Politik

Showdown zwischen „Bataillon Azov“ und Tschetschenen in Mariupol

In der ukrainischen Hafenstadt beginnt der militärische Showdown zwischen dem „Bataillon Azov“ und den Tschetschenen-Kämpfern der russischen Nationalgarde.
22.03.2022 14:03
Aktualisiert: 22.03.2022 14:03
Lesezeit: 2 min
Showdown zwischen „Bataillon Azov“ und Tschetschenen in Mariupol
Ein tschetschenischer Kämpfer in der Ukraine. (Screenshot via Kadyrov 95)

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine sind 27. Tage vergangen. Der Showdown zwischen dem ultra-nationalistischen „Bataillon Azov“ und den tschetschenischen Kämpfern der russischen Nationalgarde („Rosgvardiya“) haben begonnen. Aktuell kommt es in Mariupol zu heftigen Gefechten zwischen den Kombattanten. In Charkiw und Kiew werden ebenfalls schwere Kämpfe zwischen den Tschetschenen und den ukrainischen Ultra-Nationalisten erwartet. Weder die Mitglieder des „Bataillon Azov“ noch die Tschetschenen der „Rosgvardiya“ sind Söldner. Es handelt sich bei beiden Gruppen um rechtlich-reguläre Soldaten.

Die Zeitung „New York Times“ berichtet, dass Mariupol eine strategische Relevanz zukomme. Es handelt sich dabei um die zweitwichtigste ukrainische Hafenstadt. Sie befindet sich am Asowschen Meer.

Das „Bataillon Azov“ wurde am 5. Mai 2014 in Berdjansk gegründet. Seitdem hat sich das Bataillon zu einer schlagkräftigen Truppe entwickelt. Sie ist ein Teil der ukrainischen Armee. In welchen militärischen Bereichen die Mitglieder des Bataillons seit 2014 geschult wurden, ist offenbar Verschlusssache. Es liegen keine verifizierbaren Informationen dazu vor.

Die tschetschenischen Kämpfer der „Rosgvardiya“, auch bekannt als „Kadyrovtsy“, sind hingegen Spezialisten im Häuserkampf. „Wir mögen Partisanenkrieg. Mit Panzern ist man sichtbar und hörbar, und zu Fuß kann man sich leise anschleichen“, teilte ein tschetschenischer Kommandant dem „Guardian“ mit.

Rückblick

Die Jamestown Foundation berichtet, dass der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am 23. September 2018 ein Dekret erlassen hat, wonach zwei ukrainische Marine-Zusatzboote, die A500 Donbas (Baujahr 1969) und die A830 Korets (1973), durch die Straße von Kertsch in den Hafen von Berdjansk geschickt werden sollen. Die Navigationsfreiheit zielte nicht nur darauf ab, das Recht der Ukraine auf Freizügigkeit durch die Meerenge zu bekräftigen, das Russland aufgrund der Einverleibung der Krim de facto von beiden Seiten beherrscht. Die Ukraine testete wahrscheinlich auch die russische Reaktion und beobachtete deren Aufklärung und Datenerfassungskompetenz. Der nördliche Durchgang von Donbass und Korets durch die Straße von Kertsch war schließlich Teil der Pläne der Ukraine, in Berdjansk einen neuen Marinestützpunkt zu errichten. In den vergangenen Wochen hatte Wolodomyr Selenskyj diesen Plan nochmals bekräftigt. Der Marinestützpunkt am Asowschen Meer soll der dritte Außenposten der ukrainischen Küste werden, der einen strategischen Stützpunkt bewacht. Die beiden anderen sind der westliche Marinestützpunkt (in Odessa), der für die Wahrung der Interessen der Ukraine im gesamten Schwarzen Meer verantwortlich ist, und der südliche Marinestützpunkt (Ochakiv und Mykolaiv), der den Dnjepr und dessen Delta verteidigen.

Die Fläche des Asowschen Meeres beträgt etwa 39.000 Quadratkilometer. Dort patrouillieren etwa 50 bis 70 Schiffe der russischen Küstenwache.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Die Firmen hinter den Casino-Webseiten: Wie groß ist das Netzwerk wirklich?

Wer ein Online Casino besucht, sieht zunächst eine eigenständige Marke. Eigener Name, eigene Webseite, andere Bonusangebote und teilweise...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Aktienmarkt steht an einem KI-Scheideweg: Hier liegt das große Risiko
20.08.2026

Die Aktienmärkte hängen immer stärker am KI-Boom. Besonders die Magnificent Seven und ihre Lieferketten haben die Kurse nach oben...

DWN
Politik
Politik Trump scheitert, China gewinnt, Europa zahlt die Rechnung
20.08.2026

Wo stehen wir nach fast einem halben Jahr Krieg in Iran? Was geschieht auf den für Europa entscheidenden Seiten?

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Strommangel: Bundesnetzagentur bereitet Zwangsdrosselung der Industrie vor
20.08.2026

Ein Blackout steht nicht unmittelbar bevor. Trotzdem schafft die Bundesnetzagentur Instrumente für eine länger anhaltende Mangellage:...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Eli Lilly-Aktie: Neues Supermedikament gegen Adipositas
20.08.2026

Eli Lilly dürfte bald ein neues Supermedikament gegen Adipositas auf den Markt bringen. "Eine solche Gewichtsreduktion hat man noch nie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bankrun in Russland: Warum Bürger ihre Konten leeren
20.08.2026

Ein Bankrun in Russland ist für den Kreml ein Warnsignal. Viele Bürger heben panikartig ihr Bargeld ab. Ökonomen warnen zugleich vor...

DWN
Unternehmen
Unternehmen MG4 Urban im Test: Fast "Das Auto", nur aus China
20.08.2026

Als SAIC Motor das Modell MG4 vorstellte, wurde es sofort zu einem der begehrtesten in China gebauten Elektroautos. Autojournalisten...

DWN
Finanzen
Finanzen Euro-Stablecoins: Wie Europa die Kontrolle über seine Währung verlieren könnte
20.08.2026

Der Euro ist die zweitwichtigste Währung der Welt, doch in der digitalen Finanzwelt spielt er bislang kaum eine Rolle. Während nahezu...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Gewinnmitnahmen nach Zweimonatshoch
20.08.2026

Der Goldpreis hat binnen kurzer Zeit deutlich an Wert gewonnen, doch am Donnerstag legt das gelbe Edelmetall eine Verschnaufpause ein....