Finanzen

Vulkan-Energie und keine Steuern: El Salvador plant Pilotprojekt „Bitcoin City“

El Salvador will die Bitcoin-Nutzung mit einer neuen Stadt weiter vorantreiben, deren Baufinanzierung auf der umstrittenen Kryptowährung basieren soll.
21.11.2021 15:22
Aktualisiert: 21.11.2021 15:22
Lesezeit: 1 min
Vulkan-Energie und keine Steuern: El Salvador plant Pilotprojekt „Bitcoin City“
Lavaströme fließen aus dem Vulkan und über dem Hang herab. (Foto: dpa) Foto: Kike Rincón

El Salvador will die Bitcoin-Nutzung mit einer neuen Stadt weiter vorantreiben, deren Baufinanzierung auf der umstrittenen Kryptowährung basieren soll. „Bitcoin City“ solle weltweit die erste Stadt ihrer Art werden, die mit den Einnahmen aus neuen Bitcoin-Bonds gebaut werde, sagte Präsident Nayib Bukele am Samstag. Sie solle in der östlichen Region La Union entstehen, geothermische Energie von einem Vulkan nutzen und außer der Mehrwertsteuer keine Steuern erheben. El Salvador hatte in diesem Jahr als erstes Land der Welt Bitcoin als legales Zahlungsmittel zugelassen. Zudem prüft der Staat, ob Vulkan-Energie zur Generierung der Kryptowährung genutzt werden kann. Kritiker beklagen bei der Kryptowährung nicht nur eine noch kaum vorhandene Regulierung sondern auch den hohen Energieverbrauch bei der Erschaffung neuer Coins.

„Investieren Sie hier und verdienen Sie so viel Geld, wie Sie wollen“, sagte der vierzigjährige Bukele ganz in weiß gekleidet und mit der für ihn typisch nach hinten gedrehen Baseball-Mütze bei einer Veranstaltung im Badeort Mizata zum Abschluss einer einwöchigen Bitcoin-Werbewoche, mit der El Salvador Investoren anlocken will. „Dies ist eine vollständig ökologische Stadt, die funktioniert und von einem Vulkan mit Energie versorgt wird.“ Die Hälfte der erhobenen Mehrwertsteuer solle zur Finanzierung der für den Bau der Stadt ausgegebenen Bitcoin-Anleihen verwendet werden, die andere Hälfte für städtische Dienstleistungen wie die Müllabfuhr.

Bukele schätzte, dass die öffentliche Infrastruktur rund 300.000 Bitcoins kosten werde. Die ersten Bitcoin-Bonds will El Salvador demnach bereits im nächsten Jahr ausgeben. Von einer eine Milliarde Dollar schweren „Vulkan-Anleihe“ ist hier die Rede. Aber obwohl Bukele hohe Beliebtheitswerte in Meinungsumfragen genießt, teilen nicht alle Landsleute seine Liebe zu Bitcoin, und die holprige Einführung der Kryptowährung hatte zu Protesten gegen die Regierung geführt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kappa Rus: Wie Putin einen Unternehmer um sein Lebenswerk bringt
20.10.2026

Jahrelang baute ein schwedischer Unternehmer in Russland ein millionenschweres Geschäft auf. Nun nimmt ihm Wladimir Putin per Dekret die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Leere Lager, stockende Bänder: Die deutsche Industrie im Würgegriff neuer Materialengpässe
20.10.2026

Elektronikkomponenten und chemische Rohstoffe werden zur Mangelware. Die neuesten ifo-Daten zeigen, wie fragil der Standort Deutschland im...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorgedepot: Sozialverband warnt vor staatlich geförderter Kostenfalle
20.10.2026

Maximal ein Prozent Gebühren pro Jahr darf das neue Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 kosten. Dennoch warnt der Sozialverband vor...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Aktie: Musk verspricht jedem US-Kind eine Aktie seiner Weltraumfirma
20.10.2026

Jedes Kind in den USA soll von Elon Musk eine Aktie seiner Weltraumfirma SpaceX bekommen. Wie genau das passieren soll, ist noch unklar....

DWN
Finanzen
Finanzen Staatsverschuldung: Wie teuer Deutschlands Schulden jetzt werden
20.10.2026

Deutschlands Staatsschulden wachsen, während die Zinsen an den Anleihemärkten steigen. Der Bund muss immer mehr Geld aufnehmen und...

DWN
Politik
Politik Sonntagsumfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
20.10.2026

Die AfD liegt in der YouGov-Umfrage weiter vorn, während sich bei mehreren Parteien kaum etwas bewegt. Welche Verschiebungen es im...

DWN
Finanzen
Finanzen Vier Jahre Kursentwicklung an der Wall Street: Jetzt wird der Aufschwung auf die Probe gestellt
20.10.2026

Der US-Aktienmarkt hat sich in vier Jahren mehr als verdoppelt. Doch hohe Zinsen und Finanzierungssorgen für den KI-Boom haben nun für...

DWN
Finanzen
Finanzen Buffer-ETFs: Warum der Airbag fürs Depot vor allem Rendite kostet
20.10.2026

Buffer-ETFs versprechen Aktienrenditen ohne die schlaflosen Nächte. In den USA ist daraus ein 78-Milliarden-Dollar-Business geworden, in...