Finanzen

Werden Anleger in Gold-Fonds und physisches Gold viel Geld verlieren?

Einige Analysten meinen, dass auf dem Goldmarkt eine „Bullen-Falle“ entsteht. Anleger, die in Gold-Fonds und physisches Gold investieren, könnten Geld verlieren. Allerdings behauptet der Investor Daniel Oliver das Gegenteil.
14.01.2022 16:27
Aktualisiert: 14.01.2022 16:27
Lesezeit: 2 min
Werden Anleger in Gold-Fonds und physisches Gold viel Geld verlieren?
Ein Goldbarren mit 1000 Gramm lehnt an einem großen Goldbarren mit zwölf Kilo Gewicht, aufgenommen am 14.11.2008 in München (Oberbayern) bei einem Goldhändler. (Foto: dpa) Foto: Peter Kneffel

Der Goldpreis hatte im vergangenen Monat sehr gut auf die Ankündigung einer Straffungspolitik der US-Notenbank Fed reagiert und war gestiegen. Im Januar 2022 kam es ebenfalls zu einem Anstieg des Goldpreises.

Everett Millman, Edelmetallexperte von Gainesville Coins, hatte zuvor „Kitco News“ mitgeteilt, dass drei Zinserhöhungen durch die Fed unwahrscheinlich sein dürften. Doch diesem Ansatz zufolge dürften dann vier Zinserhöhungen erst recht unwahrscheinlich sein. Deshalb seien diese Ankündigungen mit Skepsis zu betrachten.

„Das ist das klassische Spielbuch für die Fed – versuchen Sie, mit Rhetorik und öffentlicher Kommunikation das Marktverhalten zu beeinflussen, ohne die Geldpolitik ändern zu müssen“, so „Kitco News“.

Przemyslaw Radomski sprach im Dezember 2021 davon, dass auf dem Goldmarkt eine sogenannte „Bullen-Falle“ („Bull-Trap“) stattfinden könnte. Er warf folgende Frage auf: „Sie sehen, wie ein Rohstoff fällt, dann kehrt er um (…) nur um am Ende weiter zu fallen. Ist dies jetzt der Fall?“

Für alle potenziellen Anleger, die die sogenannte „Bullen-Falle“ nicht kennen, bietet „Boerse.de“ folgende Definition: „Eine Falle, in die ein Haussier aufgrund seiner technischen Analyse bzw. der dabei ermittelten Kaufsignale hineintappt, insofern diese sich nachträglich als Fehleinschätzung erweisen und der Anleger von einer negativen Kursentwicklung überrascht wird.“

Das Gegenteil ist die „Bären-Falle“: „Eine Falle, in die ein Baissier aufgrund seiner technischen Analyse bzw. der dabei ermittelten Verkaufssignale hineintappt, insofern diese sich nachträglich als Fehleinschätzung erweisen und der Anleger von einer positiven Kursentwicklung überrascht wird.“

In einem aktuellen Beitrag („Goldpreis: Achtung Bullenfalle! Oder beste Chance?“) auf der Webseite „Investing.com“ führt der Analyst Peter Seidel aus: „Nichts wäre ärgerlicher als in eine Bullenfalle zu tappen. Aber eine Chance zu verpassen, ist auch ein unschönes Gefühl (…) Doch besteht die Möglichkeit sich erneut zu attraktiven Goldkursen einzukaufen? Durchaus. Interessanterweise lässt sich das bullishe Momentum nach unten hin gut abgrenzen, was dieses Engagement noch einladender wirken lässt. Man muss nicht blindlinks in die Bullenfalle tappen, sondern sieht sie zu einem frühen Zeitpunkt und kann sie entsprechend umgehen bzw. auf dem Weg umkehren.“

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2021 kauften die Deutschen mehr als 90 Tonnen Gold in Barren und Münzen. Das geht aus einem Bericht des World Gold Council hervor. Das war die größte Menge innerhalb eines Halbjahres seit dem Jahr 2009. Damit waren die Deutschen Europameister.

