Finanzen

Inflationäre Phase: Starkes Kauf-Signal für Gold für das Jahr 2022

An den Märkten gibt es Hinweise dafür, dass im kommenden Jahr die Goldnachfrage drastisch zunehmen könnte. Man sollte nicht vergessen, dass der Goldpreis während der inflationären 1970er Jahre von 35 US-Dollar im Jahr 1971 auf 850 US-Dollar im Jahr 1980 gestiegen ist – ein vierundzwanzigfacher Anstieg, so ein Finanzanalyst.
30.12.2021 14:04
Aktualisiert: 30.12.2021 14:04
Lesezeit: 3 min
Inflationäre Phase: Starkes Kauf-Signal für Gold für das Jahr 2022
1000g Goldbarren liegen am 30.05.2012 bei einem Goldhändler in München (Oberbayern) in einem Tresor auf einem Tisch. (Foto: dpa) Foto: Sven Hoppe

Der Goldpreis entpuppte sich im Jahr 2021 als ein negativer „Performer“ und verlor einem glanzlosen Jahr etwa fünf Prozent an Wert. Doch das technische Bild hat sich seit dem vergangenen Sommer merklich verbessert:

Auf lange Sicht befindet sich der Goldpreis in einem intakten Aufwärtstrend, so der Finanzanalyst Alex Krainer. Trotz einer scharfen Korrektur seit dem Höchststand im August 2020 wurde in den vergangenen Monaten eine Entwicklung beobachtet, die darauf hindeutet, dass der Kaufdruck den Verkaufsdruck bei immer höheren Preisen überwiegt. Wichtig ist, dass die jüngste Rallye damit begonnen hat, die Spitze des abwärts gerichteten Konsolidierungskanals zu durchbrechen. Es überrascht nicht, dass der „TrendCompass“ am 29. Dezember 2021 ein starkes Kaufsignal für Gold generiert hat:

Seit dem 20. Dezember 2021 haben wir eine Netto-Long-Position, aber das Signal vom 29. Dezember 2021 erhöhte dieses Engagement von 33 Prozent Long auf 83 Prozent Long, was fast eine vollständige Long-Position ausmacht:

Der Goldmarkt ist ein winziger Markt im Verhältnis zum Volumen des investierbaren liquiden Kapitals auf den Weltmärkten. Die Schätzungen variieren, aber die volle Marktkapitalisierung für das gesamte kommerzielle Gold der Welt liegt zwischen fünf und sechs Billionen US-Dollar.

Und so wird das Ganze berechnet: Der gesamte Goldbestand der Welt – das gesamte oberirdische physische Gold – wird auf 5,7 bis 6,1 Milliarden Unzen geschätzt. Bei den aktuellen Preisen macht das einen Wert zwischen 10 und 11 Billionen Dollar aus.

Aber etwa die Hälfte dieses Goldes ist in Form von Schmuck vorhanden und hat damit keine kommerzielle Verwendung. Daher repräsentiert die verbleibende Hälfte – zwischen fünf und sechs Billionen US-Dollar – die volle Marktkapitalisierung des gesamten kommerziellen Goldes der Welt. Dabei handelt es sich um einen Betrag, der von den globalen Aktienmärkten, die inzwischen 120 Billionen US-Dollar überschritten haben, in den Schatten gestellt wird. Das meiste davon wird vom globalen Schattenbankensystem kontrolliert, das auf etwa 200 Billionen geschätzt wird.

Da Gold im Vergleich zu anderen Rohstoffen und noch mehr im Vergleich zu Aktien und Anleihen unter Druck geblieben ist, waren die Edelmetalle bei den Anlegern nicht im Trend. Aber das könnte sich ändern, wenn die Märkte wieder Appetit auf Gold und Silber bekommen. Dann würden wir sehr erhebliche Preisanpassungen erleben.

In den vergangenen Jahren haben sich an den Märkten zunehmend sehr scharfe, extreme Preisereignisse manifestiert, die beispiellos erscheinen und im Voraus nicht vorhersehbar waren. So sah beispielsweise der Bitcoin-Kurs bis Mitte 2020 aus:

Nur wenige Monate später sah der Bitcoin-Kurs so aus:

Wenn es einen regelrechten „Run“ auf Gold geben sollte, könnte sich der Goldpreis ähnlich stark nach oben entwickeln. Man sollte nicht vergessen, dass der Goldpreis während der inflationären 1970er Jahre von 35 US-Dollar im Jahr 1971 auf 850 US-Dollar im Jahr 1980 gestiegen ist – ein vierundzwanzigfacher Anstieg, so Krainer. Ob wir in den nächsten Jahren ein ähnliches Szenario sehen werden, kann niemand vorhersagen, doch es besteht zumindest die Möglichkeit einer ähnlichen Entwicklung wie in der Vergangenheit.

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