Wirtschaft

Über 100 Containerschiffe: Die Total-Blockade vor der Küste Kaliforniens dauert an

Den US-Behörden ist es immer noch nicht gelungen, die Containerschiff-Blockade vor der Küste Kaliforniens aufzulösen. Die Blockade der Fracht wirkt sich auf die US-Produzenten, und damit auf die Inflation im Land aus.
18.12.2021 03:34
Lesezeit: 1 min
Über 100 Containerschiffe: Die Total-Blockade vor der Küste Kaliforniens dauert an
Vor der Küste Kaliforniens warten immer noch zahlreiche Frachtschiffe. (Screenshot via Marine Traffic)

Trotz des epischen Verbraucherbooms in den USA sanken die Containerimporte am Hafen von Los Angeles im November auf 403.569 20-Fuß-Äquivalenteinheiten. Das machte einen Rückgang zum Vormonat in Höhe von 14 Prozent und einen Rückgang zum Vorjahresmonat in Höhe von 13,2 Prozent aus, berichtet „Freight Waves“.

Das letzte Mal, dass die monatlichen Importe nach Los Angeles so niedrig waren wie im November 2021, war im Juni 2020. Damals stornierten die Reedereien ihre Überfahrten nach Amerika aufgrund der eingeschränkten Nachfrage.

Der Rückgang im November 2021 war nicht auf eine geringere Importnachfrage zurückzuführen, sondern auf die Überlastung der Häfen bei einer gleichzeitig hohen Nachfrage. Die Warteschlange der Offshore-Schiffe ist im Dezember 2021 noch größer geworden. Nach Angaben der „Marine Exchange of Southern California“ warteten am 15. Dezember 2021 102 Containerschiffe auf Liegeplätze in Los Angeles und Long Beach. Die Gesamtzahl der vor der Küste und an den Liegeplätzen wartenden Containerschiffe liegt auf oder nahe einem Allzeithoch.

Die Städte Los Angeles und Long Beach dienen als Vermieter der Häfen, und private Unternehmen betreiben die Boote, Terminals, Lastwagen und Lagerhäuser, berichtet die „Los Angeles Times“. Es bleibt ungeklärt, warum es den US-Behörden seit März 2021 nicht gelungen ist, den Stau vor den Häfen von Los Angeles und Long Beach abzubauen.

„Große Hafen-Gateways auf der ganzen Welt haben ein beispielloses Ausmaß an Überlastung erlebt. Im Hafen von Los Angeles ist einer der sichtbarsten Indikatoren für diese Überlastung die Anzahl der vor Anker liegenden Schiffe. Im Normalbetrieb müssen Frachtschiffe nicht vor Anker warten. Der Auftragsbestand an Schiffen begann jedoch vor einem Jahr zu steigen und nähert sich aufgrund des aktuellen Urlaubsschubs einem Allzeithoch“, zitiert das Portal „The Log“ den Pressesprecher des Hafens von Los Angeles, Phillip Sanfield.

Ein US-Hersteller, der Containerlieferungen über eine Spedition buchte, sprach unter der Bedingung der Anonymität mit dem Blatt „The American Shipper“. „Das wirkt sich wirklich auf unsere Produktion aus“, sagte er und merkte an, dass die blockierten Waren „ein wichtiger Bestandteil“ im Herstellungsprozess seines Unternehmens sind. „Wir können von niemandem irgendeine Art von Hilfe bekommen“, so der US-Hersteller.

Die Blockade der Containerschiffe stellt einen Faktor dar, um die Inflation im Land in die Höhe zu treiben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Politik
Politik Teilzeitrepublik: Teilzeit boomt, Vollzeit schrumpft: Arbeiten die Deutschen zu wenig?
30.09.2026

Der Staat klagt über Personalmangel – hat aber selbst die höchste Teilzeitquote unter den Beschäftigten. Eine Studie schlägt nun die...

DWN
Politik
Politik Ende des Brexit? Britischer Premier schließt Wiedereintritt in EU nicht aus
30.09.2026

Der Brexit bleibt auch Jahre nach dem Austritt ein Dauerthema im Vereinigten Königreich. Mit seiner Haltung dazu sorgt der britische...

DWN
Politik
Politik Erster AfD-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt? Siegmund stellt sich zur Wahl
30.09.2026

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will sich nach seinem Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Dezember als Ministerpräsident...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aus für Bohai-Automotive: Werksschließung in Harzgerode
30.09.2026

Der Autozulieferer Bohai Automotive schließt sein Werk im Harz endgültig. Rund 550 Arbeitsplätze verschwinden an dem traditionsreichen...

DWN
Politik
Politik Neuordnung Pflegeversicherung beschlossen: Regierung bringt Pflegereform auf den Weg
30.09.2026

Die Bundesregierung gibt nach langem Ringen von Union und SPD grünes Licht für die geplante Pflegereform. Das Kabinett beschließt den...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Immobilienberatung: ChatGPT wählt einen Immobilienkredit – sinnvoll oder nicht?
30.09.2026

Ein Wohnungskauf für rund 803.000 Euro, eine hohe Eigenleistung und der Wunsch nach Kindern: Kann ChatGPT bei der Wahl des passenden...

DWN
Finanzen
Finanzen LPKF-Aktie bricht nach Prognosesenkung ein: Verzögerte Aufträge belasten Ausblick
30.09.2026

Die LPKF-Aktie ist am Mittwoch kräftig unter Druck geraten. Der Laserspezialist hat seine Prognose für 2026 deutlich gesenkt, weil sich...

DWN
Politik
Politik Russland erhöht Militärausgaben um 27 Prozent. Putin: Krieg mit Europa wäre kurz
30.09.2026

Medwedew spricht von Angriffen auf deutsche Fabriken. Russland beschlagnahmt deutsches Vermögen. Russische Fluggeräte sorgen an der...