Finanzen

Die „Märchen“ der Zentralbanker werden Anleger in den Ruin treiben

Die US-Notenbank Fed und die EZB behaupten, dass die inflationäre Phase lediglich ein vorübergehendes Phänomen sei. Doch Top-Investoren und Kleinanleger schenken den Zentralbankern keinen Glauben mehr. Sie rechnen damit, dass die Inflation die Finanzmärkte und die Gesellschaften destabilisieren wird.
22.10.2021 13:10
Aktualisiert: 22.10.2021 13:10
Lesezeit: 1 min
Die „Märchen“ der Zentralbanker werden Anleger in den Ruin treiben
Die Zentralbanker Christine Lagarde und Jerome Powell. (Foto: dpa)

Der US-Investor Paul Tudor sagt, dass die US-Notenbank Fed die Inflation nicht bekämpfen wolle, sondern sie regelrecht vorantreibe. Das Versprechen der Fed, wonach die Inflation ein vorübergehendes Phänomen darstelle, sei falsch.

Die Inflationsgefahr bedeute den Untergang für traditionelle Aktienportfolios, die zu 60 Prozent in Aktien und zu 40 Prozent in Anleihen aufgeteilt werden.

„Das Hauptproblem, mit dem Main Street-Investoren konfrontiert sind, ist die Inflation, und mir ist ziemlich klar, dass Inflation nicht vorübergehend ist. Es ist wahrscheinlich die größte Bedrohung für die Finanzmärkte und wahrscheinlich auch für die Gesellschaft im Allgemeinen“, sagte Tudor im Gespräch mit dem Fernsehsender „CNBC“.

Die Billionen von Dollars an fiskalischen und geldpolitischen Anreizen seien der Anstoß dafür, dass die inflationäre Phase sehr lange andauern werde. Der Preisdruck werde in den kommenden Monaten weiter zunehmen.

Im Euro-Raum ergibt sich aufgrund der EZB-Geldpolitik dasselbe Bild. Die Inflation im Euroraum hat sich im September weiter verstärkt und den höchsten Stand seit 13 Jahren erreicht. Die Verbraucherpreise seien gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg nach einer zweiten Schätzung mit. Damit wurde eine erste Erhebung wie von Analysten erwartet bestätigt. Höher war die Inflation zuletzt im September 2008.

Im August hatte die Rate noch bei 3,0 Prozent und im Juli bei 2,2 Prozent gelegen. Besonders stark verteuerte sich im September erneut Energie, die 17,6 Prozent teurer war als ein Jahr zuvor. Preise für Industriegüter stiegen um 2,1 Prozent. Lebens- und Genussmittel kosteten 2,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Dienstleistungen waren 1,7 Prozent teurer. Die Kernteuerungsrate ohne Energie und Lebensmittel stieg ebenfalls. Sie erhöhte sich von 1,6 Prozent im August auf 1,9 Prozent. Volkswirte hatten dies erwartet. Die Kerninflation gilt vielen Ökonomen als zuverlässigere Messgröße für die Teuerung, da sie in der Regel weniger stark schwankt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Inflation von zwei Prozent an. Diese Rate wird derzeit klar überschritten. Die EZB betrachtet den Inflationsanstieg aber als temporär und verweist auf zahlreiche Sondereffekte, die überwiegend auf die Corona-Pandemie zurückgehen. Damit folgt sie der „Erzählung“ der Fed, die Tudor und weitere Investoren und Ökonomen kritisieren.

Einem Finanzexperten zufolge wird es bald zu einem Mega-Crash an den Finanzmärkten kommen. Der S&P 500 muss früher oder später eine Kurskorrektur vornehmen, was einen zweistelligen Absturz nach sich ziehen werde. Er rät den Anlegern zu Warren Buffetts Regel Nummer 1 (Mehr HIER).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Technologie
Technologie OpenAI-Agenten bauten geheimes Kommunikationsnetz auf deutschsprachiger Website
08.09.2026

KI-Agenten nutzten eine deutsche Website zur Koordination, zur Umgehung von Beschränkungen und zur Verschleierung ihrer Spuren. OpenAI...

DWN
Politik
Politik "Der Sieg ist nah", behauptet Kremlsprecher Peskow
08.09.2026

Die USA nehmen einen neuen Anlauf in ihren Vermittlungsbemühungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs. Doch der Kreml betont die...

DWN
Finanzen
Finanzen Legende Warren Buffett hielt lange am Geld fest – jetzt sorgt er mit einer großen Investition für Aufsehen
08.09.2026

Warren Buffett hat jahrelang mehr Aktien verkauft als gekauft und bei Berkshire Hathaway einen gigantischen Geldberg aufgebaut. Nun sorgt...

DWN
Politik
Politik Deutschland entkommt russischem Gas und landet in der nächsten Falle
08.09.2026

Deutschland hat sich vom russischen Pipelinegas gelöst und setzt nun stark auf Flüssiggas. Doch inzwischen kommt ein Großteil des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Der Winter kommt und Deutschlands Gasspeicher sind fast leer
08.09.2026

Deutschlands Gasspeicher sind deutlich schlechter gefüllt als vor einem Jahr. Ein sehr kalter Winter könnte die Reserven bereits Anfang...

DWN
Technologie
Technologie Kündigungsgefahr: Was Arbeitnehmer online auf Social Media posten dürfen – und was nicht
08.09.2026

Meinungsfreiheit ist nicht grenzenlos. Wann Social-Media-Aktivitäten arbeitsrechtliche Folgen haben und worauf Beschäftigte achten...

DWN
Finanzen
Finanzen Zucker-Preis schlägt die Rendite des S&P 500
08.09.2026

Der Zucker-Preis ist im August um 21,5 Prozent gestiegen und hat damit den stärksten Monat seit 2010 erlebt. Seit Jahresbeginn liegt die...

DWN
Panorama
Panorama Pisa-Schock 2.0: Deutschlands Schüler erreichen historisches Tief
08.09.2026

Deutschlands Schüler schneiden bei Pisa so schlecht ab wie nie zuvor. Das kommt nicht überraschend. Wirksame Gegenmittel? Fehlanzeige.