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Valentin ausbuchstabiert: Gedanken rund um die Liebe

Die einen feiern ihn als Tag der Liebe, die anderen sehen ihn als kommerzielle Falle - den Valentinstag. Dabei kann ein Blick über den Tellerrand viel Unterschiedliches vereinen.
07.02.2022 11:09
Lesezeit: 2 min
Valentin ausbuchstabiert: Gedanken rund um die Liebe
Eine rote Rose steckt im Briefkasten eines Mehrfamilienhauses. Die einen feiern ihn als Tag der Liebe, die anderen sehen ihn als kommerzielle Falle - den Valentinstag. (Foto: dpa)

Auch wenn der Sinn des Valentinstages umstritten bleibt - die Chance, sich auf die unendlichen Aspekte der Liebe zu besinnen, bietet er allemal.

Vielfalt: Er schenkt ihr rote Rosen oder Pralinen, vielleicht ein schickes Kleid - Klischees kochen am Tag der Liebe besonders hoch. Dabei wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes allein im Jahr 2020 etwa 281 000 gleichgeschlechtliche Partnerschaften registriert, in denen nicht unbedingt ein Mann eine Frau beschenkt. Zudem: Neben der gängigen Form der Zweisamkeit gibt es zum Beispiel auch die sogenannte Polyamorie - Liebe zu mehreren Partnern. In offenen Beziehungen gibt es mehr Freiraum, auch Dates mit anderen sind vollkommen okay.

Arten: Schon 1973 hat der kanadische Soziologe John Alan Lee unterschiedliche Arten von Liebe definiert, die deutlich machen: Nicht jeder hat an eine Beziehung dieselben Erwartungen. Mitunter steht die sexuelle Freiheit im Vordergrund, Verpflichtungen zwischen den Partnern spielen da keine so große Rolle. Wird der andere aber zum Lebensmittelpunkt, kommt auch Eifersucht ins Spiel. Gefühle können dann verrückt spielen. In manchen Bindungen geht es vor allem freundschaftlich zu: Respekt und Toleranz sind das A und O.

Locker bleiben: Psychologe Kay Brauer von der Universität Halle hat entdeckt, dass Verspieltheit in Beziehungen gut tut. Gemeint ist, alltägliche Situationen mit spielartigen Elementen amüsanter zu gestalten und so Routinen zu durchbrechen. Auch das Zanken sei dann einfacher: Es würden „neue Sichtweisen in einen Streit eingebracht“, sagt Brauer.

Evolution: Ohne die Evolution sei es nicht möglich, die Liebe zu erklären, sagt Thomas Junker. Er lehrt Geschichte der Biowissenschaften an der Universität Tübingen. Partnerschaften dienten früher vor allem der Erziehung der Kinder. „Man suchte sich jemanden, mit dem das Projekt funktioniert“, sagt Junker. Auch wenn sich die Lebensformen heutzutage stark verändert hätten, simulierten viele Partner trotzdem weiterhin das evolutionäre Erbe. Auch homosexuelle Paare, die Kinder adoptierten, orientierten sich oft an traditionellen Stereotypen, erklärt Junker.

Naschen: Liebe geht bekanntlich durch den Magen - und Essen habe immer etwas Sinnliches, gar Erotisches, sagt Paartherapeut Matthias Fuhrmeister aus Düsseldorf. Es komme aber auch darauf an, wie die Partner sozialisiert sind. So kann einer sehr viel Wert auf die gemeinsame Mahlzeit legen, weil er es von zu Hause so gewohnt ist. Der andere könne aber womöglich auch darauf verzichten. Fuhrmeister hält gemeinsames Essen für besonders wichtig, damit sich Paare Zeit füreinander nehmen und sich beispielsweise mal gegenseitig ausführen und überraschen. Vor allem dann, wenn sie bereits Kinder haben.

Tanzen: Tanzlehrerin und Heilpraktikerin Kathinka Forstmann aus Bremen verbindet ihre Paartherapien mit dem Tanzen. „Es fordert und fördert“, sagt sie. Paare müssten sich beim Tanzen nämlich aufeinander einlassen können. Sie arbeiteten dabei spielerisch an Führung oder Vertrauen und bekämen Gelegenheit, Dinge zu verbessern, ohne viele Worte zu verlieren. Beim Tanzen kommt man sich zudem sehr nahe: „Man muss sich riechen können“, sagt Forstmann.

Intimität: Paartherapeut Fuhrmeister sieht Intimität für eine nachhaltige Beziehung als unerlässlich an. Er unterscheidet zwei Arten: die körperliche und die seelische. Dabei komme es aber darauf an, was die Individuen gerade brauchten, sagt Fuhrmeister. Es könne durchaus vorkommen, dass sich Paare zwar seelisch sehr nahe sind, dennoch aber jahrelang keinen Sex haben. Für sie sei die Herausforderung, ihre physische Intimität neu zu entdecken.

Nicht so negativ: Der US-Psychologe und Autor John Gottman hat die Stabilität von Ehen erforscht und weiß genau, was getan werden muss, damit Beziehungen besonders lange halten. Das Geheimnis: öfter loben als kritisieren. Seine „5:1-Formel“ besagt in etwa, dass fünf positive Verhaltensweisen notwendig sind, um in einer Beziehung eine negative Interaktion zu kompensieren. Überwiegen hingegen Streit und schlechte Erfahrungen, ist das Ende absehbar.

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