Politik

US-Regierung warnt Indien vor Öl-Geschäften mit Russland

Die US-Regierung mischt sich offen in die Energiepolitik Indiens ein.
31.03.2022 09:00
Aktualisiert: 31.03.2022 09:23
Lesezeit: 1 min
US-Regierung warnt Indien vor Öl-Geschäften mit Russland
Indiens Premierminister Narendra Modi 2016 im US-Kongress. (Foto: dpa) Foto: Michael Reynolds

Indien würde sich nach Angaben aus US-Kreisen einem "hohen Risiko" aussetzen, wenn es seine Käufe von Öl aus Russland jetzt deutlich hochfahre. "Die USA haben keine Einwände dagegen, dass Indien russisches Öl kauft, vorausgesetzt, es kauft es mit einem Preisnachlass", sagt ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Bedingung sei, dass die Menge nicht wesentlich höher sei als in den Vorjahren. Das Land hat seit dem Beginn des Krieges am 24. Februar mindestens 13 Millionen Barrel Öl aus Russland gekauft, verglichen mit fast 16 Millionen Barrel im Gesamtjahr 2021.

Lawrow reist nach Neu Delhi

Russlands Außenminister Sergej Lawrow besucht nach Angaben aus Neu Delhi am Donnerstag und Freitag Indien. Das teilte das indische Außenministerium am Mittwoch mit, ohne Details zu nennen. Lawrow besucht Indien nach China. Dabei handelt es sich um die zwei bevölkerungsreichsten Länder der Welt, die im Ukraine-Krieg bislang weder westliche Sanktionen mitgetragen noch Russland verurteilt haben.

Indien hat sich auch bei Resolutionen im UN-Sicherheitsrat enthalten - sowohl bei solchen von als auch solchen gegen Russland. Das Land mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Menschen hat sich trotz eines Drängens aus den USA und Europa nicht dazu bewegt, Kritik am russischen Angriffskrieg zu äußern. Der Grund: Indien und Russland haben lange und enge Beziehungen. Auch ein großer Teil der vom indischen Militär verwendeten Rüstungsgüter kommt aus Russland - und Indien ist so beispielsweise bei Ersatzteilen auf Moskau angewiesen.

Indien will seinen Handel mit Russland ausbauen und beispielsweise zunehmend günstiges russisches Öl kaufen. Es gibt auch Berichte, wonach Indien und Russland eine Lösung finden möchten, um diesen Handel durch eine Alternative zum Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift zu vereinfachen - und damit von möglichen Sanktionen abzuschirmen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Politik
Politik Wahl von AfD-Politikern: Streit um eidesstattliche Erklärung – Rücktrittsforderungen für Schulze
28.10.2026

Die Debatte über den Umgang mit der AfD wird zur Zerreißprobe für die CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt: Aktueller Tiefpunkt ist...

DWN
Finanzen
Finanzen Europäische Banken: Höhere Zinsen dämpfen bereits die Kreditnachfrage
28.10.2026

Vor ihrer Zinssitzung veröffentlichte die EZB einen Bericht über den Stand der Kreditvergabe der Banken. Daraus geht hervor, dass ihre...

DWN
Finanzen
Finanzen Silber stürzt ab: Schmerzhafte Lektion oder erwartete Chance an einer runden Marke?
28.10.2026

Der Silberpreis ist auf den niedrigsten Stand seit elf Monaten gefallen und liegt inzwischen mehr als 50 Prozent unter seinem Rekordhoch...

DWN
Politik
Politik Analyse: Trump kann nur neidisch sein – Präsident Xi ist bereit für eine vierte Amtszeit
28.10.2026

Im kommenden Jahr soll Xi Jinping eine weitere fünfjährige Amtszeit als mächtiger Präsident Chinas erhalten. In dieser Woche treffen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das ist Russlands neuer Albtraum
28.10.2026

Das deutsche Verteidigungsunternehmen Helsing bringt zwei neue Luftabwehrraketen und ein KI-gestütztes Abwehrsystem auf den Markt. Ziel...

DWN
Finanzen
Finanzen Einkommensausfall: Viele Deutsche haben kaum finanzielle Reserven
28.10.2026

Eine kaputte Waschmaschine, eine Autoreparatur: Für 37 Prozent wären unerwartete 3.000 Euro ein echtes Problem. Besonders junge...

DWN
Finanzen
Finanzen Drei Dinge, die mir bei Teslas aktuellem Quartalsbericht aufgefallen sind
28.10.2026

Beim Lesen von Teslas aktuellem Quartalsbericht entstand bei mir der Eindruck, es mit zwei getrennten Unternehmen zu tun zu haben. Das eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Longevity-Aktien: Wohin die Milliarden des Booms wirklich fließen – und wo Investoren auf Sand bauen
28.10.2026

Nach Angaben des Longevity Biotech Report von Longevity.Technology stieg das weltweite Investmentvolumen in Longevity-Biotech von 4,7...