Politik

Scholz zum Kanzler gewählt - große Mehrheit der Bürger gibt Ampel-Koalition höchstens vier Jahre

Olaf Scholz ist zum Bundeskanzler gewählt worden. Die Deutschen sind sehr skeptisch, wie lange sich die neue Regierung halten kann.
08.12.2021 10:30
Aktualisiert: 08.12.2021 10:30
Lesezeit: 1 min
Scholz zum Kanzler gewählt - große Mehrheit der Bürger gibt Ampel-Koalition höchstens vier Jahre
Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, (l-r) macht ein Selfie mit dem designierten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, vor der Kanzlerwahl. (Foto: dpa) Foto: Michael Kappeler

Der SPD-Politiker Olaf Scholz ist zum neunten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt worden. Auf ihn entfielen am Mittwoch in geheimer Abstimmung im Bundestag 395 von 707 abgegebenen Stimmen. Nötig zur Wahl waren 369 Stimmen.

Fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland glauben nicht daran, dass Olaf Scholz länger als vier Jahre Bundeskanzler bleibt. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur rechnen 20 Prozent der Befragten sogar damit, dass die von dem SPD-Politiker geführte Ampel-Regierung von SPD, Grünen und FDP vor der nächsten Bundestagswahl auseinanderbricht.

Weitere 44 Prozent gehen davon, dass Scholz vier Jahre im Amt bleibt, aber dann nicht wiedergewählt wird. Nur 16 Prozent erwarten eine zweite Amtszeit des heute 63-Jährigen. Und gerade einmal 1,3 Prozent der Befragten trauen Scholz zu, so lange wie seine Vorgängerin Angela Merkel (CDU) im Amt zu bleiben: 16 Jahre.

Am Mittwoch soll Scholz im Bundestag zum neunten Kanzler der Bundesrepublik gewählt werden. Er hat mehrfach erklärt, dass er die Ampel-Regierung als langfristiges Projekt über diese Wahlperiode hinaus sieht. Die Koalition trete an, "um miteinander freundlich zusammenzuarbeiten und um wiedergewählt zu werden", sagte er am Samstag auf dem SPD-Parteitag, bei dem die Delegierten dem Koalitionsvertrag zustimmten.

Er versprach auch, die anstehenden Herausforderungen beherzt anzugehen: "Ein Aufbruch kann für Deutschland stattfinden", sagte er. Die Bevölkerung erwartet einen solchen Aufbruch aber nicht. Nicht einmal ein Viertel der Menschen in Deutschland (22 Prozent) rechnet mit großen Veränderungen durch die neue Regierung. 51 Prozent der Befragten glauben, dass die Ampel nur wenig verändern wird. 16 Prozent stellen sich auf gar keine Veränderungen ein. 11 Prozent machen keine Angaben.

Mit der Arbeit der scheidenden Kanzlerin Merkel in den vergangenen 16 Jahren ist eine Mehrheit der Menschen in Deutschland (55 Prozent) zufrieden. Unzufrieden zeigen sich in der Umfrage 38 Prozent. 7 Prozent machen keine Angaben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Technologie
Technologie Bekannter Allrounder: 80 Jahre Unimog - wichtiger denn je?
11.10.2026

Der Unimog ist ein Allrounder: Einst auf dem Acker zur Kartoffelernte, heute bei Kommunen, Feuerwehr oder dem Militär im Einsatz. Warum er...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Die Krise der deutschen Automobilindustrie: Wo geht die Reise hin?
11.10.2026

Die deutsche Automobilindustrie, das historische Rückgrat des nationalen Wohlstands, steckt in ihrer schwersten Krise seit Jahrzehnten....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umgang mit Cookies: BGH verhandelt zu Cookie-Speicherung – darum geht's
10.10.2026

Der Bundesgerichtshof prüft, ob Unternehmen für das Speichern von Cookies auf fremden Internetseiten ohne Einwilligung haften müssen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uber-Robotaxis in Deutschland: Erst Stellen streichen, dann Jobs versprechen
10.10.2026

Uber streicht Tausende Stellen und verspricht gleichzeitig neue Arbeitsplätze in Deutschland. Was widersprüchlich klingt, folgt einer...

DWN
Finanzen
Finanzen Revolut-Bank greift an: Dieser Fintech-Riese will Europas Banken überholen
10.10.2026

Die Revolut-Bank wächst in einem Tempo, von dem klassische Geldhäuser nur träumen können: fast 70 Millionen Kunden, Milliardenbewertung...

DWN
Technologie
Technologie KI-Prompts für Marketing und Vertrieb: 7 KI-Vorlagen für KMU und Selbstständige
10.10.2026

Fast jedes zweite kleine Unternehmen sieht noch keinen echten Nutzen in KI – dabei liegt der Unterschied oft nur im richtigen Prompt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dacia Sandero Stepway: Europas Bestseller hat ein Sicherheitsproblem
10.10.2026

Europas meistverkauftes Auto kommt nicht von Volkswagen, Toyota oder Peugeot, sondern von Dacia. Der Sandero Stepway punktet mit enormer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kingspan Group-Aktie unter Druck: EU greift nach geplatztem Deal durch
10.10.2026

Ein geplatzter Milliardendeal? Nein, ein gescheiterter Firmenkauf mit teuren Folgen. Weil der irische Baustoffkonzern Kingspan die...