Finanzen

„Ice-9“-Szenario: Finanzsystem wird „eingefroren“, um neue Epoche einzuleiten

Im Rahmen eines „Ice-9“-Szenarios nach James Rickards könnte das internationale Finanzsystem „eingefroren“ werden. Das große Ziel besteht in der Zerstörung des Fiat-Geldsystems über eine Hyperinflation.
18.03.2022 18:30
Aktualisiert: 18.03.2022 18:30
Lesezeit: 2 min
„Ice-9“-Szenario: Finanzsystem wird „eingefroren“, um neue Epoche einzuleiten
Stehen wir vor der Einleitung eines neuen Finanzsystems? (Foto: dpa)

Wir geraten möglicherweise in eine „Ice-9“-Situation, in der die ganze Welt wirtschaftlich „einfrieren“ könnte, meint der Finanzanalyst Jim Rickards seit einer längeren Zeit. „Wenn Sie die New Yorker Börse schließen und ich keine Aktien verkaufen und kein Bargeld bekommen kann, werde ich meine Geldmarktfonds verkaufen oder meine Geldmarktfonds einlösen. Dann muss man die Geldmarktfondsindustrie schließen, und dann sagen die Leute: ,Okay, ich gehe zu den Banken oder zu den Geldautomaten‘. Und dann müssen Sie die Banken schließen. Also der Punkt ist, dass es sich von den Börsen auf die Geldmärkte, auf Brokerkonten und auf Banken ausbreitet und Sie am Ende das gesamte System schließen“, zitiert „Kitco News“ Rickards.

Am Ende eines „Ice-9“-Szenarios wird das gesamte globale Finanzsystem heruntergefahren und jede Intervention der Federal Reserve Bank ist möglicherweise nicht mehr wirksam. Rickards wörtlich: „Die Leute sagen, dass Gold bei der Inflation gut abschneidet, und Sie wollen Gold in der Deflation nicht haben, und wir haben vielleicht eine Deflation im Blick, die vielleicht kommen wird. Aber ich betone die größte Periode anhaltender Deflation in der US-Geschichte war von 1927 bis 1933 und in dieser Zeit stieg der Goldpreis um 75 Prozent. Der Goldgewinn im heutigen Zustand wäre noch höher.“

Beim „Ice-9-Szenario“ geht es um eine zukünftige Finanzkrise, bei dem die Bankkonten der Bürger von der Regierung wahrscheinlich für drei oder vier Monate eingefroren werden, während die Welt auf Sonderziehungsrechte (SDR) umsteigt. Im Rahmen dieses Szenarios ist die Nutzung gängiger Währungen nicht möglich.

Die Ausführungen von Rickards harmonieren mit den Ausführungen und der Prognose der DWN-Analyse mit dem Titel „Corona-Prognose: Der ,IMF Coin' wird die neue Leitwährung der Welt“.

In der DWN-Analyse heißt es: „Nach der Corona-Krise wird der „IMF Coin“ die neue Leitwährung der kommenden Epoche. Er wird voraussichtlich an den US-Dollar gekoppelt sein. Doch um dieses Ziel zu erreichen, muss zunächst das weltweite Fiat-Geld in Form von Krediten vernichtet werden.“

Die Voraussetzung für einen derartigen Prozess wäre eine Hyperinflation in Verbindung mit einer massiven Börsenkorrektur. Nur dann wäre es möglich, mit digitalen Zentralbankwährungen, die möglicherweise durch Gold und/oder Silber gedeckt werden würden, von vorne anzufangen.

James Rickards geht in seinem Buch „Die neue große Depression“ (Erscheinungsdatum Januar 2021 beim Finanzbuchverlag) aus, dass die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat.

Aus der Kurzbeschreibung zum Buch geht hervor: „Die derzeitige Krise ist nicht wie die Finanzkrise 2008 oder die Weltwirtschaftskrise 1929. Die neue Depression, die aus der COVID-Pandemie entstanden ist, ist die schlimmste Krise in der Geschichte der Weltwirtschaft. Deflation, Verschuldung und Demografie werden jede Chance auf eine Erholung zunichtemachen, soziale Unruhen drohen. Das noch andauernde Kursfeuerwerk an den Börsen ist eine Illusion. Das Schlimmste steht noch bevor. James Rickards blickt hinter die Kulissen, um die Risiken für unser Finanzsystem zu enthüllen und aufzuzeigen, was Anleger tun können, um diese Zeit der unvergleichlichen Turbulenzen bestmöglich zu überstehen.“

+++Dieser Artikel wurde erstmals am 16. Dezember 2021 veröffentlicht. Auf Wunsch unserer Leser wird er angesichts des aktuellen Finanzumfelds nochmal veröffentlicht+++

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: S&P 500 und Nasdaq geben nach; Ölpreise fallen weiter
02.11.2026

Spannende Entwicklungen an den US-Börsen: Erfahren Sie, welche Faktoren die Märkte heute bewegt haben.

DWN
Finanzen
Finanzen Ist das das Geräusch einer platzenden KI-Blase?
02.11.2026

Die größten Technologiekonzerne investieren immer höhere Summen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Doch Anleger beginnen, die...

DWN
Politik
Politik Midterms in den USA: Warum eine Niederlage bei den Zwischenwahlen Trump entfesseln könnte
02.11.2026

Eine Niederlage der Republikaner bei den US-Zwischenwahlen könnte Donald Trump noch aggressiver machen. Der amerikanische Analyst Richard...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ryanair streicht 62 Flugstrecken: Diese Ziele entfallen
02.11.2026

Ryanair nimmt 62 Verbindungen aus dem Buchungssystem, darunter elf Strecken von und zu sechs polnischen Flughäfen. Besonders betroffen...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: ETF-Abflüsse bremsen die Erholung
02.11.2026

Der Bitcoin-Kurs zeigt sich zum Start in die neue Börsenwoche etwa leichter. Nach einem schwachen Ausklang der vergangenen Handelswoche...

DWN
Finanzen
Finanzen Dieselpreis im November: Oktober deutlich billiger – doch Diesel bleibt teurer als E10
02.11.2026

Der Dieselpreis hat sich im Oktober nach den Rekordwerten des Septembers zwar spürbar entspannt. Laut der am 2. November veröffentlichten...

DWN
Finanzen
Finanzen Technologieaktien versprechen gigantische Renditen und globale Marktmacht – sind aber „nur für Einsteiger geeignet“
02.11.2026

15.288 Prozent Rendite seit dem Börsengang, steigende Gewinne und 64 Kaufempfehlungen von Analysten: Die Alphabet-Aktie gehört zu den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft GTA 6 legt Amerikas Wirtschaft lahm: Wer vom Milliarden-Geschäft profitiert
02.11.2026

Millionen Fans warten auf GTA 6. Doch der Verkaufsstart könnte für die amerikanische Wirtschaft teuer werden: 1,5 Millionen Beschäftigte...