Finanzen

Nervöse Anleger füllen Schweizer Bankschließfächer mit Gold und Bargeld

Lesezeit: 1 min
28.06.2012 22:43
Nachfrage nach Schließfächern enorm gestiegen bei Schweizer Banken ist in den vergangenen Monaten enorm gestiegen. Die Zuspitzung der Krise, die lockere Geldpolitik und die neuen Steuerabkommen haben einen regelrechten Run ausgelöst.
Nervöse Anleger füllen Schweizer Bankschließfächer mit Gold und Bargeld

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Zuspitzung der Schuldenkrise und die stetig gelockerte Geldpolitik vieler Zentralbanken heizt die Nachfrage nach Bankschließfächern in der Schweiz an. Nervöse Anleger verstecken hier ihre Banknoten, Goldbarren und andere Wertgegenstände. Aber auch die neuen Steuerabkommen zwischen der Schweiz und anderen Ländern erhöhen die Beliebtheit der Schließfächer. Schließfächer sind nicht in den Steuer-Abkommen enthalten, weil ihre Inhalte nicht als bankfähige Vermögenswerte gelten

Einige Schweizer Banken, die für finanzielle Stabilität bekannt sind, sagen, sie hätten bereits keinen Platz mehr. „Wir erleben eine steigende Nachfrage nach Safes“, erklärt Albert Steck, Sprecher der Migros Bank. „In vielen Bereichen sind die Schließfächer voll vermietet.“ Auch bei der Zürcher Kantonalbank sind die Anfragen nach Schließfächern in diesem Jahr gestiegen, wie der Sprecher der Bank, Igor Moser Reuters bestätigt.

Ein weiteres Indiz für die große Nachfrage nach Safes liefert die Versicherungsgesellschaft Baloise. Hier hätten bereits mehrere Bankkunden vor kurzem darum gebeten, den Umfang der Deckung für den Inhalt von Schließfächern zu erhöhen. Neben dem allgemeinen Drängen in den Schweizer Franken, da die Schweiz noch als sicherer Hafen angesehen wird, stieg auch das Interesse an 1.000-Franken-Banknoten. Das spreche für den „Fakt, dass die zusätzliche Nachfrage für das Verstauen von Geld ist“, sagt ein Sprecher der Schweizer Nationalbank.

Gerade auch die Geldschwemme durch die Zentralbanken trage zur Sorge vieler Menschen bei, weiß Bruno S. Frey, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Zürich. Die Menschen begegnen diesem Umstand „durch den Kauf von Sachwerten von materiellem Wert“. Gold scheint hier eine gern gesehene Option. Erst kürzlich wurde ein italienischer Geschäftsmann dabei ertappt, wie er Goldbarren unter seinem Autositz in die Schweiz schmuggeln wollte. Aber auch Bildende Kunst und Immobilien werden gern als Anlage genutzt. Der Schweizer Immobilienmarkt boomt und die Preise für Bildende Kunst sind hoch.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland IWF und Bundesregierung planen die Enteignung des deutschen Mittelstands

DWN-Kolumnist Ernst Wolff fordert den Mittelstand auf, sich zu wehren - weil seine Existenz gefährdet ist.

DWN
Politik
Politik Krankenschwester in Österreich stirbt nach AstraZeneca-Impfung

In Österreich ist eine Krankenschwester nach einer AstraZeneca-Impfung verstorben. Ein Zusammenhang zwischen Tod und Impfstoff wird...

DWN
Politik
Politik Gegenspieler von Papst Franziskus: Die Kräfte der Finsternis greifen nach der Macht

Im zweiten Teil des großen DWN-Interviews mit dem umstrittenen Erzbischof Carlo Maria Viganò gibt dieser weitere tiefe Einblicke in seine...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin schwächelt: Ende des Bullenmarkts oder Chance zum Einstieg?

Seit seinem Rekordhoch am 21. Februar befindet sich Bitcoin in einer Phase der Schwäche. Doch Analysten erwarten weitere Rekorde, sobald...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung will Fregatte in Krisengebiet schicken: Supermacht sendet Warnung

Einem Schiff der deutschen Marine steht eine heikle Mission bevor.

DWN
Politik
DWN
Politik
Politik Erzbischof Carlo Maria Viganò: Der Tiefe Staat und die Tiefe Kirche verfolgen die gleiche Agenda

Im großen DWN-Interview legt der umstrittene Erzbischof Carlo Maria Viganò, der als Gegenspieler von Papst Franziskus gilt, seine Sicht...

DWN
Deutschland
Deutschland Tödliche Corona-Verläufe in Berlin am geringsten, in Sachsen-Anhalt am höchsten

Der Johns Hopkins University zufolge ist der Anteil der tödlichen Verläufe der Corona-Erkrankungen in Berlin und NRW deutschlandweit am...