Politik

Frankreich wirft Russland Umgehung der EU in Ukraine-Krise vor

Frankreich pocht auf eine Einbindung der EU in die Gespräche über die Ukraine-Krise. Paris wirft Moskau vor, ausschließlich Gespräche mit Washington zu führen. Doch das war absehbar.
07.01.2022 14:28
Aktualisiert: 07.01.2022 14:28
Lesezeit: 1 min
Frankreich wirft Russland Umgehung der EU in Ukraine-Krise vor
Emmanuel Macron (M), Präsident von Frankreich, geleitet Wolodymyr Selenskyj (l), Präsident der Ukraine, und Wladimir Putin, Präsident von Russland, zu ihren Plätzen. (Foto: dpa) Foto: Alexei Nikolsky

Frankreich pocht auf eine Einbindung der EU in die Gespräche über die Ukraine-Krise. Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian warf dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Freitag vor, Gespräche lediglich mit seinem US-Kollegen Joe Biden zu führen. „Wladimir Putin will die Europäische Union umgehen“, sagte Le Drian den Sendern BFM TV und RMC. Putin versuche, den Zusammenhalt der EU-Staaten zu beschädigen. „Man kann die EU-Sicherheit nicht ohne die Europäer planen.“ Ähnlich hatte sich zuletzt auch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell geäußert.

Der französische Präsident Emmanuel Macron plant nach eigenen Angaben ein Gespräch mit Putin, nannte aber auf einer Pressekonferenz am Freitag weder einen Termin noch weitere Details. Frankreich hat zu Jahresbeginn turnusmäßig für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Putin und Biden haben wiederholt über die Ukraine-Krise und weitere Themen konferiert. Russland hat sich mit Frankreich und Deutschland zuletzt lediglich auf Ebene von Beratern darüber ausgetauscht.

In der DWN-Analyst mit dem Titel „USA warnen Europa: Russland erwägt Invasion der Ukraine“ wird ausgeführt, welchen Stand Deutschland und Frankreich in der Ukraine haben. In der Analyse heißt es: „Die aktuellen Entwicklungen sind aus zweierlei Blickwinkeln besonders interessant. Zum einen wollen die USA, dass Deutschland und Frankreich (und die EU im Allgemeinen) gegenüber Russland eine harte Position einnehmen – mit dem Hinweis auf den Ukraine-Konflikt. Zum anderen macht der russische Chefdiplomat Lawrow Paris und Berlin für die politischen Aktionen Kiews im Ukraine-Konflikt verantwortlich. Damit wird auch deutlich: Wenn die Friedensgespräche im Rahmen des Normandie-Formats wiederbelebt werden sollten, wird Moskau klare Bedingungen stellen, denen die Ukraine wahrscheinlich nicht zustimmen wird. Spätestens dann wäre dieses Format – und nicht in etwa die NATO – regelrecht ,hirntot‘. Als große Spieler in der Ukraine würden dann die USA und Russland unter einer stillen und aktiven Beteiligung Großbritanniens übrigbleiben.“

Zuletzt hatten russische Truppenbewegungen in der Nähe der Ukraine international Besorgnis ausgelöst. Russland verneint eine Invasionsabsicht, fordert jedoch unter anderem eine verbindliche Absage an eine Aufnahme der Ukraine in die Nato.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Elektronische Patientenakte: Hausärzte warnen vor Kassen-Zugriff auf Patientenakten
22.10.2026

Werden Patienten mit einem neuen Digitalgesetz besser vor Krankheiten geschützt - oder werden sie neuen Risiken anderer Art ausgesetzt?...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: CoreWeave und Sandisk im Tech-Ausverkauf schwer getroffen
22.10.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Auslöser die Wall Street in Aufruhr versetzen und was das für die Märkte bedeutet.

DWN
Technologie
Technologie Enthüllt: Diese US-Techkonzerne wollten den Stromverbrauch ihrer Rechenzentren geheim halten
22.10.2026

Google und Microsoft wollten zentrale Angaben zum Stromverbrauch ihrer irischen Rechenzentren unter Verschluss halten. Die Umweltbehörde...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hier sind die besten und schlechtesten Rentensysteme der Welt
22.10.2026

Deutschlands Rentensystem gerät zunehmend unter Druck, während Dänemark im weltweiten Renten-Ranking auf den zweiten Platz klettert....

DWN
Politik
Politik Steuereinnahmen steigen: Klingbeil sieht trotzdem keinen neuen Spielraum
22.10.2026

Die neue Steuerschätzung bringt dem Bund Milliarden an zusätzlichen Einnahmen. Für Finanzminister Lars Klingbeil bedeutet das trotzdem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rüstungsboom statt Autokrise: Mittelstand drängt in die Wehrtechnik
22.10.2026

Deutschlands Wehretat knackt die 100-Milliarden-Euro-Marke und treibt den industriellen Strukturwandel voran. Weil das klassische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft SpaceX mit Milliardengewinn: Elon Musk plant die größte Fusion aller Zeiten
22.10.2026

Elon Musk meldet einen Milliardengewinn bei SpaceX und denkt bereits über den nächsten historischen Schritt nach. Eine Fusion mit Tesla...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Verbrenner-Aus in der EU: Lockerung nimmt erste Hürden im Europaparlament
22.10.2026

Das geplante Verbrenner-Aus könnte weniger strikt ausfallen als bislang vorgesehen. Im Europaparlament haben sich erste Ausschüsse für...