Deutschland

Studie: Klimaziel über CO2-Abgabe führt zu Benzinpreis von 2,50 Euro

Das Erreichen der Klimaziele allein über den CO2-Preis käme die Autofahrer einer Studie zufolge an der Tankstelle teurer zu stehen als über ein Maßnahmen-Bündel.
27.10.2021 11:18
Aktualisiert: 27.10.2021 11:18
Lesezeit: 1 min
Studie: Klimaziel über CO2-Abgabe führt zu Benzinpreis von 2,50 Euro
Die aktuellen Literpreise für Kraftstoff werden an einer Preistafel vor einer Tankstelle angezeigt. (Foto: dpa) Foto: Jens Büttner

Das Erreichen der Klimaziele allein über den CO2-Preis käme die Autofahrer einer Studie zufolge an der Tankstelle teurer zu stehen als über ein Maßnahmen-Bündel. Der Preis pro Tonne Kohlendioxid müsste bei einer reinen Marktlösung für den Verkehrssektor bis 2030 auf 450 Euro steigen, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Prognos-Untersuchung im Auftrag der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) zeigt. Das bedeute einen Anstieg des Benzinpreises auf 2,50 Euro und des Dieselpreises auf 2,64 Euro. Der alternative Weg über einen Instrumentenmix einschließlich eines Aufschlags beim Kauf eines Verbrenners führt demnach zu einem weniger starken Anstieg auf 1,90 Euro je Liter Benzin und 1,96 Euro je Liter Diesel. In den jetzt beginnenden Koalitionsverhandlungen favorisiert die FDP eine Lösung in erster Linie über den CO2-Preis, Grüne und SPD wollen weitere Instrumente.

Der Verkehrssektor gilt als besonders problematisch. Bis 2030 muss er dem Klimagesetz zufolge seine Emissionen praktisch halbieren. Der Umstieg auf eine Elektro-Flotte bei den PKW ist dabei das zentrale Element. „Wenn die richtigen Maßnahmen jetzt nicht umgesetzt werden, muss sich die Regierung auf einen hohen CO2-Preis verlassen, der einkommensschwache Familien sehr belasten würde“, warnte T&E-Bereichsleiterin Jekaterina Boening. Die Organisation plädiert stattdessen dafür, die günstige Dienstwagenbesteuerung für Verbrennerautos abzuschaffen und ein Bonus-Malus-System beim Kauf von Autos einzuführen. Der Käufer von Autos mit hohem CO2-Ausstoß finanziert mit einem Aufschlag so die Kaufprämien für E-Autos. Die neue Bundesregierung müsse sich außerdem dafür einsetzen, der Autoindustrie noch schärfere CO2-Reduktionsziele für die Neuwagen vorzuschreiben, fordert Transport & Environment. Denn die jetzt von der EU vorgeschlagene Verringerung um 55 Prozent bis 2030 erreichten BMW, Daimler oder Volkswagen nach ihren Planungen ohnehin schon früher.

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