Deutschland

Preis-Schock: Sommerreifen werden deutlich teurer

Wer beim anstehenden Wechsel neue Sommerreifen braucht, muss sich auf deutlich höhere Preise einstellen.
09.04.2022 10:38
Aktualisiert: 09.04.2022 10:38
Lesezeit: 1 min

Wer diesen Frühling auf neue Sommerreifen wechseln will, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Hohe Kosten für Herstellung und Transport sowie Materialengpässe treiben die von den Herstellern aufgerufenen Preise, wie der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) erklärt. Teilweise seien angesichts des Ukraine-Krieges auch weitere Erhöhungen angekündigt, die «teilweise im zweistelligen Bereich liegen».

Die Reifenhersteller hätten ihre Preise bereits in den vergangenen Monaten wegen der stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Transport sukzessive erhöht, sagt der BRV-Geschäftsführer Technik, Michael Schwämmlein. «Durch Versorgungsengpässe bei einigen Rohstoffen, wie Ruß oder synthetische Kautschuke, hat sich die Beschaffungssituation noch verschlechtert.» Das werden auch die Kunden zu spüren bekommen: Allein aus betriebswirtschaftlichen Gründen müssten auch die Händler ihre Preise anpassen.

Eine Auswertung der Plattform Alzura Tyre24 ergab für die Einkaufspreise der Reifenhändler und Kfz-Werkstätten im Schnitt des Februar und März eine Steigerung von gut 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei hatten die Preise schon vergangenes Jahr im Schnitt um rund 6,5 Prozent zugelegt.

Beim größten deutschen Reifenhersteller Continental heißt es, man könne keine pauschalen Aussagen zur Entwicklung von Reifenpreisen treffen. Allerdings könne man sich Veränderungen in den Produktionskosten - zum Beispiel durch steigende Rohmaterialpreise - nicht entziehen. «Je nach regionalen Gegebenheiten entscheiden wir individuell über notwendige Preisanpassungen».

Derzeit verschlechtere sich die Versorgungslage für die Reifenproduktion in Europa «angesichts der verhängten Sanktionen und der sich weiter verschärfenden Logistikengpässe», sagte ein Continental-Sprecher. «Deshalb haben wir entsprechende Notfallpläne aktiviert, die Sicherheitsvorräte und alternative Lieferanten umfassen.» Aktuell könne in den europäischen Reifenwerken weiter produziert werden.

Die steigenden Preise treffen derzeit allerdings auf eine eher gesunkene Nachfrage. Es sei zwar noch sehr früh in der Reifenwechselsaison, doch erste Zahlen deuteten auf eine gewisse Kaufzurückhaltung hin, sagt Schwämmlein. Das könne sich aber auch noch ändern. Gerade angesichts der jüngsten Schneefälle habe sich vielleicht so mancher Kunden überlegt, erst nach Ostern die Reifen zu wechseln.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Wie Twitch, Kick & Co. die Unterhaltungsbranche prägen

Das Bild der Unterhaltungsbranche hat sich dramatisch gewandelt. Dabei wurde aus einer Einbahnstraße eine Autobahn mit unzähligen Spuren...

DWN
Politik
Politik Statistisches Bundesamt: Auswanderung von Deutschen auf Allzeithoch
01.06.2026

Deutschlands Nettozuwanderung ist 2025 stark gesunken: Statt 430.000 kamen noch 235.000 Menschen hinzu. Es gibt eine rückläufige...

DWN
Politik
Politik Ausreisegenehmigungen für wehrfähige Männer rechtswidrig? Verteidigungsministerium räumt Fehler ein
01.06.2026

Erst wird sie übersehen, dann eilig wieder ausgesetzt: Eine Regel zu Ausreisegenehmigungen für Männer im wehrfähigen Alter. Minister...

DWN
Politik
Politik EU-Schulden werden zur Kostenfalle für Deutschland
01.06.2026

Europa will mehr Rüstung, sichere Energie, starke Industrie und stabile Renten. Doch der IWF warnt, dass diese Rechnung kaum aufgeht,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Flugkraftstoff gerettet, Urlaub nicht. Europas Airlines sparen weiter
01.06.2026

Erst drohten Flugausfälle, leere Tanks und ein chaotischer Sommer über Europas Flughäfen. Nun scheint der akute Mangel an Flugkraftstoff...

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic attackiert Europas Banken mit sechs Prozent Zinsen
01.06.2026

Sechs Prozent Zinsen, Brad Pitt im Werbespot und ein deutscher Anbieter, der in Polen plötzlich klassische Banken herausfordert. Trade...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Automobilchef: Mehrere europäische Automarken werden aussterben
01.06.2026

Jahrzehntelang lernten chinesische Hersteller von deutschen Autobauern. Nun reisen Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW nach China, um...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Hyundai Kona im Test: Futuristisch, mutig und anders
01.06.2026

Der Hyundai Kona sieht aus, als wolle er nicht jedem gefallen. Genau das macht ihn spannend, denn hinter der mutigen Form steckt ein...

DWN
Politik
Politik Vorteil für Migranten bei Behördenjobs: Ist das Partizipationsgesetz verfassungswidrig?
01.06.2026

In Berlin ist die öffentliche Verwaltung bunt: Vielfalt, Teilhabe, Chancengleichheit für Menschen mit Migrationsgeschichte. Diese Praxis...