Finanzen

Deutsche Fonds-Branche verzeichnet Rekord-Absatz

Die deutsche Fondsbranche hat 2021 so viel Geld eingesammelt wie nie zuvor. Vor allem Aktienfonds waren gefragt.
10.02.2022 11:49
Lesezeit: 1 min
Deutsche Fonds-Branche verzeichnet Rekord-Absatz
Die Deutschen haben die Angst vor Wertpapieren abgelegt. (Foto: dpa) Foto: Arne Dedert

Die Fondsbranche in Deutschland hat 2021 einen Absatzrekord geschafft. Insgesamt sammelten die Fonds 256 Milliarden Euro ein, so viel wie nie, wie der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) am Donnerstag mitteilte. Das bislang beste Jahr hatte die Branche 2015 mit Zuflüssen von 186,6 Milliarden Euro verzeichnet. Vor allem die Inflationsrate von 3,1 Prozent und die Negativzinsen hätten Anleger dazu bewogen, ihr Geld in Fonds zu stecken.

"Besonders stark ist die Zahl der Verträge mit Fondssparplänen gestiegen, wie einige Mitgliedsgesellschaften im vergangenen Jahr berichtet haben", sagte BVI-Präsident Alexander Schindler. "Viele Sparer haben offenbar ihre chronische Distanz zur Wertpapieranlage verloren."

Auch beim verwalteten Vermögen verzeichnete der Verband mit gut 4,3 Billionen Euro eine neue Bestmarke. Binnen zehn Jahren sei das Vermögen um mehr als 140 Prozent gestiegen. Der deutsche Fondsmarkt bestätige damit einmal mehr seine führende Position in Europa, sagte Schindler. Der Löwenanteil des verwalteten Vermögens entfällt auf institutionelle Anleger wie Versicherer. Doch auch bei den offenen Publikumsfonds sei ein Rekord verzeichnet worden.

Beim Neugeschäft standen Aktienfonds an erster Stelle: Sie sammelten rund 50 Milliarden Euro ein, das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Mischfonds, die sowohl in Anleihen als auch in Aktien investieren, kamen auf Zuflüsse von 41,8 Milliarden Euro, an dritter Stelle standen Rentenfonds mit 10,3 Milliarden Euro Zuflüssen.

2021 hatte der Dax rund 16 Prozent zugelegt und damit das neunte Mal in zehn Jahren einen Jahresgewinn geschafft. Experten sagen auch für 2022 neue Kursrekorde voraus. Allerdings dürften nicht mehr so große Sprünge wie im vergangenen Jahr drin sein: Börsianer begründen das mit der nachlassenden Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen So bleiben deine Online-Finanzdaten geschützt

Heutzutage wird jede deiner Aktivitäten online nachverfolgt. Es fühlt sich an, als würde immer jemand deine Einkäufe im Internet...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen MSCI stuft Griechenland als entwickelten Markt ein: Chancen und Risiken für Anleger
11.04.2026

Griechenland steht mit der Aufnahme in die MSCI-Indizes wieder stärker im Fokus internationaler Investoren und signalisiert eine neue...

DWN
Immobilien
Immobilien Senkt schnelleres Bauen wirklich die Wohnkosten? Der Bauturbo- und Maßnahmen-Check
11.04.2026

Schwarz-Rot verspricht, dass der Bauturbo und sonstige Maßnahmen, die den Bau von Immobilien beschleunigen, unweigerlich zu Preisfall auf...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Eine nervöse Erholung an der Wall Street, während der brüchige Frieden hält
10.04.2026

Zwischen Hoffen und Bangen: Entdecken Sie, welche verborgenen Marktdynamiken aktuell den Takt vorgeben und für Überraschungen sorgen.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Wenn Heilung stört: Wie Coldplasmatech einen Milliardenmarkt herausfordert
10.04.2026

Das Medizinprodukt von Coldplasmatech revolutioniert die Heilung von chronischen Wunden. Für Millionen Patienten bedeutet es Erlösung von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nahost-Konflikt treibt Ölpreis weiter an: Nordseeöl erreicht Rekordniveau
10.04.2026

Die Eskalation in der Straße von Hormus verschärft die Lage auf den Energiemärkten und setzt Preise sowie Lieferketten weltweit unter...

DWN
Politik
Politik Schlappe für das Innenministerium: Grenzkontrollen an bayerischer Grenze rechtswidrig
10.04.2026

Jahrelange Routine, nun rechtlich erschüttert: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die seit 2015 praktizierten Kontrollen an der...

DWN
Politik
Politik Wettrüsten im Cyberspace: Wenn KI zur Gefahr für die Infrastruktur wird
10.04.2026

Ein neues KI-Modell des US-Entwicklers Anthropic sorgt für Alarmstimmung beim BSI. Das Werkzeug „Claude Mythos“ spürt verborgene...

DWN
Politik
Politik Koalitions-Zoff: Wachsender Druck auf Kanzler Merz wegen ausbleibender Entlastungen
10.04.2026

Angesichts explodierender Energiepreise wächst der Unmut über die abwartende Haltung von Bundeskanzler Friedrich Merz. Während die...