Finanzen

Türkische Lira nach Erdogan-Äußerungen auf Rekordtief

Lesezeit: 1 min
23.11.2021 11:20
Äußerungen von Präsident Erdogan haben die Lira am Dienstag auf ein neues Rekordtief gedrückt. Steuert die Türkei auf einen Währungskollaps zu?
Türkische Lira nach Erdogan-Äußerungen auf Rekordtief
Die türkische Lira beschleunigt ihren Wertverfall in bedrohlichem Ausmaß. (Foto: dpa)
Foto: Depo Photos/ABACA

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan haben die Landeswährung Lira um acht Prozent auf ein neues Rekordtief gedrückt. Für einen Dollar mussten Investoren am Dienstag bis zu 12,49 Lira bezahlen und damit soviel wie noch nie. Erdogan heizte die Talfahrt der Lira erneut an, indem er am Montagabend die drastischen Zinssenkungen verteidigte und versicherte, seinen "wirtschaftlichen Unabhängigkeitskrieg" trotz der breiten Kritik gewinnen zu wollen.

Damit hat die Lira in diesem Jahr bereits 40 Prozent ihres Werts verloren, davon fast 20 Prozent seit Beginn der vergangenen Woche. Erdogan setzt die Zentralbank unter Druck, damit diese ungeachtet einer Inflation von fast 20 Prozent die Zinsen senkt. Damit will er die Exporte, Investitionen und den Arbeitsmarkt in Schwung bringen.

Der ehemalige stellvertretende Zentralbankchef Semih Tumen, der letzten Monat von Erdogan entlassen wurde, forderte eine sofortige Rückkehr zu einer Politik, die den Wert der Lira schützt. "Dieses irrationale Experiment, das keine Aussicht auf Erfolg hat, muss sofort aufgegeben werden und wir müssen zu einer Qualitätspolitik zurückkehren, die den Wert der türkischen Lira und den Wohlstand des türkischen Volkes schützt", erklärte Tumen auf Twitter.

Die Zentralbank hatte ihren Leitzins vergangene Woche von 16 auf 15 Prozent gesenkt, obwohl die Inflationsrate auf fast 20 Prozent geklettert ist. Zugleich wurde für Dezember eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt.

Mehr zum Thema: Steuert Erdoğan die Türkei auf einen Währungskollaps zu?


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Die derzeitigen Währungen sind weich wie Schnee - Gold bleibt bestehen!

Passend zur Jahreszeit schmelzen die bestehenden Währungen durch die Inflation wie Schnee. Setzen auch Sie auf nachhaltigen Werterhalt...

DWN
Deutschland
Deutschland DIW: Hohe Rohstoffpreise können Energiewende ausbremsen

Steigende Preise für die in Windrädern, Solaranlagen und E-Auto-Batterien benötigten Rohstoffe können einer Studie zufolge die...

DWN
Politik
Politik Geopolitische Umbrüche mehren sich in Westafrika

In Westafrika finden derzeit in drei Staaten geopolitische Verschiebungen statt. Die EU wird in allen drei Fällen von den Vorgängen...

DWN
Finanzen
Finanzen Hedgefonds kämpfen um Aareal Bank

Um die Wiesbadener Aareal Bank ist ein Wettkampf mehrerer Hedgefonds entbrannt.

DWN
Finanzen
Finanzen Das Ende der lockeren Geldpolitik: Kommt 2022 der Börsencrash?

Die US-Notenbank plant den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik. Die Finanzmärkte blicken mit Sorge auf die drohende Zinserhöhung. Kommt...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Anleger warten gespannt auf neue Entscheidung der US-Notenbank

Die Börse hat sich nach dem Einbruch vom Montag wieder etwas erholt. Bevor die Fed heute Abend eine neue Entscheidung zu den Zinsen...

DWN
Politik
Politik Paukenschlag: Kroatiens Präsident will bei Ukraine-Krieg Truppen aus Nato zurückziehen

Der kroatische Präsident Zoran Milanović hat unmissverständlich klar gemacht, dass sein Land kroatische Truppen aus den Nato-Missionen...

DWN
Deutschland
Deutschland Erster Landkreis widersetzt sich Impfzwang und Berufsverbot für ungeimpfte Pfleger

Der Landkreis Bautzen wird sich der von der Bundesregierung verordneten Impfpflicht für Pflegekräfte widersetzen.

DWN
Deutschland
Deutschland Alter, Dauer, Beginn: Das sind die wichtigsten Infos zur kommenden Impfpflicht

Im Bundestag soll am Mittwoch eine Orientierungsdebatte über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in der Corona-Pandemie geführt...