Verbots auf Großeinsatz vor

Das Wochenende wird turbulent verlaufen. NRW-CDU wählt einen neuen Vorsitzenden. Wüst soll Laschet beerben. Italiens Ex-Innenminister...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft 79 Containerschiffe stecken vor der Küste von Los Angeles fest

An den kalifornischen Häfen von Los Angeles und Long Beach tummeln sich aktuell 79 Containerschiffe. Sie warten seit Wochen vergeblich auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie globale Finanzkrisen entstehen – und wie man den drohenden Crash erkennt

Finanzkrisen treten immer wieder auf. Die Börsenkurse stürzen dann innerhalb kürzester Zeit ins Bodenlose. Doch was sind die Auslöser...

DWN
Finanzen
Finanzen Flucht der Investoren vom Gold zu Bitcoin spitzt sich zu

Der Trend zum "digitalen Gold" hält an. Vor dem Hintergrund einer steigenden Inflation lassen Anleger das echte Gold links liegen,...

DWN
Finanzen
Finanzen Ankündigung zur Drosselung der US-Anleihekäufe dämpft Kauflaune an Börsen

Aussagen des US-Notenbankchef Jerome Powell zur nahenden Drosselung der Fed-Wertpapierkäufe dämpften die Kauflaune am Freitag allerdings...

DWN
Politik
Politik Bericht: Türkischer Geheimdienst sprengt Spionage-Netzwerk des Mossad

Einem Bericht zufolge soll der türkische Geheimdienst MIT einen Spionage-Ring des Mossad aus 15 Mitgliedern gesprengt haben. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Fakt ist, die Zentralbanken haben den „Point of no Return“ erreicht

Mit ihren beispiellosen Liquiditätsspritzen haben die Notenbanken Konjunktur und Finanzwelt inflationär gerettet, gleichzeitig aber auch...