Technologie

Patentanmeldungen für erneuerbare Energien stagnieren

Die Zahl der Patente im Bereich der Erneuerbaren stagniert - auf einem benachbarten Feld gibt es jedoch starke Zugewinne.
03.04.2022 08:16
Lesezeit: 1 min

Im Bereich der erneuerbaren Energien stagnieren die Patentanmeldungen beim Deutschen und dem Europäischen Patentamt. Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Energien und russischem Gas gab das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) in München am Dienstag die neuen Zahlen bekannt: Demnach veröffentlichten die beiden Behörden 2021 insgesamt 1099 Patentanmeldungen für Solarenergie, Wind- und Wasserkraft, Erdwärme, Biogas und andere alternative Energiequellen. Das entsprach in etwa dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre.

Vor zehn Jahren hatten beide Behörden noch 2246 Patentanmeldungen im Bereich der erneuerbaren Energien veröffentlicht, wie Patentamts-Präsidentin Cornelia Rudloff-Schäffer und ihre Kollegen anlässlich des jährlich stattfindenden DPMA-Nutzerforums berichteten.

Die aktuelle politische Lage zeige, „dass wir unabhängiger von fossilen Energieträgern werden müssen“, sagte Rudloff-Schäfer. „Deshalb ist auch bei den erneuerbaren Energien wieder mehr Innovationsdynamik notwendig.“

Seit 2016 pendelt die Zahl der jährlich veröffentlichten Anmeldungen für alternative Energien jedoch um die Marke von etwa 1100. Die meisten Anmeldungen gibt es für Solar- und Windanlagen, an der Spitze stehen zwei Windradhersteller: Die spanische Siemens-Energy-Tochter Siemens Gamesa und das dänische Unternehmen Vestas.

Anders sieht die Entwicklung in einem für die Autoindustrie wichtigen Bereich aus: Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Patentanmeldungen für Batterien verdoppelt - 2012 waren es 1602, im vergangenen Jahr bereits 3374. Auffällig ist dabei vor allem der starke Anstieg der Anmeldungen aus China, auch wenn 2021 in absoluten Zahlen Patentanmeldungen deutscher Unternehmen und Entwickler weiter an erster Stelle lagen. Mitgezählt sind sämtliche Anmeldungen für Batterien, nicht nur die für Automotoren entwickelten.

Die Zahlen spiegeln nicht den ganz aktuellen Stand wider, da Patentanmeldungen erst nach einer Frist von 18 Monaten veröffentlicht werden. Das Deutsche und das Europäische Patentamt haben ihren Sitz in München, Doppelanmeldungen wurden nicht mitgezählt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Brady TwinLead: Wenn das Etikett plötzlich mitdenkt

Ein Etikett bleibt am Produkt, doch die Informationen dahinter können sich verändern. Mit TwinLead verbindet Brady physische...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation steigt auf über 3 Prozent
13.10.2026

Die Energiepreise treiben die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren: Im September verteuerten sich Waren...

DWN
Politik
Politik Strategische Ölreserven schrumpfen: Wie viel noch verfügbar ist
13.10.2026

Die Freigabe strategischer Reserven sorgt zunehmend für Sorgen. Die Bestände schrumpfen, da sie zur Dämpfung des Preisdrucks eingesetzt...

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic lockt Sparer mit kostenlosem Altersvorsorgedepot
13.10.2026

Keine Depotgebühren, kostenlose ETFs und staatliche Zuschüsse: Trade Republic will das Altersvorsorgedepot besonders günstig machen....

DWN
Finanzen
Finanzen Hersteller von Metas „Perversen-Brillen“ überrascht mich mit starkem Wettbewerbsvorteil
13.10.2026

Meta bringt künstliche Intelligenz mit seinen Smartbrillen immer näher an den Alltag. Produziert werden sie ausgerechnet von einem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kapitalflucht aus China: Superreiche fliehen vor Pekings Steuerjagd
13.10.2026

Chinas Superreiche geraten ins Visier des Staates. Peking durchleuchtet Auslandsvermögen, friert Konten ein und verhängt Ausreiseverbote....

DWN
Politik
Politik Russlands ehemaliger Ministerpräsident: Putin machte einen Fehler, den er nicht eingestehen kann
13.10.2026

Russlands früherer Ministerpräsident Michail Kasjanow glaubt nicht an ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs. Putin wisse vermutlich, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte: Wall Street uneinheitlich vor Beginn der Berichtssaison
12.10.2026

Spannung an den US-Börsen: Erfahren Sie, welche entscheidenden Faktoren und Quartalszahlen die Märkte aktuell bewegen.

DWN
Politik
Politik Kritische Rohstoffe: EU startet 46 neue Projekte, doch die alten scheitern
12.10.2026

Europa will sich aus Chinas Rohstoffklammer befreien. Dafür bringt Brüssel 46 neue strategische Projekte auf den Weg, die Investitionen...