Deutschland

Neue Koalition will Familiennachzug für Flüchtlinge ausweiten

Unter der nächsten Bundesregierung sollen mehr Flüchtlinge ihre Angehörigen zu sich nach Deutschland holen können. Zudem will die Ampel-Koalition mehr Fluchtmöglichkeiten nach Deutschland schaffen.
24.11.2021 15:36
Aktualisiert: 24.11.2021 15:36
Lesezeit: 1 min
Neue Koalition will Familiennachzug für Flüchtlinge ausweiten
Migrant in der Nähe der belarussisch-polnischen Grenze hält ein Kind. (Foto: dpa/BelTA/AP | Leonid Shcheglov) Foto: Leonid Shcheglov

Im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP heißt es, der Familiennachzug für Flüchtlinge solle erleichtert werden. Zudem will die Ampel-Koalition mehr legale Fluchtmöglichkeiten nach Deutschland schaffen. Über ein humanitäres Aufnahmeprogramm des Bundes soll beispielsweise Menschen aus Afghanistan geholfen werden.

Einschränkungen beim Familiennachzug gab es zuletzt für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus. Subsidiären oder eingeschränkten Schutz bekommt, wem in der Heimat ernsthafter Schaden droht, zum Beispiel Folter oder Krieg. Viele syrische Bürgerkriegsflüchtlinge fallen in diese Kategorie. Vorübergehend war der zeitweise gewährte Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte ganz ausgesetzt.

Im August 2018 trat dann eine innerhalb der Koalition aus CDU/CSU und SPD ausgehandelte Neuregelung mit einer Obergrenze von 1000 Menschen pro Monat in Kraft. Diese Obergrenze soll jetzt gestrichen werden. Das bedeutet, dass auch alle Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz ihre Angehörigen zu sich holen können.

Nach der aktuellen Gesetzeslage können über den Familiennachzug Ehepartner, minderjährige Kinder sowie Eltern minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Künftig sollen mit den Eltern auch gleich Geschwisterkinder mit einreisen dürfen.

Ausländern, die seit Jahren mit unsicherem Status in Deutschland leben, wollen die Koalitionäre eine Brücke bauen. Wer am 1. Januar 2022 seit fünf Jahren in Deutschland lebt, nicht straffällig geworden ist und sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung bekennt, soll eine einjährige Aufenthaltserlaubnis auf Probe erhalten können, um in dieser Zeit weitere Voraussetzungen für ein Bleiberecht zu erfüllen - insbesondere die Sicherung des Lebensunterhalts sowie der Nachweis der Identität.

Pro Asyl lobte die Entscheidung zum Familiennachzug, kritisierte aber, dass offensichtlich keine Veränderungen bei der Unterbringung von Asylbewerbern geplant seien. "Wir sind tief enttäuscht, dass die Menschen weiterhin bis zu 18 Monate lang isoliert in den Erstaufnahmeeinrichtungen bleiben sollen", sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt.

Mehr zum Thema: Erste Ampel im Bund präsentiert ihren Koalitionsvertrag

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