Deutschland

Auftragspolster der deutschen Industrie steigt auf Rekordhoch

Auch ohne neue Aufträge werden die deutsche Betriebe auf lange Zeit ausgelastet sein. Denn die Bestellungen haben sich zuletzt deutlich stärker entwickelt als die Umsätze.
19.10.2021 10:42
Aktualisiert: 19.10.2021 10:42
Lesezeit: 1 min

Das Auftragspolster der deutschen Industrie ist so dick wie seit mindestens sechs Jahren nicht mehr. Der Auftragsbestand kletterte im August um 1,7 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Er sei damit seit Juni 2020 stetig gestiegen und erreiche nun "seinen höchsten Stand seit Einführung der Statistik im Januar 2015".

Die Bestellungen hätten sich in den vergangenen Monaten stärker entwickelt als die Umsätze. Selbst im August, als die Auftragseingänge zum Vormonat um 7,7 Prozent zurückgingen, übertrafen sie demnach noch leicht die Erlöse und erhöhten damit die Auftragsbestände.

Die offenen Bestellungen aus dem Inland erhöhten sich von Juli auf August um 2,0 Prozent und die aus dem Ausland um 1,6 Prozent. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Bestand 21,7 Prozent höher.

Die Nachfrage der Industrie hat sich seit Ende des ersten Corona-Lockdowns kräftig erholt. Da die Produktion auch wegen Engpässen bei wichtigen Vorprodukten wie Halbleitern deutlich langsamer anlief, erhöhten sich die Auftragspolster. Vor allem die Autobranche leidet unter dem Chip-Mangel..

Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern kletterte der Bestand im August um 1,5 Prozent, bei den Herstellern von Investitionsgütern um 2,1 Prozent. Im Bereich der Konsumgüter lag der Auftragsbestand 5,1 Prozent unter dem Vormonat.

Auch die Reichweite des Auftragsbestands hat sich weiter erhöht und betrug im August 7,3 Monate - ebenfalls ein neuer Höchststand seit Beginn der Erfassung 2015. Dieser Wert gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Bestellungen theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Der neue Anleger der DWN stellt sich vor

Wie können Sie ein Vermögen an der Börse aufbauen, wenn Sie weder Erfahrung bei der Aktienanalyse haben noch die Zeit für den...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Immobilien
Immobilien Superreiche fliehen aus London: Luxusimmobilien stürzen ab
06.10.2026

Londons Luxusimmobilien verlieren dramatisch an Wert, in manchen Nobelvierteln beträgt das Minus mehr als 25 Prozent. Während die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rheinmetall erobert den Weltraum und startet Satellitenproduktion für die Bundeswehr
06.10.2026

Rheinmetall baut nicht mehr nur Panzer, Munition und Gefechtstürme. Mit eigenen Radarsatelliten will der Rüstungskonzern die Bundeswehr...

DWN
Politik
Politik BSW will AfD-Mann zum Landtagspräsidenten machen
06.10.2026

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit fast 44 Prozent der Stimmen gewonnen und will nun auch den Parlamentspräsidenten...

DWN
Politik
Politik Milliardenschwerer Öl-Deal mischt sich in Gespräche zwischen USA und Russland
06.10.2026

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei Gesprächen mit den USA einen milliardenschweren Öl-Deal angesprochen, der Verbindungen zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Lkw-Offensive sorgt für Unruhe: „Fast zu gut“
06.10.2026

Die Elektrifizierung ist in vollem Gang, und die chinesischen Hersteller haben Lastwagen bereit, die in Europa auf die Straße kommen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Tech-Rally beflügelt Wall Street; Anleiherenditen steigen
05.10.2026

Welche Kräfte die US-Märkte zum Wochenstart bewegten und warum Anleger jetzt genau hinsehen sollten.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Elektroautos sollen Strom verkaufen: Neuer Markt für Fahrer und Energieversorger
05.10.2026

In Deutschland wird die gesetzliche Grundlage für eine breite Einführung des V2G-Systems vorbereitet. Elektroautos sollen künftig nicht...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Portfolio übernimmt das Depot: Kann Claude den S&P 500 schlagen?
05.10.2026

Ein Redakteur überlässt 1.000 Euro echtem Geld einer künstlichen Intelligenz. Claude darf Aktien kaufen und verkaufen, Risiken eingehen...