Deutschland

Tchibo erhöht Kaffeepreise – Weltmarktpreise ziehen stark an

Rohkaffee ist auf dem Weltmarkt sehr viel teurer geworden. Mit Verzögerung schlägt das jetzt auf die Kaffeepreise im Einzelhandel durch.
07.02.2022 14:08
Aktualisiert: 07.02.2022 14:08
Lesezeit: 1 min

Der führende deutsche Kaffeeröster Tchibo erhöht zum zweiten Mal innerhalb von neun Monaten die Kaffeepreise. Je nach Sorte und Herkunftsland sollen die Verkaufspreise zum 21. Februar zwischen 50 Cent und 1,30 Euro je Pfund steigen, kündigte das Unternehmen am Montag in Hamburg an. Tchibo gilt als einer der wichtigsten Taktgeber für die Preise im Handel. Der Kaffeeröster und -händler hatte nach vorherigen Preissenkungen zuletzt Mitte Juni die Preise angehoben. Das war die erste Preiserhöhung sei mehr als vier Jahren.

Hintergrund waren schon damals höhere Einkaufspreise auf den Weltmärkten. Sie sind seither weiter kräftig gestiegen. „Wir haben lange gezögert, aber seit vergangenem Sommer sind die Rohkaffeepreise um 50 Prozent gestiegen. Dieser Entwicklung tragen wir Rechnung und passen nun unsere Verkaufspreise an“, sagte Tchibo-Sprecher Arnd Liedtke. Tchibo versicherte, die Verkaufspreise würden wieder sinken, „sobald die Rohkaffeepreise dies zulassen“.

Der Kaffeepreis wird dieses Jahr weiter steigen, hauptsächlich aufgrund des Klimawandels in Brasilien, dem weltgrößten Kaffeeproduzenten und -exporteur.

Im Jahr 2021 stieg der Kaffeepreis auf den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt und Experten zufolge sind die sich verschlechternden Klimabedingungen für die Kaffeeproduktion in Brasilien maßgeblich daran schuld.

Die globalen Märkte hängen stark von der in Brasilien produzierten Kaffeemenge ab, die im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zurückgegangen ist, berichtet „La Prensa Latina Media“.

Der Produktionsrückgang war eine Folge der wirtschaftlichen Instabilität, des Klimawandels sowie der Coronavirus-Pandemie, die immer noch Verwüstungen in den internationalen Produktionsketten anrichtet.

Kaffeeregionen in ganz Brasilien, wie der südöstliche Bundesstaat Minas Gerais, litten unter schweren Dürren und Winterfrösten, die die Blüte der Kaffeepflanzen behinderten, während das La Niña-Wettermuster laut Experten ebenfalls zum Produktivitätsrückgang beitrug.

Der Kaffeepreis war im Jahr 2021 an der New Yorker Börse um 74 Prozent gestiegen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kingspan Group-Aktie unter Druck: EU greift nach geplatztem Deal durch
10.10.2026

Ein geplatzter Milliardendeal? Nein, ein gescheiterter Firmenkauf mit teuren Folgen. Weil der irische Baustoffkonzern Kingspan die...

DWN
Politik
Politik Marine Le Pen plant finanzpolitischen Kurs mit großen Einsparungen: Auf den Straßen wächst die Wut
10.10.2026

Frankreich steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Während Zehntausende junge Menschen gegen marode Schulen und fehlende Investitionen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generation Z trifft auf Generation X: Wie ein Eiskaffee zum Karrierekiller werden kann
10.10.2026

Ein Eiskaffee beim Bewerbungsgespräch sollte eigentlich keine große Sache sein. Doch für manche Personalverantwortliche verrät der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzinsen: Die Zinswende kommt anders als erwartet
10.10.2026

Erst schien die nächste Zinserhöhung der EZB fast sicher, jetzt rudern die Finanzmärkte zurück. Trotz hartnäckiger Inflation und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleger wägen SpaceX-Schritt ab, während die Wall Street boomt
09.10.2026

Wie ein überraschender Deal die Kräfteverhältnisse an der Börse nachhaltig verschiebt.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Finanz Informatik: Der unsichtbare Riese hinter der Sparkassen-Digitalisierung
09.10.2026

Vom Online-Banking bis zu Wertpapiergeschäften – die Finanz Informatik digitalisiert 338 Sparkassen und betreut rund 114 Millionen...

DWN
Politik
Politik Brüssel schlägt vor: weniger Kommissare, weniger Vetos, mehr Schutzklauseln und 15 Jahre Kontrolle neuer Mitglieder
09.10.2026

Die Europäische Kommission will in den bisherigen Mitgliedstaaten Unterstützung für die Erweiterung gewinnen, da dort Sorgen über die...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Sechs Gründe, warum die Micron-Aktie zum Kauf einlädt
09.10.2026

Das Problem besteht nicht darin, einen Grund für den Kauf zu finden, sondern sich zu vergewissern, dass man davon nicht bereits zu viel im...