Finanzen

„Eine hohe Inflation könnte Goldpreis auf Rekord-Höhen treiben“

Je höher die Inflation ausfällt, desto mehr Menschen investieren ihr Geld in Edelmetalle. In der Spitze sei ein Preisanstieg für eine Feinunze bis auf 2120 Dollar je Feinunze möglich, heißt es in einem Bericht.
25.01.2022 15:36
Aktualisiert: 25.01.2022 15:36
Lesezeit: 1 min

Eine hohe Inflation und ein schwächerer US-Dollar könnten den Goldpreis nach Einschätzung des Handelshauses Heraeus in diesem Jahr auf ein Rekordhoch treiben. In der Spitze sei ein Preisanstieg für eine Feinunze bis auf 2120 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) möglich, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Jahresausblick von Heraeus Precious Metal. Damit würde der Goldpreis das bisherige Rekordhoch von 2075 Dollar vom Sommer 2020 übertreffen. Die Experten des Handelshauses sehen unter anderem den starken Anstieg der Inflation als wesentlichen Preistreiber am Goldmarkt.

„Das Risiko anhaltender Inflation ist positiv für Gold“, heißt es im Jahresausblick. Nach Einschätzung der Heraeus-Experten liegen mit der US-Notenbank (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) die beiden führenden Notenbanken der Welt bei der Inflationsbekämpfung „weit hinter der Entwicklung zurück". Auch wenn die Fed mittlerweile auf die erste Leitzinserhöhung seit Beginn der Corona-Krise zusteuert, werden die Zinsschritte den Fachleuten zufolge nur langsam erfolgen. Der Realzins, also der Zinssatz nach Abzug der Inflationsrate, werde daher deutlich negativ bleiben“, hieß es in der Analyse. In den USA lag die Inflationsrate im Dezember bei 7,0 Prozent.

Einen möglichen Preistreiber sehen die Heraeus-Experten auch in der Entwicklung des Dollar. „Der Dollar könnte schwächer werden, was einen höheren Goldpreis unterstützt“, hieß es. Außerdem könnte Gold als Krisenwährung profitieren, falls es zu einer Eskalation des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine kommen sollte, sagte Henrik Marx, Leiter Edelmetallhandel Heraeus Precious Metal. Allerdings machte der Heraeus-Experte auch deutlich, dass keine größeren Preisbewegungen zu erwarten seinen, falls es zu einer Reduzierung der Goldlieferungen aus Russland kommen sollte.

Darüber hinaus dürften nach Einschätzung der Heraeus-Experten die Zentralbanken ihr Goldreserven weiter aufstocken und damit als Käufer aktiv bleiben. Im vergangenen Jahr hätten Notenbanken ihre Goldbestände um mehr als 400 Tonnen erhöht, hieß es in der Analyse. Der Trend dürfte sich fortsetzen.

Im laufenden Jahr sei derweil mit einem leichten Anstieg der Nachfrage nach Goldschmuck zu rechnen. Nachdem sich die Schmucknachfrage in China bereits auf das Niveau vor der Corona-Pandemie erholt habe, habe Indien noch etwas Nachholbedarf.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Investitionsstrategien im KI-Zeitalter: Kriterien für langfristige Wertschöpfung
15.02.2026

Künstliche Intelligenz prägt Investitionsentscheidungen und verändert die Bewertungsmaßstäbe an den Finanzmärkten. Wie lassen sich im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Schlüsselindustrien im Umbruch: Deutschlands Rolle am europäischen Markt
15.02.2026

Deutschland steht vor neuen wirtschaftlichen Weichenstellungen in einem sich wandelnden europäischen Umfeld. Wie lässt sich unter diesen...

DWN
Politik
Politik Grenzwerte: Umweltbundesamt bestätigt ausreichende Luftqualität in Deutschland
15.02.2026

Die Europäische Union gibt Grenzwerte vor, die in den Ländern eingehalten werden müssen. Die Luftqualität in Deutschland hat im...

DWN
Technologie
Technologie Elektronische Patientenakte spärlich genutzt: Gesundheitsministerin will ePA attraktiver machen
15.02.2026

Gesundheitsministerin Nina Warken weiß, dass bisher nur ein Bruchteil der gesetzlich Versicherten die sogenannte ePA aktiv nutzen. Sie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB setzt auf strikte Regeln für Banken: Kapital als Stabilitätsanker
15.02.2026

Die EZB hält trotz politischen Drucks an strikten Kapitalregeln für Banken fest und warnt vor Risiken für die Finanzstabilität. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Historische Marke: Musks Vermögen überschreitet 800 Milliarden Dollar
14.02.2026

Elon Musk überschreitet als erster Unternehmer die 800-Milliarden-Dollar-Marke und baut seinen Vorsprung an der Spitze der Forbes-Liste...

DWN
Politik
Politik Chinas Militär im Umbruch: Xi Jinpings Strategie im Taiwan-Konflikt
14.02.2026

Chinas Führung greift tief in die militärische Machtstruktur ein und ordnet die Spitzen der Streitkräfte neu. Welche Folgen hat dieser...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Was Wirtschaftsprüfer zuerst prüfen: Wie Unternehmen bei der Prüfung bestehen
14.02.2026

Unternehmen stehen bei Abschlussprüfungen unter wachsendem regulatorischem Druck und steigenden Transparenzanforderungen. Entscheidet sich...