Technologie

USA bauen Roboter-Greifarme für Raumfahrzeuge

Zwei prominente US-amerikanische Raumfahrtunternehmen wurden mit der Umsetzung des Projekts beauftragt, das zu einer "neuen Ära der Weltraumrobotik“ führen soll.
Autor
01.05.2022 14:11
Lesezeit: 1 min
USA bauen Roboter-Greifarme für Raumfahrzeuge
Das Projekt "ModuLink" soll es möglich machen, dass Raumfahrzeuge sich mithilfe von "anschraubbaren" Greifarmen selbst reparieren oder Nutzlasten auf- und entladen können. (Foto: Motiv Space Systems)

Das US-Verteidigungsministerium fördert den Bau von Roboter-Greifarmen für Raumfahrzeuge. Zu diesem Zweck hat die "Defense Innovation Unit" (DIU) einen Vertrag an das Weltraumrobotik-Unternehmen „Motiv Space Systems“ vergeben. „Blue Origin“, das Raumfahrt-Unternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos, soll Motiv Space Systems dabei als Unterauftragnehmer unter die Arme greifen. Bei der DIU handelt es sich um eine Abteilung des Pentagons, die dafür sorgen soll, dass das US-Militär innovative kommerzielle Technologien schneller für seine Zwecke nutzen kann.

Die fortgeschrittene Weltraumrobotik-Technologie des Unternehmens soll, so heißt es in einer Mitteilung von Motiv Space Systems, dafür eingesetzt werden, ein „neues Zeitalter der Weltraumnutzung einläuten, indem im Einsatz befindliche Raumfahrzeuge repariert, erweitert oder modifiziert werden können, um sie widerstandsfähiger und modularer zu machen.“ Bei der Technologie, die dabei zum Einsatz kommen soll, handelt es sich um die Roboterapplikation „ModuLink“.

Die Applikation verfügt laut Angaben von Motiv Space Systems über „zwei robotische Arme, Sensoren und modulare Interfaces.“ Es soll auf einer weiten Bandbreite von Raumfahrzeugen installiert werden können und robotische Raumfahrtmissionen für einen breiten Nutzerkreis verfügbar machen.

Künftig solle ModuLink so unter anderem „der US-Regierung als auch der kommerziellen Raumfahrtindustrie ermöglichen, Nutzlast mit Robotern zu bergen und auszuliefern, alte oder kaputte Komponenten zu reparieren oder auszutauschen, Satelliten aufzutanken, Weltraummüll zu entfernen und Raumfahrzeuge im Weltraum zusammenzubauen".

Chris Thayer, Geschäftsführer von Motiv Space Systems, erklärt: „ModuLink bietet eine spannende und innovative Herangehensweise an Raumfahrzeuge und ihre Fähigkeiten und ermöglicht durch fortgeschrittene Robotik-Technologie Reparaturen im Orbit.“ Das ModuLink-System sei eine „anschraubbare Robotik-Erweiterung für Raumfahrzeuge“, die „zu einer neuen Ära der Weltraumrobotik“ führen werde.

Ausgeschrieben hatte das Pentagon das Projekt bereits im März 2021. Die Entwicklungsphase soll drei Jahre dauern und mit einer Flugdemonstration abgeschlossen werden. Das 2014 gegründete Unternehmen Motiv Space Systems mit Sitz in Pasadena, Kalifornien, hatte zuvor schon den primären Roboterarm des NASA-Mars-Rovers „Perseverance Rover“ entwickelt – einen drei Meter langen mechanischen Arm, der einige der wichtigsten wissenschaftlichen Instrumente des Rovers trägt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Staatliche Datenkontrolle treibt Verbraucher in die digitale Schattenwirtschaft

Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen wirtschaftspolitischen Situation. Während die Bundesregierung versucht, durch...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft FlixTrain rüstet auf: Milliardeninvestition verschärft Wettbewerb mit der DB im Fernverkehr
13.03.2026

FlixTrain investiert Milliarden in neue Fernzüge und baut sein Angebot im deutschen Fernverkehr deutlich aus. Kann der private Anbieter...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russlands Haushalt unter Druck: Steigender Ölpreis bringt nur begrenzte Entlastung
13.03.2026

Die Eskalation im Nahen Osten lässt die Ölpreise weltweit steigen und verschafft Russland kurzfristig höhere Einnahmen aus dem...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Stoïk: Cyberrisiken neu denken, bevor ein Schaden entsteht
13.03.2026

Cyberangriffe werden häufiger und teurer. Stoïk kombiniert Cyberversicherung, Prävention und Cybersicherheitslösungen. Das Unternehmen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg erschüttert die Märkte: Ölpreis, Aktien und Bitcoin unter Druck
13.03.2026

Der Iran-Krieg sorgt weltweit für starke Ausschläge bei Ölpreisen, Aktien, Währungen, Gold und Bitcoin und verschärft die Unsicherheit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preisbremse an der Zapfsäule: Kommt die neue Tankstellen-Regelung noch vor Ostern?
13.03.2026

Pünktlich zum Osterreiseverkehr will das Bundeswirtschaftsministerium den täglichen Preissprüngen an den Tankstellen einen Riegel...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lufthansa-Streik legt Drehkreuze lahm: Hunderte Flüge am zweiten Tag gestrichen
13.03.2026

Der Tarifstreit im Cockpit eskaliert weiter: Auch am zweiten Streiktag hinterlässt der Arbeitskampf der Pilotengewerkschaft Vereinigung...

DWN
Politik
Politik Mission am Polarkreis: Warum der Kanzler den hohen Norden besucht
13.03.2026

Von Raketenstarts bis zur Energiesicherheit: Bundeskanzler Friedrich Merz reist heute ins norwegische Andenes, um die deutsch-norwegische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiepolitik in der Iran-Krise: Wirtschaftsbeiräte legen Strategiepapier vor
13.03.2026

In der Debatte um die rasant steigenden Energiekosten plädieren die Berater von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche für...