Aktuell gibt es eine Reihe von widersprüchlichen Meldungen und Analysen in den Medien. Während einige Analysten die Bürger dazu ermutigen wollen, in physisches Gold und Gold-ETFs zu investieren, warnen andere Analysten davor, dass die Anleger vorsätzlich in eine „Bullen-Falle“ getrieben werden.

Altersvorsorge Neu Gedacht“ führt in diesem Zusammenhang aus: „Der Goldexperte Tom Luongo erinnert an die Einführung des ersten börsengehandelten Gold-Fonds, der das angebliche Liquiditätsproblem von Gold lösen sollte und von Goldanlegern gefeiert wurde. Doch der angeblich physisch gedeckte SPDR Gold ETF, der heute SPDR Gold Shares ETF heißt, musste laut Prospekt gar kein physisches Gold einer bestimmten Qualität halten, sondern konnte auch das sogenannte ,Papiergold‘ halten. Und eben weil dieser Gold-ETF auch durch ,Papiergold‘ gedeckt werden konnte, floss eine großer Teil der Investorennachfrage nach Gold in diese Papiere, was kaum eine positive Wirkung für den Goldpreis hatte. Genau das Gegenteil war der Fall. Der physische Spotmarkt und der Devisenhandel mit Gold wurden entlastet, und die viele Kleinanleger wurden an den Finanzspekulationen der Wall Street beteiligt.“

Der Gründer von „Myrmikan Capital“, Daniel Oliver, ist der Ansicht, dass der Goldpreis auf 10.000 US-Dollar steigen wird.

Doch die US-Investmentbank Goldman Sachs behauptet, dass Bitcoin und andere Kryptowährungen Gold als Wertaufbewahrungsmittel regelrecht ersetzen werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Vielleicht ist alles, was man Ihnen über Geld erzählt hat, falsch?
12.07.2026

Vielleicht gelten die jahrhundertealten Investitionsweisheiten nicht mehr? Vielleicht sind es Mythen, die früher einmal funktioniert...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnungswirtschaft: Neubau droht der "Kollaps"
12.07.2026

Schon 2025 sank die Fertigstellung neuer Quartiere auf den niedrigsten Wert seit mehr als einem Jahrzehnt. Auch für dieses Jahr schlägt...

DWN
Technologie
Technologie Cyberrisiken erkennen: 5 typische Schwachstellen im Mittelstand und was Unternehmen tun können
12.07.2026

Cyberangriffe treffen den Mittelstand oft nicht durch spektakuläre Hackertricks, sondern durch alltägliche Versäumnisse. Eine Analyse...

DWN
Panorama
Panorama Von der Pandemie zur erschöpften Gesellschaft: Verschwindet die Menschlichkeit immer mehr?
12.07.2026

Alles begann mit der COVID-19-Pandemie, seitdem geht es weiter bergab. Es entstehen immer neue militärische Konflikte, wirtschaftliche...

DWN
Technologie
Technologie Verliebt in einen Bot – Sind KIs die besseren Partner?
12.07.2026

Immer verfügbar, stets zuvorkommend, keine Ego-Touren: Im Gespräch mit KI-Bots fehlt der menschliche Faktor. Kann das unter Umständen...

DWN
Immobilien
Immobilien Vom Leerstand zum Lebensraum – der Staat will leere Büros in Wohnraum verwandeln
12.07.2026

Die deutschen Innenstädte stecken in einer bizarren Identitätskrise: Auf der einen Seite suchen Menschen verzweifelt nach bezahlbarem...

DWN
Panorama
Panorama Porträt: Er erbte Milliarden und ein Schloss – so hält er das Erbe seines berühmten Großvaters am Leben
12.07.2026

Er erbte Tausende von Werken des vielleicht größten Künstlers der Welt. Nun widmet er seine Zeit dem Verleihen dieser Werke an Museen...

DWN
Politik
Politik Renteneintritt: Die Babyboomer-Welle trifft den Arbeitsmarkt hart
11.07.2026

Der bevorstehende Rentenboom der Babyboomer-Generation wird die deutsche Wirtschaft weitaus härter treffen als bislang prognostiziert. Zu...