Politik

„Bataillon Azov“ vergleicht Russland mit Nazi-Deutschland, Tschetschenen erobern Verwaltungsgebäude von Mariupol

Das „Bataillon Azov“ wirft Russland vor, wie das Nazi-Regime während des Zweiten Weltkriegs zu agieren. Währenddessen haben tschetschenische Kämpfer der Nationalgarde das Verwaltungsgebäude von Mariupol eingenommen. In Mariupol toben schwere Kämpfe zwischen dem „Bataillon Azov“ und Tschetschenen.
25.03.2022 09:54
Aktualisiert: 25.03.2022 09:54
Lesezeit: 1 min
„Bataillon Azov“ vergleicht Russland mit Nazi-Deutschland, Tschetschenen erobern Verwaltungsgebäude von Mariupol
Mitglieder des „Bataillon Azov“. (Screenshot via Website „Bataillon Azov“)

Dem pro-russischen Portal „Ridus.ru“ zufolge haben tschetschenische Kämpfer der russischen Nationalgarde das Verwaltungsgebäude der Stadt Mariupol gestürmt und eingenommen. „Die Jungs melden per Funk, dass sie das Verwaltungsgebäude von Mariupol verlassen und unsere Flagge darüber gehisst haben. Die überlebenden Banditen gingen kein Risiko ein, gaben ihre Positionen auf, wie es für sie bereits zur Tradition geworden ist“, teilt der tschetschenische Präsident Ramzan Kadyrov über Telegram mit.

Die verbleibenden Einheiten der Streitkräfte der Russischen Föderation und der Armee der selbst ernannten „Volksrepublik Donezk“ bewegen sich nach Angaben von Kadyrov in „parallele Richtungen“ und „säubern“ die Stadt von Kämpfern des „Bataillon Azov“. Kadyrov meint, dass Mariupol bald vollständig unter russische Kontrolle kommen wird.

Im Zuge der Kämpfe zwischen den Tschetschenen und des „Bataillon Azov“ wurden große Teile Mariupols zerstört – insbesondere die Außenbezirke und das Gebiet Azovstal. Das „Bataillon Azov“ rüste Schießstände in Wohngebäuden, Schulen, Kindergärten, medizinischen, kulturellen Einrichtungen und Geschäften aus. Aus diesem Grund erleide Mariupol kolossalen Schaden, so „Ridus.ru“.

Dem pro-ukrainischen Portal „Ostro.org“ zufolge hat das „Bataillon Azov“ in den vergangenen zwei Tagen in Mariupol vier Personaltransporter der Tschetschenen zerstört.

Das teilte der stellvertretende Azov-Kommandeur mit dem Rufzeichen „Kalina“ in einer Videobotschaft mit.

„Sogar bei vollständiger Einkreisung zerstörte Azov 4 gepanzerte Personaltransporter und andere Ausrüstung, Infanterie, nahm einen Gefangenen und rettete sein Leben und seine Gesundheit“, sagte Kalina. Er erinnerte daran, dass der „chaotische und zerstörerische“ Beschuss von Mariupol an unaufhörlich weitergehe.

„Das russische Militär verstößt gegen alle Regeln der Kriegsführung, kämpft hauptsächlich gegen die Zivilbevölkerung der Ukraine und zerstört alles, was möglich ist“, sagte so „Kalina“.

„Die Russen verwenden schwere Bomben, die unglaubliche Zerstörungen anrichten. Der Geheimdienst berichtet zunehmend über den Einsatz chemischer Waffen durch Russland, wie es in Syrien geschehen ist. Diese Barbaren nehmen einfache Menschen gefangen und bringen sie unter Druck nach Russland, wo sie Dokumente beschlagnahmen und sie in die nördlichen und östlichen Regionen Russlands schicken, um sie dort in Lagern arbeiten zu lassen. Erinnert das nicht an die Konzentrationslager von Nazi-Deutschland oder die Gulags des stalinistischen Regimes?“, meint er.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (09/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Autoindustrie Slowakei: Der Autoriese ohne eigene Automarke
26.09.2026

Kein anderes Land produziert gemessen an seiner Einwohnerzahl so viele Autos wie die Slowakei. Volkswagen, Kia, Porsche und Land Rover...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Frankreichs Wirtschaft: Fünf Warnsignale vor der Präsidentenwahl
26.09.2026

Frankreichs Wirtschaft kommt kaum noch vom Fleck, während der Schuldenberg weiter wächst und Anleger höhere Zinsen verlangen....

DWN
Finanzen
Finanzen Ölpreis im Aufwärtsmodus: Während KI träumt, verdienen Ölkonzerne Milliarden
26.09.2026

Der Ölpreis steigt rasant und stellt die Weltwirtschaft vor unbequeme Fragen. Teure Energie kann Inflation anheizen, Wachstum bremsen und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unternehmenskultur: Was Firmen von Netflix wirklich lernen können
26.09.2026

Netflix gilt vielen Unternehmen als Vorbild für Freiheit, Verantwortung und weniger Bürokratie. Doch wer erfolgreiche Managementmodelle...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Toyota Corolla Cross im Test: Der Hybrid, der an einen Diesel erinnert
26.09.2026

Der Toyota Corolla Cross verbindet Hybridtechnik mit viel Komfort und erstaunlich niedrigem Verbrauch. In der getesteten GR-Sport-Version...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volvo überrascht mit neuem Chef aus Deutschland: Eine große Chance für Volvo
26.09.2026

Der Verwaltungsrat von Volvo Cars überrascht erneut mit der Wahl eines Vorstandschefs, diesmal aber mit einem unerwartet starken Namen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kampf ums Wasser: Die wasserhungrigen Industrien
26.09.2026

Sechs Zentimeter am Rheinpegel Kaub, Lieferprobleme bei BASF, schwächelnde Wasserkraftwerke: Der Dürresommer 2026 macht endgültig klar,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Irans Feigenblatt sorgt für grüne Zahlen an der Wall Street
25.09.2026

Ein unerwarteter Wendepunkt im Nahen Osten sorgt für Bewegung an den Märkten – erfahren Sie, welche Aktien jetzt besonders profitieren.