Deutschland

Frauen in Vorständen verdienen deutlich mehr als Männer

Vorständinnen bei börsennotierter Unternehmen verdienen einer Studie zufolge im Durchschnitt über eine halbe Million Euro mehr als ihre männlichen Kollegen. Allerdings sind Frauen noch immer klar in der Minderheit.
05.11.2021 10:07
Aktualisiert: 05.11.2021 10:07
Lesezeit: 1 min

Frauen verdienen als Vorstände börsennotierter Unternehmen einer Studie zufolge im Durchschnitt deutlich mehr als ihre männlichen Kollegen. Der Vorsprung sei im vergangenen Jahr sogar um 150.000 auf 550.000 Euro gewachsen, ermittelten die Wirtschaftsprüfer von EY in der am Freitag veröffentlichten Untersuchung. Vorstandschefs sind dabei ausgeklammert.

In den 160 Unternehmen der großen Börsenindizes Dax, MDax, SDax erhielten weibliche Vorstandsmitglieder 2020 im Schnitt eine Direktvergütung von 2,31 Millionen Euro, Männer 1,76 Millionen Euro. Während Vorständinnen 8,2 Prozent mehr erhielten als ein Jahr zuvor, waren es bei den Männern nur 1,6 Prozent. Allerdings sind Frauen in den Gremien noch immer klar in der Minderheit.

Das ist für den EY-Vergütungsexperten Jens Massmann auch ein Grund für die positive Gehaltsentwicklung: "Hochqualifizierte Top-Managerinnen haben derzeit eine gute Verhandlungsposition." Viele Unternehmen haben inzwischen Frauenquoten für Vorstand und Aufsichtsrat eingeführt. Nach einem im Sommer verabschiedeten Gesetz muss in Vorständen börsennotierter Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern künftig mindestens eine Frau sitzen, wenn das Gremium aus vier oder mehr Mitgliedern besteht.

Nach der Studie waren Ende vergangenen Jahres 18 Prozent der Vorstände im Dax-30 weiblich (21 von 116), etwas mehr als Ende 2019 (16,5 Prozent). Über alle Indizes hinweg waren es erst 13 (10,7) Prozent (45 von 346). Die einzige Vorstandschefin eines Dax-Konzerns ist - auch nach der Erweiterung des Leitindex auf 40 Mitglieder - Belen Garijo beim Darmstädter Pharma- und Life-Science-Konzern Merck.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EIB-Vizepräsident erklärt neue Sicherheitsstrategie: Warum Europas Verteidigung zunehmend von Banken abhängt
16.05.2026

Die Europäische Investitionsbank öffnet sich zunehmend der Verteidigungsfinanzierung und rückt damit näher an Europas neue...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Dynamik des US-Marktes verlangsamt sich, während Anleiherenditen steigen
15.05.2026

Erfahren Sie, welche treibenden Kräfte aktuell die Märkte bewegen und was Anleger jetzt unbedingt beachten sollten.

DWN
Politik
Politik Geheimdienstbericht: Versteckt sich Paranoider Putin wirklich in einem Bunker?
15.05.2026

Wladimir Putin steht in Russland zunehmend für ein System, das Kontrolle, Abschottung und Misstrauen zum Machtprinzip erhebt. Wie tief hat...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Berliner KI-Unternehmen Unframe will Datenchaos in Firmen ordnen
15.05.2026

Unframe will Unternehmen helfen, verstreute Informationen in nutzbare Arbeitsabläufe zu übersetzen. Im Fokus stehen Datenanalyse,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Welthandel unter Druck: Golfkrise belastet den globalen Containerverkehr
15.05.2026

Die Golfkrise verschärft die Spannungen im Containerverkehr und lenkt Handelsrouten zunehmend in Richtung Afrika. Welche Folgen hat diese...

DWN
Politik
Politik Trump und Xi demonstrieren Einigkeit: Doch hinter den Kulissen dominieren harte Konflikte
15.05.2026

Beim Treffen von Donald Trump und Xi Jinping dominieren höfliche Gesten und gegenseitiges Lob. Dennoch verfolgen Washington und Peking...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs rutscht unter 24.000 Punkte: Berichtssaison verliert an Schwung
15.05.2026

Während die US-Börsen von der KI-Euphorie profitieren, zeigt sich der DAX-Kurs vor dem Wochenende deutlich schwächer. Anleger richten...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 20: Die wichtigsten Analysen der Woche
15.05.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 20 aus dem Jahr 2026 fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...