Technologie

Handys von US-Beamten mit israelischer Spyware gehackt

Apple hat die US-Regierung gewarnt, dass Handys ihrer Angestellten gehackt wurden. Dabei kam offenbar die israelische Spyware "Pegasus" zum Einsatz.
04.12.2021 09:36
Aktualisiert: 04.12.2021 09:36
Lesezeit: 1 min
Handys von US-Beamten mit israelischer Spyware gehackt
Mit Pegasus wird das iPhone zum Hackertool. (Foto: dpa) Foto: Wanted Visual

Die iPhones von mindestens neun Angestellten des US-Außenministeriums sind Insidern zufolge von einem Unbekannten mit Hilfe der umstrittenen "Pegasus"-Spionagesoftware der israelischen NSO Group gehackt worden. Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr von vier mit dem Vorgang vertrauten Personen von den Attacken der vergangenen Monate, die damit der größten bekannte "Pegasus"-Einsatz gegen US-Vertreter darstellen.

Betroffen seien US-Mitarbeiter, die sich in Uganda aufhielten oder mit dem Land zu tun hätten, sagten zwei der Insider. NSO erklärte, man habe zwar keine Hinweise, dass ihre Software eingesetzt worden sei. Jedoch seien die entsprechenden Konten gelöscht worden und man werde eine Untersuchung einleiten. Sollten sich die Angaben bestätigen, werde dies juristische Konsequenzen haben.

Vertreter des iPhone-Herstellers Apple lehnten eine Stellungnahme ab. Den Insidern zufolge informierte der Konzern die US-Mitarbeiter wie auch weitere Betroffene in mehreren Staaten über die Angriffe. Dabei wurde der Name des Herstellers der eingesetzten Spionagesoftware nicht genannt. Apple hatte NSO vor einigen Tagen verklagt und dabei erklärt, "Pegasus" sei gegen US-Apple-Nutzer eingesetzt worden.

Ein Sprecher des Außenministeriums in Washington lehnte zwar ebenfalls einen direkten Kommentar zu der Reuters-Meldung ab. Er verwies jedoch darauf, dass das US-Handelsministerium jüngst amerikanischen Unternehmen die Zusammenarbeit mit NSO erschwert habe. Die israelische Botschaft in Washington erklärte, ein Einsatz der Software gegen US-Regierungsmitarbeiter wäre eine schwere Verletzung der Exportvorschriften. Das israelische Verteidigungsministerium muss Ausfuhrlizenzen für NSO genehmigen.

"Pegasus" steht seit längerem in der Kritik. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte im Juli Verkaufsbeschränkungen für das Spähprogramm. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat vor ihm gewarnt.

Medien aus mehreren Ländern hatten berichtet, dass die Software dazu genutzt worden sei, um unter anderem Journalisten und Regierungsvertreter auszuspionieren. Auf einer Liste von potenziellen Abhörzielen stand demnach auch eine Handy-Nummer von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. NSO zufolge ist "Pegasus" dagegen allein für den Einsatz von Geheimdiensten und der Polizei im Kampf gegen Terrorismus und Kriminalität gedacht.

Mehr zum Thema: USA setzen israelische Softwarefirma NSO Group auf Sanktionsliste

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold erlebt ein Comeback: Wie das MTS Money Transfer System Sicherheit und digitale Freiheit verbindet

Steigende Staatsverschuldung, Inflation und geopolitische Spannungen stärken die Bedeutung von Gold als Vermögenswert. Das MTS Money...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Alarmstufe Rot bei Tech-Aktien
30.10.2026

Unerwartete Turbulenzen erschüttern die Märkte – was Anleger jetzt über die aktuellen Entwicklungen wissen müssen.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Drohnen-Shows: Das Start-up Skydance will mit 1.000 Drohnen Europas Himmel erobern
30.10.2026

400 Drohnen über einem Megafestival, ein QR-Code am Himmel und bald eine Flotte mit 1.000 Fluggeräten: Das slowenische Unternehmen...

DWN
Finanzen
Finanzen Verwirrung bei Rentenzahlung: Wer das November-Geld bekommt – und wem ein Zahlungsstopp droht
30.10.2026

An diesem Freitag werden die gesetzlichen Renten überwiesen. Doch die Zahlung betrifft je nach Rentenbeginn unterschiedliche Monate. Für...

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn Paris brennt, denkt man an Anlageratschläge, Straßen und Blut
30.10.2026

Kann ein brennendes Paris gute Nachrichten für Anleger bedeuten? Auf den ersten Blick klingt diese Frage zynisch. Doch an den...

DWN
Finanzen
Finanzen Tankrabatt dämpft Inflation - aber noch keine Entwarnung
30.10.2026

Mit dem erneuten Tankrabatt ist die Inflationsrate in Deutschland deutlich gesunken. Doch eine Trendwende sehen Volkswirte nicht.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das ist Russlands neuer Albtraum
30.10.2026

Das deutsche Verteidigungsunternehmen Helsing bringt zwei neue Luftabwehrraketen und ein KI-gestütztes Abwehrsystem auf den Markt. Ziel...

DWN
Politik
Politik DWN-Podcast Folge 49: Die Woche im Rückblick – KW 44
30.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Finanzen
Finanzen Silberpreis fällt zum Monatsende deutlich: Warum selbst ein Angebotsdefizit den Kurs nicht stützt
30.10.2026

Der Silberpreis steht zum Monatsende erneut unter Druck. Am Freitagmorgen rutschte der Kurs des Edelmetalls zeitweise nur rund 50,65...