Politik

Präsident der Ukraine spricht von bevorstehendem Putsch

Lesezeit: 1 min
26.11.2021 16:06
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij sagte, ihm lägen Geheimdienstinformationen vor, wonach es Anfang Dezember einen Putsch geben soll.
Präsident der Ukraine spricht von bevorstehendem Putsch
Am Mittwoch protestierten Menschen in Kiew gegen die Corona-Beschränkungen und die Impfpflicht für Lehrer, Regierungsangestellte und weitere Arbeitnehmer. (Foto: dpa)
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In der Ukraine gibt es nach Angaben der Regierung Pläne für einen Staatsstreich. Präsident Wolodymyr Selenskij sagte am Freitag auf einer Stunden andauernden Pressekonferenz, ihm lägen Geheimdienstinformationen vor, dass es am 1. oder 2. Dezember einen Putsch geben solle. Es gebe entsprechende Tonaufnahmen.

Auf die Frage, ob Russland dabei seine Hände im Spiel habe, sagte Selenskij, darüber könne er nicht sprechen. Die Ukraine habe aber volle Kontrolle über ihre Grenzen und sei bereit für den Fall, dass es zu einer Eskalation mit Russland komme. Die Regierung in Moskau erklärte umgehend, sie habe mit einem angeblichen Staatsstreich nichts zu tun und hege auch keine Pläne für eine Teilnahme daran.

Am Donnerstag hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel besorgt über russische Truppenbewegungen an der ukrainischen Grenze geäußert. Auch die USA und die Nato befürchten, dass es zu einem russischen Angriff kommen könnte. Die Ukraine strebt einen Beitritt zu dem westlichen Militärbündnis an. Russland hat erklärt, damit würde für Moskau ein rote Linie überschritten.

Die Ukraine hat zuletzt 8500 zusätzliche Sicherheitskräfte an die Grenze zu Belarus entsandt. Sie fürchtet zum einen, in den Migranten-Streit zwischen dem Nachbarland und der EU hineingezogen zu werden. Zum anderen wirft sie Russland vor, im großen Stil Truppen an der Grenze zur Ukraine zusammenzuziehen. Demzufolge könnte Russland etwa auch die belarussische Grenze für einen Angriff nutzen.

Moskau weist das zurück und spricht seinerseits von zunehmenden Aktivitäten der Nato in der Region. Daher müsse die Gefechtsbereitschaft russischer Streitkräfte ebenso aufrecht erhalten werden wie die russischen Atomwaffen-Kapazitäten, hatte Verteidigungsminister Sergej Schoigu gesagt.


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