Finanzen

Großer Banken-Krach: EZB erwartet bis 2023 eine Welle von faulen Krediten

Die EZB ruft die Banken im Euro-Raum dazu auf, sich auf eine Welle fauler Kredite vorzubereiten, die in den kommenden zwei Jahren auf sie zukommen soll – vor allem aus den Bereichen Hotellerie und Gastronomie, Luftverkehr und aus den reisebezogenen Sektoren
07.12.2021 19:19
Aktualisiert: 07.12.2021 19:19
Lesezeit: 1 min
Großer Banken-Krach: EZB erwartet bis 2023 eine Welle von faulen Krediten
Christine Lagarde (l), die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), und Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission. (Foto: dpa) Foto: Zhang Cheng

Die Europäische Zentralbank sagte, ihre Aufsichtsbehörde werde sich in den kommenden drei Jahren auf die Risiken konzentrieren, denen Kreditgeber durch einen möglichen Anstieg notleidender Kredite (NPL) ausgesetzt sind, so „Bloomberg“.

Mehrere Frühindikatoren deuten auf eine mögliche Verschlechterung der Kreditqualität hin, argumentieren hochrangige EZB-Funktionäre. Die Rate, mit der Banken Kredite als riskanter einstufen, sei doppelt so hoch wie vor der Pandemie, und der Anteil der Kredite unter Forbearance sei gestiegen, hieß es.

„Eine mögliche Verschlechterung der Asset-Qualität in Verbindung mit der schrittweisen Rücknahme öffentlicher Stützungsmaßnahmen sowie Abwärtsrisiken für die wirtschaftliche Erholung erfordert die Aufmerksamkeit der Aufsicht“, sagte Andrea Enria, die den Aufsichtsarm der EZB leitet, in einem Blogbeitrag.

Auch die NPL-Quoten in Sektoren, die anfälliger für die Auswirkungen der Pandemie sind, haben begonnen, zu steigen. Dies mache sich insbesondere in den Bereichen Hotellerie und Gastronomie sowie im Luftverkehr und in den reisebezogenen Sektoren bemerkbar, sagte die EZB.

Zuvor hatten die DWN in einem Beitrag mit dem Titel „Große Lawine an faulen Krediten wird ,Mutter aller Krisen‘ auslösen“ ausgeführt: „Risikoexperten zufolge wird die Lawine an faulen Krediten, die im Verlauf der Corona-Krise entstanden ist, ab dem kommenden Jahr anrollen. Sollte sich diese Warnung bewahrheiten, würde es zu einer bisher noch nie dagewesenen Banken-Krise im Euro-Raum kommen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie: Mit ID. Polo und Cupra Raval beginnt die Elektro-Offensive von Volkswagen
07.06.2026

Volkswagen startet mit einer neuen Generation kompakter Elektroautos in einen der wichtigsten Wachstumsmärkte Europas. Die Erwartungen an...

DWN
Finanzen
Finanzen Ende des billigen Geldes: Wie Staaten den Preis des Krieges zahlen
07.06.2026

Der Krieg im Iran ist nicht nur ein Ölpreisschock. Er zeigt, wie verwundbar Staaten geworden sind, wenn Energiepreise, Inflation und hohe...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IEA-Bericht: Das Zeitalter der Elektrizität beginnt mit Rekordinvestitionen
06.06.2026

Die zweite Energiekrise in fünf Jahren verändert den globalen Energiemarkt. Strom, Netze, Batterien und Solarenergie rücken ins Zentrum...

DWN
Technologie
Technologie E-Auto: Gebrauchte Elektroautos könnten bald deutlich attraktiver werden
06.06.2026

Der Markt für gebrauchte Elektroautos wächst, bleibt aber deutlich hinter klassischen Verbrennern zurück. Gründe dafür sind hohe...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Wirtschaftspolitik unter Beschuss: Mittelstand und Traditionsunternehmen in Existenznot
06.06.2026

Insolvenzrekorde, verzweifelte Unternehmer und eine stagnierende Wirtschaft. Die Existenznot in deutschen Firmen geht um, die Lage war noch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Selbstzweifel im Job: Wie Schwächen zu Stärken werden
06.06.2026

Im Arbeitsalltag verläuft nicht immer alles reibungslos. Weshalb Selbstzweifel ganz normal sind und welche Fragen jetzt besonders wichtig...

DWN
Panorama
Panorama Mercedes CLA im Test: Ungewöhnlich, sparsam und besser denn je
06.06.2026

Der neue Mercedes CLA sieht nicht sofort nach Liebe auf den ersten Blick aus. Doch unter der auffälligen Hülle steckt ein überraschend...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Logistik fordert Frachtgiganten heraus
06.06.2026

Die Frachtbranche galt lange als Geschäft aus Stahl, Schiffen und Terminals. Nun dringt KI in die Buchungen ein, automatisiert Dokumente...