Deutschland

Tschetschenische Mafia bewachte deutsche Polizeigebäude

Mitglieder der tschetschenischen Mafia haben in den vergangenen Jahren deutsche Polizeigebäude bewacht. Darunter auch solche, die von Elite-Einheiten genutzt werden. Das hatte das BKA vor zwei Jahren nach einer Untersuchung herausgefunden.
25.10.2021 17:21
Lesezeit: 1 min
Tschetschenische Mafia bewachte deutsche Polizeigebäude
Ein Schlagstock, der beim Herausziehen aus der Halterung ausfährt und sofort einsatzbereit ist. Foto: Silas Stein

Mitglieder tschetschenischer Mafia-Banden sind nach „Spiegel“-Informationen für den Wachschutz mehrerer Polizeigebäude in Deutschland verantwortlich gewesen. Dabei habe es sich auch um Häuser gehandelt, in denen Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) und eines Mobilen Einsatzkommandos (MEK) untergebracht gewesen seien, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht des Bundeskriminalamts (BKA). Hier bestehe die Gefahr, dass Verbrecher „aus nächster Nähe polizeitaktisches Vorgehen beobachten“ konnten.

Das Bundeskriminalamt wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte, dass sich eine Projektgruppe unter Federführung des BKA mit Aktivitäten nordkaukasisch dominierter Gruppen im Bereich der Organisierten Kriminalität befasst habe. Dabei habe man sich auch „gewerbliche Aktivitäten“ dieser Gruppierungen angeschaut, unter anderem im Bewachungsgewerbe. Der Sprecher versicherte, die Polizeien von Bund und Ländern seien bei der Auswahl von Bewachungsunternehmen für ihre eigenen Gebäude gerade auch im Hinblick auf Menschen „aus diesem Personenkreis sensibilisiert“.

Laut „Spiegel“ hatte das BKA unter Beteiligung mehrerer anderer Behörden über ein Jahr lang die Machenschaften nordkaukasischer Gruppen im Bereich der Organisierten Kriminalität in Deutschland analysiert. Dem Bericht zufolge sind besonders Tschetschenen in einigen Regionen auf dem Vormarsch und verdrängen zunehmend andere Gruppen aus kriminellen Geschäftsfeldern wie Drogenhandel, Diebstahl oder Erpressung. Für besonders alarmierend hält das BKA demnach Überschneidungen zwischen kriminellem und extremistischem Milieu.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeldzinsen: Sparkassen und Volksbanken zahlen zu wenig Zinsen für Tagesgeld
10.06.2026

Sparer erhalten bei Sparkassen und Volksbanken oft deutlich weniger Zinsen als bei überregionalen Banken, zeigt eine Analyse des...

DWN
Politik
Politik FDP-Chef Kubicki rechnet mit Merz ab: “Erwartungsmanagement ist unterirdisch“
10.06.2026

In der ARD-Sendung Maischberger warf Kubicki dem CDU-Chef vor, "unglaublich schlecht" zu kommunizieren. Seine Kritik fällt deutlich aus...

DWN
Politik
Politik Energiewende auf der Kippe? Koalition in schwierigen Verhandlungen über Energiepaket
10.06.2026

Bei einem Energiekongress in Berlin geht es um strittige Vorhaben der Koalition. Die Fraktionschefs von SPD und Union setzen...

DWN
Technologie
Technologie Transportdrohne Victor: Luftfahrt-Start-Up ERC System zieht Serienstart vor
10.06.2026

Das Luftfahrtunternehmen ERC System will mit einer Transportdrohne drei Jahre früher als geplant in die Serienproduktion einsteigen: Der...

DWN
Technologie
Technologie EU-Verpackungsverordnung: Einweg-Ära vor dem radikalen Aus in Europa
10.06.2026

Zucker im Tütchen, Ketchup im Mini-Beutel, Shampoo im Hotel-Sachet – genau diese Alltagsdetails verschwinden bald aus Europas...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvente Perlon-Gruppe: Deutscher Weltmarktführer geht an China
10.06.2026

Die deutsche Chemie ist in einer schwierigen Lage, geplagt von hohen Kosten, schwachem Weltmarkt und chinesischer Konkurrenz. Ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Toxische Chefs: Wie schlechte Führung Mitarbeiter vertreibt – und welche Lösung es gibt
10.06.2026

Viele kündigen nicht wegen des Jobs, sondern wegen des Chefs: Toxische Führung ist ein zentraler Kündigungsgrund, zeigt eine aktuelle...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sinkende Ausbildungszahlen: Falsche Wirtschaftspolitik kostet Ausbildungsplätze
10.06.2026

Hohe Ausbildungskosten, wirtschaftliche Unsicherheiten: Viele Unternehmen sparen inzwischen am Nachwuchs und fahren systematisch...